Bad Zurzach
Erziehungskurs verschlampt: Hundehalterin sieht sich vor Gericht als Bauernopfer

Eine 57-jährige Hundehalterin hat die Busse für einen versäumten Hunde-Erziehungskurs nicht akzeptiert. Ihr Fall wurde deshalb am Bezirksgericht Zurzach behandelt. Sie sah sich auch da im Recht, musste am Schluss aber tief ins Portemonnaie greifen.

Rosmarie Mehlin
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Weil ihre Hündin ein auffälliges Verhalten zeigte, wurde die Besitzerin verpflichtet, den notwendigen Kurs zu absolvieren.

Weil ihre Hündin ein auffälliges Verhalten zeigte, wurde die Besitzerin verpflichtet, den notwendigen Kurs zu absolvieren.

Thinkstock

Weil sie einen Erziehungskurs für ihren Hund «Asta» (alle Namen geändert) nicht besucht hat, war der 57-jährigen Magda ein Strafbefehl über 900 Franken – 400 Franken Busse und 500 Franken Gebühr – zugestellt worden. Weil sie das nicht akzeptierte, sass sie am Montag vor Einzelrichter Cyrill Kramer. Nachdem die heute knapp 8-jährige Schäferhündin ein auffälliges Verhalten gezeigt hatte, verpflichtete das Veterinäramt im Mai 2014 Magda, das Hundehalterbrevet zu erlangen und bis Ende Oktober 2014 den entsprechenden Kurs zu absolvieren.

«Ich habe ihn ja absolviert, aber nicht bestanden», hielt sie eingangs der Verhandlung dezidiert fest. Auch habe sie wegen Krankheit den Kurs erst im Dezember machen können: «Wir waren von 9 bis 16 Uhr zu viert auf dem Platz, haben die meiste Zeit nur herumgestanden und das bei Minus 4 Grad.» Magda ist heute noch stinksauer, wenn sie daran denkt.

Zu krank für den Kurs

Richtig wütend aber ist sie, weil ihr nicht gesagt wurde, warum sie durchgefallen war. « Ich habe mehrfach eine Begründung angefordert, weil ich genau wissen möchte, was ich falsch gemacht habe. Bis heute habe ich lediglich mitgeteilt bekommen, es sei gegen das Gesetz, mir den entsprechenden Bescheid zu geben.» Die Feststellung des Richters, in den Akten stehe, «Asta» habe sich gegenüber einer Testperson aggressiv verhalten, kommentierte Magda aufgebracht mit «ich lach’ mich kaputt – sie hat niemanden angesprungen und niemanden attackiert».

Magda habe, so der Richter weiter, dem Veterinäramt im November Bescheid gegeben, dass sie den Kurs raschmöglichst erneut machen werde, «und jetzt haben wir schon wieder April». Nunmehr bedeutend milder, betonte Magda, sie werde den Kurs selbstverständlich besuchen, «sobald der Hund und ich wieder gesund sind». Sie selber leide an dubiosen Schmerzen in einem Knie und einer Ferse; «Asta» ihrerseits – tierärztlich attestiert – an massiven Rückenschmerzen.

Auf die eindringliche Empfehlung von Cyrill Kramer, ob Magda die Einsprache gegen den Strafbefehl nicht gescheiter zurückziehen wolle, schwenkte die Hundehalterin umgehend ein, «doch ja». Allerdings konnte sie sich nicht verkneifen, noch einmal darauf zu pochen, dass sie sich eigentlich im Recht fühlt: «Es ist nicht recht, dass ich auf die Frage, was mein Fehler war, keine Antwort bekommen habe. So springt man mit Leuten nicht um.»

Plus 300 Franken

Recht oder nicht recht – ganz schön teuer ist die Sache für Magda jedenfalls geworden. Mit ihrem (späten) Rückzug der Einsprache erst vor Gericht werden nicht nur die 900 Franken Busse und Strafbefehl-Gebühr rechtskräftig, sondern es gesellt sich eine (immerhin reduzierte) Gerichtsgebühr von 300 Franken dazu.

Vor dem Gerichtssaal hält Magda zuhanden der Journalisten fest, sie sei garantiert ein Bauernopfer geworden: «Vier Leute haben den Kurs absolviert, eine mussten die wohl durchrasseln lassen und das bin halt eben ich gewesen.»

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