Würenlingen
Ex-Bundesliga-Profi sorgt für Spielabbruch – als seine Mannschaft 0:7 hinten liegt

Detlef Bruckhoff, der Trainer des FC Würenlingen, beleidigte in einem Testspiel gegen Klingnau den Schiedsrichter und weigerte sich danach, das Feld zu verlassen.

Daniel Weissenbrunner
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Detlef Bruckhoff. Mario Heller

Detlef Bruckhoff. Mario Heller

Mario Heller

Ein Freundschaftsspiel zwischen dem FC Würenlingen und dem FC Klingnau vor gut zwei Wochen liefert Gesprächsstoff. Die Partie zwischen den beiden Zurzibieter Mannschaften verlief alles andere als freundschaftlich. Die Spieler schenkten sich nichts. Es kam zu harten Zweikämpfen, die teilweise an der Grenze des Erlaubten geführt wurden.

Einem war das zu viel: Würenlingens Trainer Detlef Bruckhoff (59), früherer Profi in der deutschen Bundesliga bei Tennis Borussia Berlin und Darmstadt, sorgte in der 78. Minute für den unrühmlichen Höhepunkt. Auslöser war ein Duell, das in den Augen von Bruckhoff als Foul an seinem Spieler hätte geahndet werden müssen. Schiedsrichter Simon Ramp liess die Szene weiterlaufen. Daraufhin wurde er vom betroffenen Würenlinger Spieler verbal und mit einer abschätzigen Geste auf grob unsportliche Weise beleidigt.

Ramp unterbrach die Partie und verwarnte den fehlbaren Spieler. In diesem Moment kam Detlef Bruckhoff aufs Feld und schrie den Schiedsrichter mit ebenfalls abschätzigen Worten an. «Als er fertig war, sagte ich ihm, dass er sofort die technische Zone verlassen müsse», sagt Ramp. Bruckhoff akzeptierte die Entscheidung nicht und diskutierte weiter. «Ich setzte ihm eine kurze Frist, mit dem Hinweis, dass ich die Partie sonst abbrechen werde.» Seine Aufforderung half nicht. Der Würenlinger Trainer liess sich nicht umstimmen.

Interne Sanktion noch offen

Die Partie wurde schliesslich mit 7:0 für Klingnau gewertet. Die Kontroll- und Disziplinarkommission des Aargauer Fussballverbands (AFV) büsste Bruckhoff mit 210 Franken. Gemäss AFV hat der ehemalige Profi gegen die Fairplay-Regeln verstossen und seine Vorbildfunktion nicht wahrgenommen. Wie sich Funktionäre, Trainer und Spieler zu verhalten haben, wird aus der eben erst lancierten Kampagne des Verbandes ersichtlich.

Dem FC Würenlingen ist die Angelegenheit unangenehm. Der Verein hat nach dem Vorfall das Gespräch mit dem AFV und Detlef Bruckhoff gesucht. «Wir sind der Meinung, dass man die Sache in einem Freundschaftsspiel auch anders hätte regeln können», sagt Klubpräsident Gianni Di Santis. Er räumt jedoch ein, dass das Verhalten des Trainers, sollte sich die Szene so ereignet haben, nicht tolerierbar wäre. Ob Bruckhoff intern mit Konsequenzen rechnen muss, lässt er offen. Man werde zunächst den offiziellen Bericht des Verbands abwarten. «An der nächsten Vorstandssitzung wird der Fall sicher zur Sprache kommen.» Detlef Bruckhoff war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.