Bad Zurzach
Einblick in die faszinierende Welt der Pilze

Der Verein für Pilzkunde hat im Gemeindezentrum Langwies ausgestellt, was die Pilzwelt derzeit zu bieten hat.

Louis Probst
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265 Pilzarten wurden an der Ausstellung gezeigt.

265 Pilzarten wurden an der Ausstellung gezeigt.

André Albrecht

Wenigstens der Fliegenpilz lässt keine Zweifel offen. Wohl jedes Kind kennt ihn und seine Eigenschaften. Aber nicht bei allen Pilzen ist das so einfach. Es muss ja nicht gleich der vermeintliche Champignon sein, der sich bei der Kontrolle als hochgiftiger Knollenblätterpilz entpuppt. Es könnte ja auch beispielsweise ein Gallenröhrling sein, der sich unerkannt unter die Steinpilze im Körbchen gemischt hat, und nun das schönste Pilzgericht verdirbt.

Ob geniessbar, ungeniessbar oder giftig: An der Pilzausstellung im Gemeindezentrum Langwies in Bad Zurzach liegen sie einträchtig nebeneinander in flachen Schalen, die Pilze. Farbig beschriftete Täfelchen – rot für giftig, blau für ungeniessbar und grün für geniessbar – geben unmissverständlich Auskunft darüber, um welche Art es sich da handelt.

Fachkundig die einen oder einfach nur fasziniert von der Vielfalt der Pilze, die andern, folgen die Besucherinnen und Besucher den Tischen mit den Exponaten, heben eine Schale hoch, um einen Pilz genauer zu betrachten oder zu beriechen. Auf grosses Interesse stossen die einheimischen Trüffel, die Lucia Widmer vorstellt. Sie ist mit ihrem Trüffelhund «Bonita» an der Ausstellung dabei. Er hat im Frühjahr einen 240 Gramm schweren Trüffel erschnuppert.

265 verschiedene Arten

«Es ist erstaunlich, was man findet», sagt Susanne Humbel, die «Pilzobfrau» des Vereins für Pilzkunde Bad Zurzach. «Wir haben zwar etwas weniger Pilze an der Ausstellung als letztes Jahr. Aber wir können doch 265 Arten zeigen. Das ist schon bemerkenswert.»

Vor wenigen Tagen sind die Mitglieder des Vereins ausgeschwärmt, um Pilze für die Ausstellung zusammenzutragen. «Man kann nicht zu früh mit dem Bereitstellen der Exponate beginnen», gibt Susanne Humbel zu bedenken. «Bestimmte Pilze, wie etwa die Tintlinge, zerfliessen im Verlauf eines Tages förmlich.»

Eigentlich, sagt Susanne Humbel, habe das Pilzjahr recht gut begonnen. «Seit Mitte September hat aber die Zahl der Pilze abgenommen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass das wieder kommt. Vor allem den Steinpilz und den Maronenröhrling findet man.» Fridolin Wenzinger vom Verein für Pilzkunde kann dem nur beipflichten. «Die Saison hat nicht schlecht angefangen», sagt er. «Wenn es noch etwas warm bleibt, kommen die Pilze wieder. Gestern habe ich einige Maronenröhrlinge gefunden. Man muss zufrieden sein.»

Pilze jedenfalls, soviel wird im Gemeindezentrum rasch klar, üben eine grosse Faszination auf den Menschen aus. Sei das nun wegen der erstaunlichen Eigenschaften und Funktionen oder ganz profan angesichts der Vorstellung eines leckeren Pilzgerichtes oder von etwas Trüffel auf der Pasta. Da kann sich Peach Weber lange über die «Pilzli» lustig machen.

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