Döttingen
Er war vom ersten bis zum letzten Tag mit Herzblut im Altersheim dabei

René Bernhard tritt nach 13 Jahren als Leiter des regionalen Altersheims in Döttingen vorzeitig in den Ruhestand. Der Kontakt zu den Bewohnern war in dieser Zeit stets ein wichtiges Element.

Thomas Bucher
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René Bernhard tritt nach 13 Jahren als Leiter des regionalen Altersheims zurück.

René Bernhard tritt nach 13 Jahren als Leiter des regionalen Altersheims zurück.

Am 15. August 2000 trat René Bernhard seinen Posten als Heimleiter im Regionalen Altersheim Unteres Aaretal in Döttingen an. Es war nicht nur für Bernhard ein ereignisreicher Tag: Hubert Kramer kam am selben Tag als Bewohner ins Heim. «Kramer ist ein Dorforiginal und der einzige seit damals verbliebene Bewohner», sagt Bernhard.

Kramer bleibt, Bernhard geht nun mit 62 Jahren frühzeitig in Pension. «Ich höre auf dem Höhepunkt auf, und es fühlt sich gut an. Jetzt muss ich zuerst einmal meine Batterien aufladen.» Bernhard will nun mehr Zeit mit der Familie verbringen sowie Haus und Garten geniessen.

Vor seiner Zeit in Döttingen war Bernhard Leiter einer Reha-Klinik in Baden. Als Bernhard seinen Wechsel in ein Altersheim bekannt gegeben habe, sei er von einigen seiner Kollegen in ähnlichen Positionen belächelt worden. René Bernhard: «Die Anforderungen an Alters- und Pflegeheime waren damals noch nicht so hoch wie heute.» Doch die aus Sicht seiner Kollegen einfachere Aufgabe bedeutete für Bernhard und andere Heimleiter mehr und mehr eine Herausforderung. Seinen Wechsel habe er keinen Moment bereut.

Manager im Dschungel der Gesetze

René Bernhard führte während 32 Jahren Institutionen im Gesundheitsbereich im Kanton Aargau. «Ich sah einige Gesundheitsdirektoren kommen und gehen – und es gab immer mehr administrative Arbeit», erzählt Bernhard. Zum Beispiel würden heute qualitätssichernde Massnahmen verlangt: Der Druck auf die leitenden Mitarbeitenden sei durch die externen Audits gestiegen. «Wir müssen jährlich ein Reporting abliefern. Die Krankenkassen überprüfen uns ebenfalls», so Bernhard. Bei seinem Amtsantritt vor 13 Jahren war Qualitätssicherung in dieser Form noch kein Thema.

Wichtiger Draht zu den Bewohnern

Im Dschungel der Gesetze und Vorschriften hat Bernhard versucht, den persönlichen Kontakt zu den Menschen zu behalten und zu pflegen. «Ein mittelgrosses Heim wie dieses ermöglicht ein persönliches Führen», sagt Bernhard. 64 Festangestellte verteilen sich auf 64 Bewohner. «Für mich hatte erste Priorität, dass sich die Bewohner in ihrem letzten Lebensabschnitt wohlfühlen. Das galt selbstverständlich auch für meine Mitarbeitenden.»

Andererseits ist der Bedarf nach Pflege in den letzten Jahren laut Bernhard stark gestiegen: «Der Anteil an Pflegebedürftigen ist viel höher als der Anteil der Altersheim-Bewohner.» So habe sich aus dem einst gebauten Altersheim mehr und mehr ein Pflegeheim entwickelt.

Ratgeber für jüngere Kollegen

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Gesundheitswesen wurde Bernhard oft um Rat gefragt: «Mit der Zeit bekommt man eine gewisse Routine. Ich war in der Region lang der Dienstälteste mit viel Erfahrung in der Heimleitung sowie im Gesundheitswesen.» Oft hätten ihn jüngere Kollegen um Rat gefragt, was ihn mit Stolz erfüllt habe.

Vom ersten bis zum letzten Tag sei er mit Herzblut dabei gewesen. Am Montag hat René Bernhard allen die Hand geschüttelt – auch Bewohner Kramer, dem Dorforiginal, der Bernhard wohl noch lange an seine 13 Jahre im Altersheim erinnern wird.

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