Bad Zurzach
Eine ganze Region spielt die heilige Verena – und ein Asylbewerber fehlt noch

Die Vorbereitungsarbeiten für das Freilichttheater auf dem Kirchlibuck laufen auf Hochtouren. Die Proben verlaufen lustbetont bis anregend. Die Finanzierung ist fast gesichert.

Angelo Zambelli
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Bei den Proben gehen die Darsteller aus sich heraus.

Bei den Proben gehen die Darsteller aus sich heraus.

zvg

«Die Finanzierung des Verenaspiels ist fast geschafft, die Darsteller bis auf wenige Ausnahmen gefunden, das Gastronomiekonzept ausgearbeitet, der Vorverkauf und die Proben angelaufen und der Regisseur am inszenieren.» Fredy Diener, Präsident des Vereins «Verenaspiel 2014», hat allen Grund, sich zu freuen. Die Vorbereitungen für das Verenaspiel auf dem Kirchlibuck westlich der Rheinbrücke sind schon weit gediehen.

Einiges muss noch erledigt werden. Gesucht werden weitere Sponsoren, zusätzliche Statisten sowie ein Mann und eine Frau, die tragende Rollen übernehmen können. «Konkret fehlt uns ein 35- bis 45-jähriger Mann, der in der Lage ist, einen Asylbewerber zu geben», sagt Vereinspräsident Fredy Diener.

Serviert wird: «Cholera» – eine Walliser Spezialität

Beim kulinarischen Angebot hat sich das Organisationskomitee des Verenaspiels etwas Besonderes einfallen lassen: Als Vorprogramm können sich die Theaterbesucherinnen und -besucher in den Gasthäusern zur Waag und zum Schwert sowie im Turmhotel kulinarisch verwöhnen und gleichzeitig mit einer szenischen Einstimmung zum Freilichtspiel unterhalten lassen.

Im Messehof der «Waag» wird nach römischem Vorbild getafelt, im Turnhotel gibts ein gediegenes Dinner mit Aussicht auf den Flecken und den nahen Schwarzwald, und im Gasthof zum Schwert werden traditionelle Walliser Spezialitäten serviert. Aufgetischt wird unter anderem «Cholera», ein Gemüsekuchen aus Lauch, Kartoffeln, Käse und Äpfeln. Woher die Bezeichnung stammt, ist nicht restlos geklärt. Eine Version besagt, dass während der Cholera-Epidemie um 1830 die Walliser ihre Häuser wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr verliessen und eine Mahlzeit zubereiteten, deren Zutaten in den Häusern und Gärten verfügbar waren. (Za)

«Ideal wäre ein Darsteller mit den Zügen eines Mannes aus dem Nahen Osten oder aus Nordafrika.» Gesucht wird überdies eine junge Frau mit dem Profil einer Misswahl-Kandidatin. Als Gegenleistung verspricht Diener «viel Spass bei den Proben sowie bleibende Erinnerungen an eine aufregende Zeit in einem guten Team».

Die vor einiger Zeit angelaufenen Proben im Propsteisaal bezeichnet Diener als «lustbetont und anregend.» Auf dem Kirchlibuck wird geprobt, sobald es das Wetter zulässt.

Kirchlibuck – ein magischer Ort

Das «Verenaspiel 2014», geschrieben von Hannes Glarner und inszeniert von Hannes Leo Meier, wird von Anfang August bis Anfang September auf dem «Chilebückli», wie der Spielort von der Bevölkerung liebevoll genannt wird, aufgeführt. Auf dem geschichtsträchtigen Gelände befinden sich eine Burgkapelle sowie die Reste eines römischen Doppelkastells aus dem 4. Jahrhundert – «ein geradezu magischer Ort für unser Spiel», findet Diener. «Wir werden ihn in eine Kunstwelt verwandeln.»

Die Geschichte des Fleckens Bad Zurzach ist eng mit der Geschichte der heiligen Verena verbunden. Gemäss der Legende soll sie als Pfarrersmagd und wundertätige Nonne im Ort tätig gewesen und um 344 gestorben sein. Ihr geweiht ist das Verenamünster. In der Krypta des Münsters befindet sich eine Grabplatte mit dem Bildnis der Heiligen.

Platz für 8000 Personen

«Mit der Freilichtaufführung werden wir zwischen 6500 und 7000 Personen nach Bad Zurzach bringen», schätzt Fredy Diener. Das Verenaspiel sei für die Region eine gute Gelegenheit, sich von seiner besten Seite zu zeigen.

Fredy Diener betont, dass das Verenaspiel 2014 nicht eine Bad Zurzacher Angelegenheit sei, sondern von der ganzen Region getragen werde. «Es ist genial, dass sich alle Gemeindeammänner des Bezirks hinter das Projekt gestellt haben und alle Gemeinden einen Beitrag von 50 Rappen pro Einwohner leisten.

Bundesrätin, Axpo-Chef, Bischof

Bemerkenswert ist auch das Unterstützungskomitee, angeführt von Bundesrätin Doris Leuthard und den Ständerätinnen Pascale Bruderer Wyss und Verena Diener, die nicht nur ihres Namens wegen, sondern aus Überzeugung zugesagt hat, dem Komitee beizutreten.

Weitere illustre Namen sind Nationalrat Hansjörg Knecht, Regierungsrat Alex Hürzeler Kulturfrau Monika Schärer und Axpo-Chef Heinz Karrer. Mit ins Boot geholten wurden auch kirchliche Würdenträger wie Luc Humbel, Kirchenratspräsident der katholischen Landeskirche Aargau, Markus Thürig, Generalvikar des Bistums Basel sowie Felix Gmür, Bischof von Basel.