Fisibach/Kaiserstuhl
Fisibacher Schüler müssen definitiv in Kaiserstuhl zur Schule

Der Vorstand der Kreisprimarschule Belchen hat entschieden: Die Erst- und Zweitklässler aus Fisibach gehen definitiv demnächst in Kaiserstuhl zur Schule. Er weist damit eine Einsprache der Eltern ab. Damit wird der Standort Fisibach aufgehoben.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Im Kaiserstuhler Schulhaus gehen bald Fisibacher Kinder ein und aus.

Im Kaiserstuhler Schulhaus gehen bald Fisibacher Kinder ein und aus.

Walter Schwager

Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Erst- und Zweitklässler des Standorts Fisibach der Kreisprimarschule Belchen müssen demnächst umziehen – nach Kaiserstuhl. So wollte es die Kreisschulpflege schon direkt nach den Sportferien haben; zur Überraschung der Eltern und mitten im Schuljahr. Gegen diesen Beschluss erhoben ein paar Fisibacher formell Einsprache (die az berichtete), weshalb die Umzugspläne verzögert wurden. Nun hat sich der Verbandsvorstand der Kreisprimarschule der Sache angenommen und dem Antrag der Kreisschulpflege definitiv stattgegeben.

Die Schulpflege will die 12 Erst- und Zweitklässler nach Kaiserstuhl verschieben, weil es in Fisibach disziplinarische Probleme gibt. Konkret spricht die Schulpflege vom «Mangel an Austausch der Lehrerin und den weiteren Primarlehrpersonen» und von einem «eingeschränkten Sozialisierungs- und Lernumfeld für die mehrheitlich aus Knaben bestehende Unterstufe» in Fisibach. Man erhofft sich durch den Anschluss an den grösseren Standort Kaiserstuhl, wo die 3. bis 6. Klassen aller fünf Verbandsgemeinden untergebracht sind, ein besseres Schul- und Lernklima.

In einem Schreiben an die Einsprecher, das der az vorliegt, teilt der Verbandsvorstand nun mit, «die von der Kreisschulpflege beantragte pädagogische Massnahme» sei «nachvollziehbar und unterstützungswürdig». Der Schulweg sei ebenfalls zumutbar. Über den Umzugstermin schweigt sich der Verbandsvorstand im Schreiben noch aus – darüber würden die Eltern der Kinder rechtzeitig von der Schulpflege und der Schulleitung informiert, heisst es.

Damit wird der Schulstandort Fisibach wohl in den nächsten Wochen faktisch aufgehoben. Lediglich der Kindergarten bleibt vorerst – die Bewilligung dafür hat das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) bereits bis Ende Schuljahr 2015/16 erteilt.

Ausschlaggebend war für den Verbandsvorstand offenbar die Tatsache, dass ab kommendem Schuljahr in Fisibach die neue Mindestschülerzahl von 15 Kinder pro Abteilung ohnehin nicht mehr erreicht werden kann – es wären nur noch deren 9. Als beste Lösung für das nächste Schuljahr 2015/16 erachtet der Vorstand folgenden Vorschlag von Schulleitung und Schulpflege: «Die 6 Kinder der 2. Klasse von Fisibach und Kaiserstuhl werden in Kaiserstuhl zusammen mit den Drittklässlern unterrichtet», heisst es in der Mitteilung. «Die 3 Kinder der 1. Klasse werden in Wislikofen in der dortigen Unterstufe zur Schule gehen.» Diese Lösung gilt bis Ende Schuljahr 2015/16. Wie es danach weitergeht, ist unklar – womöglich wird sich der Kreisverband zumindest teilweise auflösen. Fisibach prüft neben einem Verbleib im Verband auch die Orientierung in Richtung Nachbarkanton, wo man sich der Schule Bachs oder Weiach anschliessen könnte. Eine Infoveranstaltung für die Fisibacher Bevölkerung findet Anfang März statt.

Einer der Fisibacher, der sich gegen die umgehende Verlegung der Erst- und Zweitklässler nach Kaiserstuhl gewehrt hatte, ist Yves Niedermann. Der Vater eines der betroffenen Schulkinder ist gleichzeitig Gemeinderat, betont aber, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun habe und er in dieser Sache ausschliesslich als Elternteil agiere. Niedermann findet den notfallmässigen Umzug der Fisibacher Unterstufe nach Kaiserstuhl nach wie vor «unverhältnismässig». Denn: «Es sind nur zwei, drei Zweitklässler, die Probleme machen und die ganze Abteilung behindern», sagt Niedermann. Er bezweifelt, dass sich die Probleme alleine mit dem Anschluss an den Standort Kaiserstuhl lösen liessen.

Zudem wirft Niedermann die Schulweg-Problematik auf. Die Distanz, welche die Kinder zurückzulegen hätten, sei zwar nicht gross. «Allerdings müssen sie in Kaiserstuhl im Gebiet Restaurant Kreuz/Bahnübergang eine viel befahrene Strasse nutzen. Fussgängerstreifen gibt es dort keine, ebenso fehlt das Trottoir.» Der Schulweg sei zwar grundsätzlich Sache der Eltern, habe die Schulpflege ihm mitgeteilt. Er finde aber dennoch, dass sich die Schulbehörden in diesem Falle für eine sichere Lösung einsetzen müssten, insbesondere, weil der Umzug der Fisibacher Kinder wohl schon in den nächsten Wochen vollzogen werde.