Döttingen
Energie aus dem "blauen Gold"

Bereits zum zehnten Mal fand am Samstag der "Energyday" statt: Auf dem ehemaligen Werkhof der Firma Birchmeier informierten sich urnd 60 Interessierte unter anderem über neue Methoden der Energiegewinnung.

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Daniel Thut erklärt das Birchmeier-Mini-Kraftwerk am Mühlebach.
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Energyday Döttingen
Lance Erni (7) und Roman Laube (8) lassen ihre selbstgebastelten Boote stromaufwärts fahren.
Seit über hundert Jahren Strom aus Wasserkraft. Hydraulisches Kraftwerk Beznau.
Strom-Boje, welche dereinst in der Aare Strom produzieren soll für rund 600 Haushalte.

Daniel Thut erklärt das Birchmeier-Mini-Kraftwerk am Mühlebach.

Katrin Brunner

Auf den ersten Blick wurde dem Betrachter noch nicht ganz klar, welche Funktion der schwarze und trichterförmige Gegenstand haben sollte, der prominent ausgestellt war. Dies wurde bei den Ausführungen von Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Netzdienstleistungen der IBB Energie AG, aber schnell verständlich, als er ein in Österreich entwickeltes Strömungskraftwerk näher vorstellte. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Strom-Boje, die in der Strömung schwimmt und fast unsichtbar ist.

Geplant seien vorerst sechs Bojen in der Aare bei Brugg, deren Betrieb und Installation rund 3,5 Millionen Franken kosten soll. «Diese Bojen stellen auch für Fische keine Gefahr dar, was verschiedene Tests ergaben», erklärte Ramuz. «Mit diesen Bojen könnten wir rund 400 bis 700 Haushalte mit Strom versorgen.» Einziger Wermutstropfen: Noch hat der Bund den Bau von sogenannten Kleinkraftwerken gestoppt. Die Besucher liessen sich aber gern über diese und auch weitere Methoden zur alternativen Energiegewinnung sowie Tipps zum Sparen informieren.

Kraftwerk als «Hobby» installiert

Organisiert wurde der diesjährige «Energyday» in Döttingen von der Arbeitsgruppe Energie von ZurzibietRegio und den Energiekommissionen der Gemeinden Döttingen, Lengnau, Schneisingen und Bad Zurzach. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Privatpersonen zusammen. Der Informationsanlass wird mit Unterstützung des Bundesamtes für Energie (BFE) jedes Jahr am Samstag vor der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit organisiert.

Was einige der Besucher nicht wussten: Auf dem Areal des ehemaligen Werkhofes verrichtet das kleine Wasserkraftwerk von Georg Birchmeier seit 1946 zuverlässig seinen Dienst. Dieses sei jedoch mehr als «Hobby» des Patrons am Mühlebach installiert worden denn als Energiequelle, wie Daniel Thut, Werkmeister und Allrounder der Firma Birchmeier, erklärte.
Wer ob der vielen Informationen am Nachmittag noch genügend Energie hatte, der konnte per Shuttlebus entweder das hydraulische Kraftwerk Beznau besuchen oder das sich noch in Bau befindende Schneckenkraftwerk in Lengnau, welches aber demnächst eingeweiht wird. Beides sind würdige Vertreter, wie aus dem «blauen Gold» Energie wird.