Projekt Rheintal+
Eine grosse Zurzibieter Hochzeit mit 10 Gemeinden bahnt sich an

Zehn Gemeinden im Studenland prüfen unter dem Projekt Rheintal+ den Zusammenschluss. Mit diesem käme das Zurzibiet auf einen Schlag zu einer 8000-Seelen-Gemeinde.

Stefanie Garcia Lainez und Roman Huber
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Diese zehn Zurzibieter Gemeinden prüfen eine Fusion.

Diese zehn Zurzibieter Gemeinden prüfen eine Fusion.

Marco Tancredi

Mit einem Flyer wird die Bevölkerung der zehn Gemeinden aus dem Rheintal-Studenland eingeladen, sich am 24. Januar im Ebianum in Fisibach über das Fusionsprojekt genauer zu informieren.

Am 6. April 2017 soll ein erster Meilenstein erfolgen: An ausserordentlichen Gemeindeversammlungen in allen zehn Gemeinden werden die Stimmberechtigten über einen Kreditantrag für eine vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses befinden können. Mit diesem Zusammenschluss käme das Zurzibiet auf einen Schlag zu einer 8000-Seelen-Gemeinde.

Vor einem Jahr haben sich elf Gemeinden von Kaiserstuhl bis Rietheim für eine gemeinsame Entwicklung ausgesprochen. Mit dem neu geschaffenen «Wir-Gefühl» wollten die Gemeinden alle Potenziale ausloten für eine gemeinsame Entwicklung in verschiedenen Bereichen. «Es ist nicht das Ziel, eine Fusion vorzubereiten», sagte damals Reto S. Fuchs, Gemeindeammann von Bad Zurzach. Nun steht aber fest: Zehn der elf Gemeinden wollen eine Fusion prüfen: Rietheim, Bad Zurzach, Rekingen, Baldingen, Mellikon, Böbikon, Wislikofen, Rümikon, Fisibach und Kaiserstuhl. Siglistorf hat sich aus den Fusionsgesprächen verabschiedet, steht aber positiv zum Projekt «Rheintal+».

Seit Januar dieses Jahres befassen sich fünf Arbeitsgruppen mit Vertretern aus Behörden und Verwaltung mit verschiedenen Themenbereichen. Unter anderem ging es um eine gemeinsame Tourismus-Strategie und eine Vernetzung mit Bad Zurzach, eine regionale Bauverwaltung, Stärkung des öffentlichen Verkehrs sowie des Oberstufenstandortes Bad Zurzach – und auch um einen möglichen Zusammenschluss der Gemeinden unter externer Begleitung.

Immer wieder ein Thema

Das Fusionsthema ist im Zurzibiet in den vergangenen Jahren wiederholt auf den Tisch gekommen. Trotz mehreren interkommunalen Flirts hat es nur zu einer Heirat gereicht, nämlich zwischen Endingen und Unterendingen im Jahre 2014. Nicht geklappt hat es im unteren Aaretal: In Döttingen hatten die Stimmberechtigten das Vorhaben im März 2013 abgelehnt. Klingnau hingegen hätte den Zusammenschluss angenommen.

Doch schon früher kam es wiederholt zu verschiedenen Zusammenschlussgesprächen, so zwischen den Gemeinden Bad Zurzach und Rietheim, Siglistorf und Schneisingen (Projekt «Zämespanne») sowie den Surbtalgemeinden. Bislang blieb es jedoch bei der Zusammenlegung von Verwaltungsaufgaben, dies jedoch primär aus Kostengründen. Mit der Vision Zurzibiet wurde dann die Idee verfolgt, nach dem Muster des Kantons Glarus den ganzen Bezirk in drei politische Gemeinden zusammenzufassen. Trotz einiger Anstrengungen versandete dann auch dieses Projekt.

Gelb: Laufende Zusammenschlussprojekte

Rot: Realisierte oder Genehmigte Zusammenschlussprojekte seit 2010

Blau: Idee für eine Regionalstadt Baden-Wettingen

Violett: Die 10 Gemeinden des Fusionsprojekts Rheintal+