Planungsverband
Einsatz für das Zurzibiet an vielen Fronten

An seiner Sitzung hat sich der Planungsverband Zurzibiet mit einer Vielzahl von Themen befasst. Ihnen allen gemein ist, dass sie die Zukunft des Bezirks zum Gegenstand haben.

Louis Probst
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Bund, Kanton und Gemeinden investieren insgesamt 70 Millionen Franken in den Umbau der Bahnhöfe Döttingen und Koblenz (Bild).

Bund, Kanton und Gemeinden investieren insgesamt 70 Millionen Franken in den Umbau der Bahnhöfe Döttingen und Koblenz (Bild).

AZ

Es stand zwar nicht offiziell auf der Traktandenliste, das Raumplanungsgesetz, das im kommenden März zur Abstimmung gelangt. Aber dieses Gesetz, oder vielmehr seine zu erwartenden Auswirkungen -- vorausgesetzt, das Gesetz wird angenommen – hat an der Vorstandssitzung des Planungsverbandes Zurzibiet doch breiten Raum eingenommen. Bedenken bestehen offensichtlich darüber, wie weit Einzonungen – und damit ein gewisses Wachstum – für die Zurzibieter Gemeinden noch möglich sein würden. Felix Binder, Präsident des Planungsverbandes, stellte im Hinblick auf das künftige Richtplanverfahren jedenfalls fest: «Es wird in dieser Region wenig Gewinner geben.»

Reto S. Fuchs (Bad Zurzach) sagte: «Es ist klar, dass kleine Gemeinden in Randregionen auf der Verliererseite stehen werden. Denn klares Ziel des Raumplanungsgesetzes ist die Zentralisierung. Wir müssen uns daher professionalisieren und gemeinsam auftreten.» Teil dieser Professionalisierung ist das neue Regionalmanagement. Zurzeit sind drei Modelle in der Vernehmlassung.

Ebenfalls in der Vernehmlassung befindet sich die Studie über den Mobilen Individualverkehr MIV. Im Vordergrund stehen dabei, wie Fritz Tauer (Kaiserstuhl) sagte, fünf Punkte: die Umsetzung der Netzstrategie; die Forderung der Region Zurzibiet nach einem Baldeggtunnel; ein neuer Grenzübergang Koblenz Ost, verbunden mit flankierenden Massnahmen; die Ostumfahrung Bad Zurzach sowie das klare Bekenntnis zur Förderung des öffentlichen Verkehrs.

Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Verkehr zu sehen ist auch der Umbau der Bahnhöfe Döttingen und Koblenz, in den Bund, Kanton und Gemeinden insgesamt 70 Millionen Franken investieren und der grundlegende Veränderungen im Angebot bringen wird.

Eine zumindest halbwegs erfreuliche Mitteilung konnte Felix Binder zum Baldeggtunnel machen. Der Tunnel soll Ende 2014 im Richtplan festgesetzt werden. Im kommenden Jahr wird eine Vernehmlassung stattfinden. Überrascht zeigte sich Felix Binder angesichts eines Stimmungsumschwungs in Sachen Baldeggtunnel. «Wir sind da politisch relativ allein», stellte er fest. Das obwohl der Tunnel sowohl in der Region Brugg als auch in der Region Baden erhebliche Reduktionen der Verkehrsbelastung ermöglichen würde. «Es braucht den Baldegg-Tunnel nicht wegen des Zurzibiets», betonte Felix Binder. «Die Verkehrs-Verursacher sind anderswo zu suchen. Das Thema Grenzverkehr wird völlig ausser Acht gelassen. Mit täglich mehr als 10000 Fahrzeugen ist Koblenz der am stärksten belastete Grenzübergang ohne Autobahn.»

Marcel Baldinger (Fisibach) und Peter Hirt (Döttingen) orientierten über die Arbeit in den Tiefenlager-Regionalkonferenzen Nördlich Lägern und Jura Ost. In beiden Gebieten werden neue Potenzialräume für Standorte von Oberflächenanlagen in die Betrachtung einbezogen. Im Gebiet Lägern Nord sind das zehn neue Potenzialräume. Darunter befinden sich im Aargau neu Fisibach-Schneisingen sowie der Steinbruch Mellikon. Im Gebiet Jura Ost wird zusätzlich der Standort Effingen in die Bewertung einbezogen.

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