Klingnau
Fischzucht-Grossbrand: Erste Erkenntnisse deuten auf technischen Defekt hin

Die Brandermittler gehen zwei Wochen nach dem Grossbrand in der Klingnauer Fischzucht nicht von Brandstiftung aus, können eine solche aber auch noch nicht ausschliessen.

Philipp Zimmermann
Merken
Drucken
Teilen
Fischzucht Klingnau 1 Tag nach Brand
5 Bilder
 Die beiden Obergeschosse mit Werkstatt und Lager brannten vollständig aus.
 Im Untergeschoss überlebten 9400 von 10'000 Zandern. Nur in eines der 21 Fischbecken lief Löschwasser.

Fischzucht Klingnau 1 Tag nach Brand

Philipp Zimmermann

Um 18.47 Uhr, am Mittwoch vor zwei Wochen, ging bei der Feuerwehr Döttingen-Klingnau-Koblenz der Alarm zum Grossbrand in der Klingnauer Fischzucht von Bernhard Kaufmann ein. Zu dieser Zeit waren der Eigentümer und seine Mitarbeiter nicht mehr vor Ort. Nach dem Feierabend waren sie von der Fischzucht im Industriegebiet «Zelgli» nach Hause gefahren, ehe das betriebseigene Alarmsystem sie über einen Unterbruch in der Stromversorgung benachrichtigte.

Von mehreren Positionen aus halten Feuerwehr-Einsatzkräfte am Abend des Grossbrandes Löschschläuche auf das Gebäude.
42 Bilder
In Klingnau ist eine Fischzucht niedergebrannt.
Die Feuerwehr löschte die Flammen noch am selben Abend, stand wegen Glutnestern aber bis nach Mitternacht im Einsatz.
Verletzte gab es keine.
Gleich neben der Gewerbehalle befindet sich die Bahnlinie, etwas oberhalb die Kantonsstrasse in Richtung des Nachbardorfs Koblenz an der deutschen Grenze.
Die Feuerwehr wurde um 18.47 Uhr alarmiert.
Grossbrand in Klingnauer Fischzucht
Der Lieferwagen der Firma mit nicht mehr aktuellem Schriftzug ("Koj-Farm") wurde arg beschädigt. Beim Ausbruch des Feuers stand er näher am Gebäude.
Die beiden Hallen der tegatec GmbH, welche hier in Klingnau eine Fischzucht mit 20'000 Zandern betreibt.
10'000 Zander befanden sich in verschiedenen Becken im Untergeschoss des betroffenen Gebäudes – im Untergeschoss, das doch eine dicke Betonwand getrennt ist von den Obergeschossen.
Die Einsatzleitung der Feuerwehr auf der gesperrten Kantonsstrasse.
Früher verkaufte die Firma von Eigentümer Bernhard Kaufmann Kois, die wertvollsten Fische der Welt. Seit wenigen Monaten haben sie keine solchen mehr im Angebot, dafür ein grosses Angebot an Utensilien für Gartenteiche oder Fischereiutensilien.
Am Gebäude entstand grosser Schaden.
10'000 Zander befanden sich in verschiedenen Becken im Untergeschoss des betroffenen Gebäudes – im Untergeschoss, das doch eine dicke Betonwand getrennt ist von den Obergeschossen.

Von mehreren Positionen aus halten Feuerwehr-Einsatzkräfte am Abend des Grossbrandes Löschschläuche auf das Gebäude.

Philipp Zimmermann

Später mussten Kaufmann und seine Mitarbeiter feststellen, dass die beiden Obergeschosse, genutzt als Lager und Werkstatt, in Vollbrand stehen. Glücklicherweise überlebten 9400 der Zander, die in 21 Becken im Untergeschoss schwammen und vom ersten Obergeschoss durch eine 40 Zentimeter dicke Betondecke getrennt sind. 600 Fische verendeten, weil verunreinigtes Löschwasser in eines der Becken drang.

Die Brandermittler nahmen ihre Arbeit am Tag danach mit einer Begehung des Firmen-Nebengebäudes auf. «Die Brandursache ist nach wie vor unklar», sagt nun Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, der AZ. Aufgrund erster Erkenntnisse steht bei den Ermittlungen ein technischer Defekt im Vordergrund. «Gewissheit liegt jedoch noch nicht vor», unterstreicht Graser. «So können theoretisch Brandstiftung oder eine Fahrlässigkeit noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.» Der Geschäftsbetrieb mit Verkauf von Teichbauzubehör und Fischereiartikeln im Hauptgebäude wurde durch das Feuer nicht beeinträchtigt. «Wir sind nach wie vor für Sie da!», schreibt Kaufmanns Firma Tegatec auf ihrer Webseite.

Kaufmann erlebte beim Brand ein Déja-Vu. 1995 hatte am selben Ort schon einmal ein Feuer in einem Gewerbegebäude ausgebrochen. Damals handelte es sich um seinen ehemaligen Malerie- und Gipserbetrieb. Das Feuer zerstörte auch das grössere Hauptgebäude. Der Sachschaden betrug 5 Millionen Franken.