Erfolgsstory
Aus einem Geburtstagsgeschenk für seine Frau wurde eine Geschäftsidee: Jetzt wird das Oldtimer-Cafe am Klingnauer Stausee überrannt

Patrick Feuz aus Kleindöttingen machte seiner Frau Myriam ein nicht alltägliches Geburtstagsgeschenk: Er restaurierte einen 50-jährigen Citroën-Transporter und baute ihn in einen Foodtruck um. Seit einem Monat verkaufen sie Kaffee und Kuchen auf dem Parkplatz des Klingnauer Stausees und werden dabei überrannt.

Daniel Weissenbrunner
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Der Food-Truck am Klingnauer Stausee ist auch bei kalten Temperaturen sehr beliebt.

Der Food-Truck am Klingnauer Stausee ist auch bei kalten Temperaturen sehr beliebt.

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Not macht bekanntlich erfinderisch. Besonders in Zeiten der Pandemie. Noch nie sind in der Schweiz so viele Firmen neu gegründet worden wie 2020. Knapp 47'000 Unternehmen wurden neu ins Handelsregister eingetragen. Mit der Coronakrise hat Patrick Feuz' Geschäftsidee hingegen nichts zu tun. Beruflich fliegt er Kunden einer Privatfirma zu Terminen. Ein privater Anlass lag auch bei Feuz' aussergewöhnlichem Projekt zugrunde. Er wollte seiner Frau Myriam (52) eine Geburtstagsüberraschung bereiten. Das war vor zwei Jahren.

Seit einem Monat steht dieser Foodtruck beim Klingnauer Stausee.
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Rund 1500 Arbeitsstunde hat Patrick Feuz in die Restauration des 50-jährigen Citroën-Transporters investiert.
Darin bieten Patrick und Myriam Feuz nun Kaffee, Kuchen und Cupcakes an.
Der Foodtruck steht auf dem Parkplatz bein Klingnauer Stausee.
Die Kunden stehen regelmässig Schlange.
«Das Modell ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Sympathieträger», sagt Patrick Feuz.

Seit einem Monat steht dieser Foodtruck beim Klingnauer Stausee.

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Patrick Feuz, der mit seiner Familie in Kleindöttingen wohnt, ist ein versierter Mechaniker und ein Macher. In seiner Freizeit restauriert er Flugzeuge, Töffs und Autos. Seine Frau wiederum stellt für ihr Leben gerne Patisserie her. «Weil unsere Kinder langsam grösser und selbstständiger werden, entsteht Raum für neue Pläne», erzählt der 50-Jährige. So entstand die Idee des Foodtrucks mit Angebot von Süssgebäck.

1500 Arbeitsstunden in den Umbau investiert

Feuz machte sich bei der Umsetzung seines Vorhabens nicht einfach. Ehefrau Myriam kommt aus der Romandie. Daher sollte das Objekt so authentisch wie möglich sein, das kulturell zu ihr passt. Er machte sich auf die Suche und wurde schliesslich in Deutschland fündig. Feuz entdeckte einen Citroën HY, den legendären Kleintransporter des französischen Autoherstellers mit Jahrgang 1971. «Das Modell ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Sympathieträger», so Feuz.

Er holte den Wagen nach Kleindöttingen und begann, ihn in seiner Garage in ein rollendes Imbiss-Gefährt umzubauen. Rund 1500 Arbeitsstunde hat er in die Restauration investiert, wobei in seinem Fall das Wort «Investition» die falsche Bezeichnung ist. Für Feuz ist es pure Leidenschaft:

Denkbar ist auch ein Partyservice für Firmenevents und private Anlässe

Vor rund einem Monat fand nun das Roll-out statt – nachdem Feuz die nötigen Bewilligungen bei den zuständigen Stellen eingeholt hatte. Als Standort wählte das Ehepaar den Parkplatz am Klingnauer Stausee.

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Jeden Sonntag bei schönem Wetter steht ihre umfunktionierte «Wellblechhütte» seither an bester Lage beim Naherholungsgebiet, um Spaziergänger, Sonnenhungrige und Hobbysportler mit Kaffee und Kuchen zu verwöhnen. Das Projekt scheint sich zu einer Erfolgsgeschichte zu entwickeln. «Wir werden förmlich überrannt», sagt Patrick Feuz.

Patrick und Myriam Feuz in ihrem Foodtruck.

Patrick und Myriam Feuz in ihrem Foodtruck.

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Trotz des gelungenen Starts: Ein Businessplan existiert nicht. «Wir machen das aus Spass und sind glücklich, wenn die Leute Freude haben», sagt Feuz. Ausbaufähig ist ihr Konzept gleichwohl. Das Ehepaar schliesst nicht aus, dass sie mit ihrem Oldtimer an Firmenevents oder privaten Anlässen künftig einen Partyservice anbieten werden.

Die Gastronews aus dem Aargau:

Wohlen, 14. Mai: Turac Aslan hat in Wohlen Anfang Mai das «Vegano» eröffnet. Dort verkauft er türkisches Fast Food, aber alles vegan.
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Baden, 13. April: Tim Munz übernimmt das «Oberstadt». Der 31-Jährige ist mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.
Mülligen, 21. April: Die Unternehmer Robin Deb Jensen und seine Frau Marloes Tjalsma übernehmen das Restaurant Müli.
Aarburg, 20. April: Gastro-Aargau-Präsident Bruno Lustenberger kocht im Hotel Krone wieder für seine Gäste.
Baden, 19. April: Die Restaurants dürfen ihre Aussenbereiche nach vier Monate langer Schliessung wieder öffnen. Rüeggs aus Untersiggenthal/Remetschwil gehören zu den ersten Gästen im «Schwyzerhüsli».
Baden, 8. April: Das «Armando’s Pane e Vino» feiert mitten im Lockdown Neueröffnung. Im Bild: Inhaber Joel Ibernini und seine rechte Hand, Gastgeberin Nora Fassino.
Künten-Sulz, 18. März: Spitzenkoch Manuel Steigmeier (26) vom Restaurant Fahr kocht neuerdings coronabedingt auch in den Küchen seiner Kunden als sogenannter «Störkoch». Daneben läuft weiterhin das Take-Away Angebot seines Restaurants.
Mülligen, 6. März: Tessa Schneider gibt ihr Restaurant Müli nach zehn Jahren auf.
Boswil, 3. März: «Löwen»-Wirt Pitsch Wyrsch (links) hält sein Take-Away Angebot weiterhin aufrecht. Seit Anfang März allerdings können «Büezer» über Mittag auch in seiner Beiz speisen.
Stein, 27. Februar: Das Alte Zollhaus am Steiner Brückenkopf bietet derzeit einen recht trostlosen Anblick. Bei der Referendumsabstimmung vom 7. März wird mitunter darüber entschieden, ob die Liegenschaft in private Hand wechselt, sowie aufgewertet und umgenutzt wird.
Waltenschwil, 26. Februar: Auf dem Parkplatz des Restaurants «Volare» sind derzeit keine Autos, sondern Wohnmobile zu finden. Adriano Caranci bewirtet seine Gäste in ihrem Wohnmobil auf seinem Restaurantparkplatz.
Unterentfelden, 24. Februar: Die Unterentfelder eine Sammelaktion für ihre einzige Dorfbeiz, das Restaurant Post, gestartet. Keine 24 Stunden später sind die 18'000 Franken bereits zusammen. Die der Wirtefamilie Sengül und die Initianten können es kaum fassen.
Wettingen, 24. Februar: Mit Ideenreichtum und kleinen Aktionen wie der Krisenkiste, der Quarantänebox oder einem Strassenverkauf stemmte sich Lägerebräu gegen die Auswirkungen der Pandemie. Das überschüssige Winterbier wurde unter die Leute gebracht.
Herznach, 23. Februar: Im Dezember 2020 haben Markus und Urs Müller die frühere Metzgerei Gasser übernommen. Das Team freut sich über den gelungenen Start: Das Geschäft sei «sehr gut angelaufen, die Umsätze stimmen».
Rheinfelden, 20. Februar: Am 1. April will ein neues Bistro am Rheinufer «festmachen:» «Dock 11» soll es heissen und laut Andreas Probst, der das Bistro mit seiner Schwester führen wird, Hafenfeeling im Zähringerstädtchen verbreiten.
Aarau, 17. Februar: Es ist noch ein langer Weg, bis das KIFF 2.0 eröffnet werden kann. Auf dem Weg zum grossen Ziel ist den Initianten aber ein grosser Schritt gelungen: Sie fanden in der Aargauischen Kantonalbank einen Hauptsponsor.
Baden, 17. Februar: Für Felix Meier, Chef von "Müllerbräu", gibt es trotz der schwierigen Lage aufgrund der Pandemie eine gute Nachricht: Die Leute trinken deutlich mehr Bier zu Hause als vor Corona.
Rietheim, 13. Februar: Sali Mehmetaj, der ehemalige Koch des Restaurants Krone, übernimmt auf Anfang März den Betrieb. Anbieten will er Schweizer und internationale Spezialitäten wie heisser Stein und als Besonderheit Cordon-bleu-Festival.
Bözen, 12. Februar: Das Restaurant Post bietet neben dem Take-away-auch ein «Do it yourself»-Angebot mit Video-Anleitung für den Genuss zu Hause.
Würenlingen, 12. Februar: Nach einem schwierigen Jahr für Andreas Meier, Besitzer des Weinguts zum Sternen, entstand die Idee, die Kunden mit einem Degustationskoffer mit zwölf verschiedenen Weinen «gluschtig» zu machen.
Stetten, 11. Februar: Auch Schnapsbrenner Lorenz Humbel setzt die Coronakrise zu. Doch Not machte erfinderisch: Mit seinem Desinfektoinsmittel auf Kirschbasis schaffte es Humbel mit dem «edelsten Desinfektionsmittel der Schweiz» in die nationalen Schlagzeilen.
Aarau, 8. Februar: Vor sieben Jahren rief Urs Marrer (l.) mit seinem langjährigen Freund, Küchenchef Robin Dürlewanger, das «Beluga» ins Leben. Einst zum besten Lokal Aaraus gekürt, muss das Restaurant nun wegen Krankheit und den Auswirkungen der Coronapandemie schliessen.
Endingen, 2. Februar: Patrick Arnold betreibt ab der kommenden Saison 2021 den Kiosk in der Badi Endingen. «Ich suche eine neue Herausforderung», sagt der gelernte Koch.
Muri, 29. Januar: Burkard Kreyenbühl bäckt vor seiner Filiale seit kurzem frisches Holzofenbrot. So kann er seine Angestellten in der Backstube trotz wegen Corona geschlossenem Café beschäftigen.
Gränichen, 29. Januar: Thomas Rey (63) war langjähriger Koch im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Im August geht er in Rente.
Niederrohrdorf, 25. Januar: Roberto Kaiser war im Catering tätig. Seit Corona betreibt er einen VW-Foodtruck und serviert unter anderem Uruguayische Chivitos und argentinische Chimichurri-Sauce.
Uezwil, 12. Januar: Generationen kauften im Uezwiler «Stiefeliryter» Brot, assen im Restaurant oder tranken in der Bar. Mitte Januar wird er abgerissen.
Schöftland, 10. Januar: Das Lokal «Haltestelle» wurde abgerissen. Die Schöftler Innenarchitekten Markus Würgler und Dominic Bäni bewahrten 33 Stühle vor der Schuttmulde
Veltheim, 6. Januar: Pächter Christian Schübert will im Februar mit dem Konzept «Trinity» im Gasthaus Bären neu starten.
Bad Zurzach, 4. Januar: Der Traditionsgasthof Schlüssel verschwindet. An seiner Stelle werden Wohnungen gebaut. Das Tavernenrecht im seit zwei Jahren leerstehenden Gebäude im Bad Zurzacher Ortskern bleibt allerdings erhalten.
Wohlen, 4. Januar: Mit der Eröffnung ihres «Tom’s Diner» in Wohlen erfüllt sich für Carmen Stadelmann und Thomas Gieler heute ein lang gehegter Traum.
Leibstadt, 31. Dezember: Ein halbes Jahrhundert haben Theres und Urs Welte-Michel ihre Gäste im Landgasthaus «Schützen» bewirtet. 1970 übernahmen sie es in dritter Generation – jetzt schalten sie einen Gang zurück.
Villmergen, 31. Dezember: Die Wohler Frits van der Graaff und Sarah Dubler wagen trotz Coronakrise etwas in der Gastronomie und haben das Villmerger Bistro «Güggibueb» neu gepachtet.
Schinznach, 22. Dezember: Rettung in letzter Sekunde: Der «Bären» schlägt im 2021 neues Kapitel auf. Der Betrieb des Schinznacher Gasthofs soll dank einer neuen GmbH gewährleistet bleiben.
Wohlen/Brugg, 22. Dezember: Weil die Kunden wegblieben, hat Marco Polo seine Hotels in Wohlen und Brugg zu möblierten Wohnungen umgestellt. Das Hotel Sonne in Bremgarten bleibt wie bisher. Und in Bremgarten gibt es bald Take-away-Sushi.
Gränichen, 17. Dezember: Ein emotionales Schreiben erreichte die Gäste des Erlebniswirtshaus Rütihof am Mittwoch. Wirt Andreas Fetscher informiert über die temporäre Schliessung bis März 2021 – aber auch über die ungewisse Zukunft.
Bözberg, 17. Dezember: Die Türen des traditionsreichen Landgasthofs Vierlinden an der Bözbergstrasse bleiben zu. Im Amtsblatt ist der Konkurs der Vierlinden Gastro GmbH vorläufig publiziert.
Koblenz, 16. Dezember: Ferdinand und Angie Breg verkaufen die Liegenschaft samt Gasthaus «Engel». Was mit dem Lokal passiert, ist ungewiss. Das Ehepaar hat derweil im Kanton St. Gallen eine neue Herausforderung gefunden.

Wohlen, 14. Mai: Turac Aslan hat in Wohlen Anfang Mai das «Vegano» eröffnet. Dort verkauft er türkisches Fast Food, aber alles vegan.

Britta Gut

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