Fussball
FC Klingnau – der Aufsteiger will den Cupsieg

Der einzige 2.-Liga-Fussballklub aus dem Zurzibiet verabschiedet sich auf dem 8. Rang in die Winterpause. Captain Drazen Juric erklärt, wo die Probleme liegen und welche Ziele in der Rückrunde verfolgt werden.

Fabio Baranzini
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Drazen Juric, Captain des FC Klingnau, an seinem Arbeitsplatz in Buchs. fba

Drazen Juric, Captain des FC Klingnau, an seinem Arbeitsplatz in Buchs. fba

Fabio Baranzini

Was braucht es, um von der 3. Liga in die 2. Liga regional aufzusteigen? Eine ausgeglichene Mannschaft? Einen kompetenten Trainer? Eine gesunde Vereinsstruktur? Es ist wohl ein Mix aus allen drei Komponenten.

Eine andere Antwort auf diese Frage könnte aber auch lauten: Man braucht Drazen Juric. Der 29-jährige Innenverteidiger aus Untersiggenthal kann den Aufstieg natürlich nicht allein herbeiführen, aber statistisch gesehen steigen die Aufstiegschancen, wenn Drazen Juric im Team steht. Der gebürtige Kroate hat in seiner Karriere die Promotion von der 3. Liga in die höchste Aargauer Liga bereits dreimal geschafft. Mit Wettingen, mit Leibstadt und vergangene Saison auch mit Klingnau. «Irgendwie war mir gar nicht so richtig bewusst, dass mir das schon drei Mal gelungen ist», meint er lachend.

Von Verletzungen gestoppt

In dieser Saison führte Drazen Juric den FC Klingnau als Captain ins 2.-Liga-Abenteuer. Und der Start glückte dem Team von Trainer Radi Schibli hervorragend. Drei Siege resultierten aus den ersten vier Partien. Darunter auch ein 3:1-Erfolg gegen den aktuellen Tabellenführer aus Schöftland. Doch nach dem guten Beginn riss bei den Zurzibietern der Faden. In den danach folgenden neun Spielen konnte die Mannschaft nur noch zwei Siege und zwei Unentschieden ins Trockene bringen. Alle anderen Partien gingen verloren, darunter auch diejenigen gegen die Schlusslichter Aarau Eagles und Wettingen. Die Vorrunde beendete der FC Klingnau mit 17 Punkten auf dem 8. Platz – mit nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Fehlt dem Aufsteiger also noch etwas die Konstanz, um in der 2. Liga in der oberen Hälfte mitspielen zu können?

«Natürlich werden die individuellen Fehler schneller bestraft und das Spiel ist physischer als noch in der 3. Liga. Wir haben aber in den ersten Runden bewiesen, dass wir alle Gegner schlagen können», so Juric. Den Grund für die zuletzt bloss mässigen Resultate verortet der Captain an anderer Stelle. «Wir hatten viel Pech mit Verletzungen. Gleich fünf Spieler unseres 18-Mann-Kaders fielen verletzt aus. Das war zum Schluss wirklich eine prekäre Situation, sodass wir viel experimentieren und teils mit Junioren spielen mussten.»

Schule statt Profikarriere

Entsprechend froh sind Juric und seine Teamkollegen, dass jetzt die Winterpause ansteht, in der sich die Spieler erholen können. Schliesslich haben die Klingnauer im Frühling Grosses vor: In der Meisterschaft wollen sie möglichst schnell raus aus der Abstiegszone und im Aargauer Cup wollen sie den Finaleinzug schaffen. «Es wäre das erste Mal für mich und auch für den FC Klingnau, dass wir im Aargauer Cup in den Final kommen», blickt Juric voraus.

Der Cupsieg wäre der grösste Erfolg in der Karriere von Drazen Juric. Eine Karriere, in der Juric nur kurz daran gedacht hatte, Profi zu werden. «Das war noch zu Juniorenzeiten beim FC Baden. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es mir in der Schule besser läuft und dass ich dort grössere Chancen habe», sagt Juric, der einen Masterabschluss in Banking & Finance an der Universität Zürich gemacht hat und heute in der Finanzabteilung der Swisslog in Buchs arbeitet.

Dem Fussball ist der frischgebackene Familienvater – Sohn Noah ist eben neun Monate alt geworden – stets treu geblieben. Und das wird er auch in Zukunft. «Das Aufhören steht nicht zur Diskussion. Es fragt sich nur, auf welchem Niveau ich weiterspielen werde», sagt Drazen Juric.