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Fluglärm und Atommüll bereiten laut Umfrage am meisten Sorge

Eine grenzüberschreitende Umfrage zeigt dringende Probleme für Deutsche und Schweizer. Beidseits der Grenzen wurden je 500 Personen interviewt. Faktoren, welche die Beziehungen laut Umfrage belasten, sind der Fluglärm und der Atommüll.

Pirmin Kramer
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Ein Flugzeug über Kaiserstuhl. Die Fluglärmdiskussion belaste die grenzüberschreitenden Beziehungen und müsse gelöst werden, findet ein Grossteil der Befragten in beiden Ländern.

Ein Flugzeug über Kaiserstuhl. Die Fluglärmdiskussion belaste die grenzüberschreitenden Beziehungen und müsse gelöst werden, findet ein Grossteil der Befragten in beiden Ländern.

AZ Archiv/wal

Eine repräsentative Befragung in der Region Südbaden-Nordschweiz zeigt: Die Bevölkerung dies- und jenseits der Grenze fühlt sich einem gemeinsamen Wirtschaftsraum zugehörig. 62 Prozent der Schweizer Befragten gaben zur Antwort, die wirtschaftliche Verflechtung zwischen der Nordschweiz und der Region Südbaden sei sehr stark oder eher stark, während nur 20 Prozent sie als eher weniger stark oder nicht existent bezeichneten. Auf deutscher Seite sagten 71 Prozent, es gebe eine wirtschaftliche Verflechtung zwischen den Gegenden. Die Befragung wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Isopublic durchgeführt. Beidseits der Grenzen wurden je 500 Personen interviewt. In Auftrag gegeben hatte die Studie die deutsch-schweizerische Unternehmerinitiative DCH.

Die Umfrage sollte zudem ermitteln, welche Themen die Bevölkerung in der gemeinsamen Wirtschaftsregion beschäftigen beziehungsweise welche Dossiers die grenzüberschreitende Zusammenarbeit behindern. Die Schweizer finden, der Fluglärm sei der Faktor, der die Beziehung am stärksten belaste; 67 Prozent glauben, diese Diskussion behindere die Zusammenarbeit stark. Auch auf der deutschen Seite steht der Fluglärmstreit an der Spitze, allerdings bezeichnete ihn nur jeder zweite Befragte (48%) als stark belastenden Faktor.

Atommüll beschäftigt Deutsche

Fast gleich bedeutend wie der Fluglärm ist für die deutschen Grenzbewohner die Diskussion um die Suche eines Endlagers für radioaktive Abfälle. 45 Prozent der Deutschen befürchten, diese Diskussion könnte die Zusammenarbeit stark behindern. In der Schweiz werde die sich hieraus ergebende Belastung der Beziehungen mit 31,9 Prozent eher unterschätzt, heisst es in einer Mitteilung der Unternehmerinitiative Wirtschaftsraum DCH. Die Beeinträchtigung des bilateralen Verhältnisses aus dem Steuerstreit werde von beiden Seiten als etwa gleich stark empfunden - je rund ein Drittel glauben an starke negative Folgen für die Zusammenarbeit. Für die deutsche Seite sind Behinderungen im Grenzverkehr ein deutlich belastender Faktor (23,3 Prozent), während diese für die Schweizerseite eine eher geringe Rolle spielen (11,3 Prozent).

Die Unternehmerinitiative Wirtschaftsraum DCH bezeichnet sich als grenzüberschreitende, politisch unabhängige Vereinigung von deutschen und schweizerischen Unternehmen. Sie setzt sich für bessere Rahmenbedingungen in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Bildung und Kultur in diesem grenzübergreifenden Wirtschaftsraum ein.