Lengnau
Ein Quereinsteiger macht Mode – und will den Jeansmarkt revolutionieren

Ein Surbtaler will mit «Smart Pockets» ein bekanntes Problem lösen – das ist sein Erfolgsrezept.

Ricarda Meyer
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Sascha Hümbeli verkaufte während dreier Tage Jeans im Pop-up-Store an der Badstrasse in Baden.

Sascha Hümbeli verkaufte während dreier Tage Jeans im Pop-up-Store an der Badstrasse in Baden.

Alex Spichale

Wer kennt es nicht? Mann setzt sich hin mit dem Smartphone in der Tasche und schon drückt es von allen Seiten. Bei diesem Problem schafft Sascha Hümbeli nun Abhilfe: Er hat die Modemarke Torland gegründet und stellt Männerjeans mit speziellen Hosentaschen her.

Karriere gemacht hat Adrian Hümbeli, der in Lengnau aufgewachsen ist, rund 15 Jahre lang in der Versicherungsbranche. Seit zwei Jahren arbeitet er nun daran, sein eigenes Geschäft auf die Beine zu stellen. «Ich wollte etwas Neues machen und wagte den Sprung ins kalte Wasser», sagt Hümbeli.

Die Idee, sein Geschäft auf dem Kleidungsmarkt anzusiedeln, kam nicht von ungefähr. Er und seine Freunde störten sich bei Jeans an den kleinen Hosentaschen, die für Smartphones zu wenig Platz bieten. Jeans mit zusätzlichen Hosentaschen auf der Beinaussenseite sollen für mehr Komfort sorgen. Sascha Hümbeli sei bewusst, dass der Jeansmarkt fast ausgeschöpft ist. «Doch der Markt ist gross, sodass es immer eine Nachfrage gibt. Jeans sind für mich wie das Brot beim Essen», sagt Hümbeli.

Nachhaltig produziert

Schnell hat der 50-Jährige Nägel mit Köpfen gemacht und im Juni vergangenen Jahres die Marke Torland gegründet. Durch Empfehlungen von Freunden hat er sich an die Wiener Modedesignerin Karin Pfeifenberger gewandt. Sie fertigt die Schnittmuster der Jeans an. Produziert werden die Jeans in der Türkei. «Mir ist es wichtig, dass ausschliesslich nachhaltige Materialien verwendet werden und die Produktion unter ethischen Standards erfolgt», sagt Hümbeli.

Freunde waren in die Findung des Markennamens und des Logos miteingebunden. Sie haben die Jeans probegetragen und mit ihren Verbesserungsvorschlägen die Modelle optimiert. «Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Tragen des Smartphones in der Hosentasche die Spermienqualität beeinträchtigen kann», sagt Hümbeli, der darin eine Marktlücke gesehen hat. Beim neusten Modell sind die sogenannten «Smart Pockets» mit einem Abschirmgewebe ausgestattet, das die Handystrahlung gegen den Körper um bis zu 95 Prozent reduziert.

Erste Prototypen hat Hümbeli Anfang Juni während dreier Tage in einem Pop-up-Store in Baden ausgestellt. Ansprechen will Hümbeli mit seinen Jeans moderne und gesundheitsbewusste Käufer, die bereit sind, für eine Jeans von guter Qualität 155 Franken zu bezahlen.

Nebst Jeans sind Taschen aus getragenen Jeans und T-Shirts mit Design von Wiener Künstlern Teil des Sortiments. Die Produkte können vorerst über den Onlineshop gekauft werden. In der Schweiz packt Hümbelis Vater beim Versand mit an. «Für den Beginn haben wir in Lengnau ein kleines Lager im Haus meines Vaters eingerichtet», sagt Hümbeli, der den restlichen Vertrieb vom Hauptsitz in Wien aus leitet, wo er inzwischen zu Hause ist.

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