2. Liga
Erstes Zurzibieter Derby: Der Aufsteiger Koblenz stürzt Klingnau vom Thron

Im ersten 2.-Liga-Derby zwischen Koblenz und Klingnau macht der Aussenseiter einen Zweitore-Rückstand wett. Der Jubel der Underdogs war gross.

Beat Hager
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Grosser Jubel beim FC Koblenz nach dem Derbysieg gegen den Favoriten aus Klingnau.

Grosser Jubel beim FC Koblenz nach dem Derbysieg gegen den Favoriten aus Klingnau.

Der Aufsteiger aus Koblenz und der amtierende Aargauer Cupsieger FC Klingnau trafen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in einem Zurzibieter 2.-Liga-Derby aufeinander. Auf dem altehrwürdigen Sportplatz Eichhalde in Koblenz kamen die knapp 300 Zuschauer in den Genuss einer spannenden und spektakulären Partie, in welcher die Gastgeber einen 0:2-Rückstand in einen Sieg umwandelten.

Die Ausgangslage in Koblenz präsentierte sich brisant: Während der Gastgeber als Aufsteiger weitere Punkte im Kampf um den Ligaerhalt anstrebte, wollte Klingnau seine Spitzenposition verteidigen. Mit einem Punktgewinn wäre das Team von Trainer Radi Schibli alleiniger Tabellenführer geworden.

Vor der ansehnlichen Kulisse entwickelte sich auf dem unebenen Terrain von Beginn an ein hart umkämpftes Spiel. Bereits in der Startphase bekundeten die Einheimischen viel Pech: Zuerst sah Samir Brkic seinen Kopfball von der Latte abprallen und kurze Zeit später musste sich Arjanit Kabashaj verletzungsbedingt auswechseln lassen. Eine knappe Viertelstunde war gespielt, als die favorisierten Klingnauer in Führung gingen. Besnik Golaj tankte sich auf der linken Seite durch und sein Zuspiel verwertete Arbnor Gjokaj mit einem platzierten Schuss.

Telegramm, Rangliste

Koblenz - Klingnau 3:2 (0:1)

Eichhalde. – 300 Zuschauer. – SR Elio Marciano. – Tore: 14. Gjokaj 0:1. 52. Kovacevic 0:2. 62. Samir Brkic 1:2. 66. Jongjaroen 2:2. 89. Morina 3:2.
Koblenz: Ceylan; Kabashaj (9. Hadini, 46. Jongjaroen), Beciraj, Hasan Brkic, Bajrami; Kicaj, Shabani, Aliaj, Morina, Seiler (83. Halili); Samir Brkic.
Klingnau: Gerath; Juric, Kalyon, Paraszhidias, Golaj; Atalia (81. Stauffer), Gjokaj, Kovacevic, Maric, Maloki; Gusturanaj (86. Bektasi).

Rangliste (alle 9 Spiele): 1. Gränichen 17 Punkte. 2. Klingnau 17. 3. Othmarsingen 16. 4. Mellingen 16. 5. Wettingen 15. 6. Koblenz 14. 7. Aarau 13. 8. Brugg 13. 9. Frick 12. 10. Eagles Aarau 12. 11. Kölliken 10. 12. Gontenschwil 9. 13. Spreitenbach 7. 14. Windisch 3.

Klingnau war sich zu sicher

«Ich habe meine Mannschaft vor der Konterstärke der Klingnauer gewarnt, dennoch kassieren wir auf diese Weise einen frühen Gegentreffer», ärgerte sich Koblenz-Trainer Detlef Bruckhoff. Mit viel Kampfgeist strebte sein Team den Ausgleichstreffer an, doch fehlte es im Abschluss vorerst an der Effizienz. Mit dem 0:1 zur Pause war indes weiterhin für Spannung gesorgt.

Kurz nach dem Seitenwechsel setzten die Klingnauer ihre spielerische Überlegenheit unter Beweis. Nach einem weiten Ball spielte Topskorer Nexhdet Gusturanaj das Leder mit viel Übersicht zum freistehenden Danijel Kovacevic, welcher mit seinem siebten Saisontor zum 2:0 traf. «Leider fühlten wir uns nach diesem Treffer zu sicher und mit individuellen Fehlern bauten wir ein kampfstarkes Koblenz auf», sagte der Torschütze nach seinem Treffer gegen seinen Stammverein. Der kecke Aufsteiger erarbeitete sich in der Folge mit seiner aggressiven Spielweise ein klares Übergewicht im Mittelfeld. Angriff um Angriff rollte nun Richtung Klingnau-Goalie Dusan Gerath. Ein Sonntagsschuss von Brkic aus 25 Metern zum Anschlusstreffer liess das Bruckhoff-Team wieder hoffen. Und die Zuschauer staunten ob dem Siegeswillen des Aussenseiters: Der eingewechselte Natcha Jongjaroen traf in der 66. Minute per Kopf zum 2:2-Ausgleich. Koblenz witterte nun Morgenluft und wurde in der 89. Minute gar mit dem Siegtreffer durch Egzon Morina belohnt. Auf der Eichhalde gab es für die Koblenzer Spieler und Fans kein Halten mehr.

«Die Umstellungen zur Pause haben sich ausbezahlt und unser Sieg ist verdient», zeigte sich Bruckhoff glücklich. Weniger erfreut zeigte sich auf der Gegenseite Radi Schibli, der sich die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte anders vorgestellt hatte: «Dies war ein starker Auftritt des FC Koblenz, während wir nicht zu unserem Spiel fanden. Leider liess der Schiedsrichter von Beginn an zu viel laufen und der Siegtreffer war nicht korrekt.» Aus Sicht der Klingnauer übersah der Unparteiische vor dem 3:2 ein Foul eines Koblenzers, was zur Entscheidung führte. Für Spannung pur war also bis zum Schlusspfiff gesorgt.