Endingen
Ein Suhrer rettet das Feuerwehrmuseum in Endingen

Nach dem Tod von Walter Huber ist die ungewisse Zukunft des Feuerwehr- und Handwerkermuseums in Endingen gesichert. Der Suhrer Samuel Wehrli ist neuer Besitzer und will das Museum mit baulichen Erweiterungen noch attraktiver machen.

Hanny Dorer
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Der neue Besitzer Samuel Wehrli im Coiffeur-Salon des Museums.

Der neue Besitzer Samuel Wehrli im Coiffeur-Salon des Museums.

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«Heute ist ein Freudentag» strahlte Josef Boutellier, Präsident des Aargauischen Feuerwehr- und Handwerkermuseums, als er an einer Sitzung am Mittwochabend bekannt geben konnte, dass man nach zweijähriger intensiver Suche mit Samuel Wehrli, Unternehmer und Ehrenpräsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, nun den Kauf besiegeln konnte.

Anlass zu dieser Investition, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde, bot das 50-jährige Bestehen der Wehrli nahestehenden und in der Beautybranche tätigen Dobi-Inter AG in Suhr. Mit dieser Lösung kann das vom Unternehmerehepaar Walter und Rosmarie Huber-Müller über Jahrzehnte zusammengetragene Sammelgut von Feuerwehr-, Handwerker- und Landwirtschaftsgegenständen in der heutigen Form weiter bestehen.

Auch für ihn sei der Kauf des Museums ein Höhepunkt, sagte Wehrli, der sich als leidenschaftlicher Sammler von Barockmöbeln berühmter Ebenisten outete. Diese werden nun im Schloss Wildenstein einen würdigen Rahmen finden.

Mit dem Feuerwehr- und Handwerkermuseum ist Samuel Wehrli seit dessen Gründung verbunden. Er war damals Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, der zusammen mit dem Aargauischen Feuerwehrverband das Patronat für das Museum übernahm. «Mir hatte es vor allem der alte Coiffeur-Salon angetan, den ich Walter Huber abkaufen wollte. Er wollte ihn mir aber partout nicht geben», schmunzelt Wehrli.

Positive Wende

Den ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern, den Museumsbetreuerinnen und -betreuern und den Vereinsmitgliedern ist das Museum ans Herz gewachsen.

Sie sind deshalb glücklich, dass die seit dem Tod des Gründerehepaars Walter und Rosmarie Huber-Müller entstandene Unsicherheit über den Fortbestand des Museums nun eine positive Wende erfahren hat.

Die Gefahr, dass das Sammelgut durch eine Teilliquidation auseinandergerissen würde, ist gebannt. Die Erbengemeinschaft des Gründerehepaars stellte zur Bedingung, dass das Sammelgut in seiner Gesamtheit erhalten bleiben müsse. Diese Bedingung wird durch das Engagement des Suhrer Unternehmens Dobi-Inter AG erfüllt.

Der neue Besitzer will das Museum in Endingen durch eine zeitgemässe Präsentation des Museumsgutes für Besucher noch attraktiver machen. Die dazu nötigen baulichen Erweiterungen der Räumlichkeiten machen eine Einzonung des Areals erforderlich. Ein entsprechendes Gesuch wurde von der Erbengemeinschaft des Gründerehepaars schon 2011 beim Gemeinderat Endingen eingereicht.

Sammelgut aus vierzig Jahren

Vor bald 40 Jahren entdeckte der gelernte Huf- und Wagenschmied Walter Huber-Müller aus Oberrohrdorf zufällig eine Mülliger-Spritze mit Jahrgang 1864. Damit legte er den Grundstein für das heutige Feuerwehr- und Handwerker-Museum in Endingen.

Walter Huber reiste mit seiner Gattin und später auch mit seinem Sohn Walter während Jahrzehnten von Flohmarkt zu Flohmarkt und trug so Handwerkergegenstände und Feuerwehrutensilien zusammen.

Durch seine geschäftlichen Kontakte zu Bauernfamilien konnte er seine Sammelleidenschaft auch auf landwirtschaftliche Gegenstände vergangener Zeiten ausdehnen. 1999 machte das Ehepaar Huber ihr Lebenswerk als Feuerwehr- und Handwerkermuseum der Öffentlichkeit zugängig.

Seither obliegt der Museumsbetrieb in Endingen dem Verein Aargauisches Feuerwehr- und Handwerkermuseum, der seine Arbeit auch in Zukunft weiterführen wird.

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