Döttingen
Ferienhaus-Knatsch: Nachwehen einer Ablehnung

Roland Jenny von der Ferienhaus-Stiftung setzt sich zur Wehr. Das Döttinger Ferienhaus sei kein Sanierungsfall und brauche auch kein Finanzierungskonzept, sagt Jenny.

Angelo Zambelli
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Der an der Gemeindeversammlung vom 24. November abgelehnte Beitrag von 150000 Franken an die Sanierungskosten des Ferienhauses Fieschertal wirbelt auch zehn Tage nach der Abstimmung noch viel Staub auf.

In der Versammlungsunterlage hatte der Gemeinderat den Antrag mit folgenden Sätzen begründet: «Das Döttinger Ferienhaus gehört zu Döttingen und die Betriebskommission leistet viel Engagement und investiert Herzblut. Die Betriebskommission hat den Betriebsgewinn laufend in die Erneuerung des Hauses investiert. Damit nach 32 Jahren der Werterhalt gewährleistet ist, sind grössere Investitionen notwendig.»

Auf der gleichen Seite listet die Exekutive aber auch die Leistungen auf, die von der Gemeinde in den letzten Jahren erbracht worden sind und die es nicht zulassen, die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten zu übernehmen: «Nachdem erst kürzlich der Zins erlassen und auf die Amortisation des Darlehens verzichtet wurde sowie aktuell die Abklärungen betreffend Erlass der Darlehen laufen, können nicht die ganzen Investitionen in der Gesamthöhe von 600000 Franken übernommen werden.»

Rückweisung mit Auftrag

Auf Antrag von Max Humbel und Christoph Rechsteiner wurde der Antrag auf einen Beitrag von 150000 Franken für die Sanierung des Ferienhauses im Fieschertal mit dem Auftrag zurückgewiesen, bis zur nächsten Gemeindeversammlung sei ein Finanzierungskonzept zu erstellen, damit die Stimmberechtigten eine Übersicht erhalten, was in den nächsten Jahren an Kosten für das Ferienhaus auf sie zukommt.

«Die Stiftung ist kerngesund»

In einem Schreiben an die az Aargauer Zeitung äussert sich Roland Jenny, Präsident der Betriebskommission der Stiftung Döttinger Ferienhaus, zur Ablehnung des Unterstützungsbeitrags.

Das Döttinger Ferienhaus sei kein Sanierungsfall und brauche auch kein Finanzierungskonzept, schreibt Jenny. Die Stiftung sei kerngesund und das Haus weise Übernachtungszahlen aus, von denen andere nur träumen könnten. «Die Wintersaison ist ausgebucht. Selbst der Januar ist voll belegt.» Um dies zu erreichen, brauche es auch in Zukunft bauliche Anpassungen. Jenny macht in einem Schreiben darauf aufmerksam, dass die Stiftung jeden verdienten Franken ins Haus steckt: «Allein 2009 hat die Stiftung 106660 Franken für feste Einrichtungen und Anlagen ins Ferienhaus investiert. Gleichzeitig hat die Stiftung der Gemeinde Döttingen in den letzten sieben Jahren 121636 Franken an Amortisation und Zinsen abgeliefert.» Wichtig ist Jenny auch der Hinweis, dass die Stiftung allen Döttingerinnen und Döttingern einen Rabatt von 50 Prozent auf die Übernachtungstaxe gewähre, was nach 32 Jahren Betrieb einen Gesamtbetrag von rund 250000 Franken ausmache. Jenny: «Es schmerzt schon, wenn man über das Ferienhaus im Fieschertal nur Negatives hört.»