Döttingen
Fazit: «Das war eines der schönsten Winzerfeste seit vielen Jahren»

In den Tagen nach dem Winzerfest schwelgt das Zurzibiet in Erinnerungen und zieht Bilanz. Man ist sich einig wie selten: Von der Gastgemeinde über die Aussteller bis zu den Sicherheitsverantwortlichen haben alle gute Arbeit geleistet.

Nadja Rohner, Angelo Zambelli (Text) und Patrick Züst (Fotos)
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Winzerfest Fazit
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Ammann Peter Nyffeler (im Wagen) schwärmt vom Einsatz der Leuggemer.
Ein Sujet zum Verlieben: Die Berner Sennenhunde gehören seit Jahren zum Umzug.
Meinrad Keller, blumenbeladener Döttinger Winzer und Gemeinderat.

Winzerfest Fazit

Patrick Züst

«Einfach fantastisch» – das ist das Winzerfest-Fazit von Peter Nyffeler, Ammann der Gastgemeinde Leuggern. Man hört ihm deutlich die Rührung und den Stolz auf seine Leuggemer an, wenn er erzählt: «Wir von der Gemeinde mussten eigentlich gar nicht viel machen, ein Grossteil des Engagements ging von den Vereinen aus. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass die Leute so viel Herzblut reinstecken. Besonders die Männerriege, die unter der Leitung von Ruedi Emmenegger für den wunderschönen Wagen verantwortlich war. Es haben sich sogar Leute dafür bedankt, dass sie beim Schmücken helfen durften – wirklich sensationell.»

Hellauf begeistert ist auch das OK Winzerfest. «Das war eines der schönsten Winzerfeste seit vielen Jahren – auch dank des herrlichen Wetters», sagt Mediensprecher Daniel Kaiser. Insgesamt seien während der drei Tage 53 000 Besucher verzeichnet worden, alleine am Winzerumzug waren es 25 000. «Das Fest hat sich weiterentwickelt», hält Kaiser fest: «Zum einen ist jetzt auch der Freitagabend ein richtiger Winzerfestabend, nicht mehr ein Beizlifest für Insider wie früher. Zum anderen ist das Festgelände zusammenhängender als früher, wo es noch Lücken gab.»

Benno Wäger, Geschäftsführer der Weinbaugenossenschaft Döttingen und Verantwortlicher für den Umzug, ist mit dem Winzerfest mehr als zufrieden: «Das Wetter war ideal, die Umsätze stimmen.» Allein die Weinbaugenossenschaft Döttingen verkaufte von Freitag- bis Sonntagabend 3000 Liter Wein und 1000 Liter weissen Sauser. Das liege deutlich über den Umsätzen der letzten Jahre. «Bei der Länge des Umzugs sind wir trotz zwei Ausfällen an die Grenze gestossen. Was über anderthalb Stunden dauert, ist zu lange und ermüdet die Zuschauer.»

Dieses Jahr lag die Gesamteinsatzleitung für das Sicherheitsdispositiv erstmals bei der Regionalpolizei (Repol) Zurzibiet und nicht mehr bei der Kapo: Über 30 Personen verschiedener Blaulichtorganisationen waren im Einsatz. Repol-Chef René Lippuner zeigt sich zufrieden: «Wir haben ein ruhiges Winzerfest erlebt. Natürlich gab es das eine oder andere ‹Problemli›, zum Beispiel kleine Schlägereien – aber das gibt es jedes Jahr.» Man habe intensiv mit der Security zusammengearbeitet, auf Früherkennung und Prävention gesetzt: «Allein unsere Präsenz hat ausgereicht, um die meisten Konfliktsituationen im Keim zu ersticken.» Wie schon dieses Jahr werde man auch beim nächsten Winzerfest Störenfriede nach einer Verwarnung konsequent wegweisen – und zwar für die ganzen drei Festtage.

Im Vorfeld hatten die Winzerfestwagen zu Reden gegeben, nachdem die Gruppe «winkenundtrinken» von einem Beamten der Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss (LAR) gebüsst wurde und kürzlich vor Gericht einen Freispruch erwirkte. Streitpunkt war die Verkehrstauglichkeit des Winzerwagens. Lippuner: «Die Strassenverkehrsgesetze sind nun mal da – wir können sie nicht aushebeln, selbst wenn wir wollten.» Den Wagenbauern empfiehlt er, das Merkblatt «Sondertransporte» des Strassenverkehrsamtes zu konsultieren. «Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder, man verlädt das Fahrzeug auf einen Tieflader. Oder man versieht es mit einem Händler-Verkehrsschild, damit es einen Versicherungsschutz geniesst und der Fahrer bei einem Unfall nicht für alles selber haftet.» Aber: Auch mit Garagistenschild muss das Fahrzeug den Sicherheitsvorschriften punkto Bremsen, Steuerung oder Blinker entsprechen. «Wagenbauer dürfen sich jederzeit an die Repol wenden, wenn sie Beratung brauchen», so Lippuner. Das gilt nicht nur fürs Winzerfest 2015 – übrigens mit Tegerfelden als Gastgemeinde – sondern auch für die anstehende Fasnacht.