Leuggern
Erne-Metallbau-Liegenschaft verkauft – neuer Besitzer ist auch ein Traditionsunternehmen

Mit der Karl Vögele Hoch- und Tiefbau AG aus Reuenthal zieht schon bald ein anderes Traditionsunternehmen in der Erne-Liegenschaft ein. Der Kauf ist bereits vertraglich besiegelt worden.

Philipp Zimmermann
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Vögele kauft Erne-Metallbau-Liegenschaft
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Die neuen Besitzer haben den Kaufvertrag bereits unterschrieben.
Die Logos der H. Erne Metallbau AG an der Halle ist entfernt worden. Das Bild stammt vom Anfang Oktober 2016.
Blick in die nun leere Produktionshalle.
Dieses alte Firmenschild an einem Eingang wird demnächst auch verschwinden.
Der Aussenplatz neben der Gewerbehalle im Steiächer. Hier wird die Vögele Bau- und Hochbau AG Baumaterialien deponieren.
So sieht die Liegenschaft aktuell aus.
So sieht die Liegenschaft aktuell aus.
So sieht die Liegenschaft aktuell aus.
Die Liegenschaft im Oktober kurz nach dem Konkurs: Damals befanden sich noch Firmenfahrzeuge, Maschinen und Waren auf der Liegenschaft der konkursiten H. Erne Metallbau AG. Im Februar wurde der Grossteil des Inventars öffentlich versteigert.
Bei der Versteigerung kam es zu einem Grossaufmarsch von Schnäppchenjägern.
«Ich bin seit 24 Jahren in der Branche tätig», sagt Liquidator Jakob Aeschlimann (im Bild). «Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.»
Gross war an der Versteigerung nicht nur der Andrang, sondern auch der Erlös: Er betrug 650'000 Franken.

Vögele kauft Erne-Metallbau-Liegenschaft

Philipp Zimmermann

Keine drei Monate ist es her, seit das Inventar der konkursiten H. Erne Metallbau AG aus Leuggern versteigert wurde. Nun steht der neue Besitzer der Liegenschaft mit den zwei Parzellen im Gewerbegebiet Steiächer fest. Es handelt sich um die Karl Vögele Hoch- und Tiefbau AG aus dem benachbarten Reuenthal. "Wir haben den Kaufvertrag für die Liegenschaft unterschrieben", sagt Geschäftsführer Markus Vögele der az. Er ist zusammen mit Stephan Gassmann Besitzer in dritter Generation des Traditionsunternehmens, das 30 Mitarbeitende beschäftigt. Karl Vögele hatte die Firma 1944 gegründet.

Umzug bis August

Die neuen Eigentümer haben bereits Spuren hinterlassen: Das Erne-Metallbau-Firmenschild auf der Gewerbehalle haben sie entfernt. Neu hängen dort zwei grosse Plakate ihres Unternehmens, die sie am Samstag dort angebracht haben. Die Fabrikationshalle steht mittlerweile leer.

"Am 15. Juni wollen wir den Bürobetrieb hier aufnehmen", kündigt Stephan Gassmann an. In den folgenden Wochen werden Werkhof und Inventar gezügelt. "Im August wollen wir an unserem neuen Firmensitz starten." Weil das Bauunternehmen nicht alle Büros sowie den Werkstatt-Bereich in der Halle brauchen wird, sucht es noch Mieter.

Mehr über den Konkurs und was danach geschah erfahren Sie in unserem Dossier.

Firmensitz und Büros befinden sich in Reuenthal, der Werkhof seit 2004 im Areal der Chemie-Uetikon in Full. Das Reuenthaler Bauunternehmen war deshalb schon seit drei Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort im Unteren Aaretal. "Wir haben neu endlich Werkhof und Büros am selben Standort", freut sich Markus Vögele. Das werde einige Abläufe vereinfachen.

Attraktiv sei der Standort aber auch, weil das Unternehmen dank der Nähe zur Kantonsstrasse präsenter sein wird. "Für uns ist der Umzug deshalb ein Meilenstein, ja auch eine Riesenchance", sagt Vögele.

Kurz vor dem Konkurs hatte die J&W Verwaltungs AG von Erne-Metallbau-Verwaltungsratspräsident und Ex-Preisüberwacher Werner Marti die Liegenschaft für 4,5 Millionen Franken gekauft. Dies mit dem Ziel, damit den Start der Auffanggesellschaft Erne Anlagenbau AG zu ermöglichen. Andreas und Melchior Lütschg wollten einen Teil des Betriebs mit 20 bis 25 Mitarbeitenden weiterführen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings: Ihre Preisvorstellungen beim Kauf des Inventar lagen mit jenen des Konkursamts zu weit auseinander. Es ging um einen sechsstelligen Betrag.

Kaufpreis unter 4,5 Millionen Franken

Marti kündigte an, dass «die Liegenschaft auch jedem anderen Investor zu den genau gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt» werde, der diese übernehmen und Teile des Betriebs weiterführen wolle. Später übernahm die Erne Anlagenbau die Liegenschaft.

Nun zeigt sich: Marti und die Brüder Lütschg haben ihr Wort gehalten. Er liegt unter 4,5 Millionen Franken. Das bestätigen der az beide Seiten. "Über den genauen Kaufpreis haben wir Stillschweigen vereinbart", sagt Vögele. Lütschg hält fest: "Zudem sind nicht unwesentliche Kosten durch den Verkauf entstanden." Nichtsdestotrotz sagt er: "Der Verkauf ist den Umständen entsprechend als positiv zu bewerten."

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