Fisibach
Ein Pilotenfehler führte zum Ballonabsturz in Fisibach

Der tragische Unfall ereignete sich im Juni 2011: Ein Gasballon stürzte bei Fisibach ab, ein Passagier kam ums Leben. Der Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) zeigt: Ein Pilotenfehler verursachte den Absturz.

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Der Gasballon wird geborgen.
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Der Unfallort wurde abgesperrt.
Der Unfallort: Hier schlug der Korb auf dem Boden auf.
Die Helfer räumen die Ballonhülle weg.
Gasballon-Unfall in Fisibach Im Juni 2011
Der Unfallort lag nahe eines Bauernhofes.

Der Gasballon wird geborgen.

Walter Bieri

Der Absturz eines Gasballons aus einer Höhe von rund 3000 Metern in Fisibach im Juni 2011 ist auf einen Pilotenfehler zurückzuführen. Zu dieser Erkenntnis kommt der Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust), der seit Dienstag vorliegt.

Konkret: Der Ballon sei «mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit» mit vollständig geschlossenem Füllansatz über die Prallhöhe gestiegen – also über die Höhe, bei der er prall gefüllt ist. Aus diesem Grund sei die Ballonhülle geplatzt.

Anders gesagt: Mit zunehmender Höhe sei der Überdruck so gross geworden sein, dass die Hülle riss und das Gas schlagartig ausströmte. Denn steigt ein Ballon, dehnt sich das Gas wegen des abnehmenden Luftdrucks aus und das Volumen des Ballons nimmt zu.

«Der Pilot betrieb den Ballon im Widerspruch zu grundlegenden physikalischen Gesetzmässigkeiten», lautet das Fazit der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle.

Unterschiedliche Kräfte

Der Aufprall des Korbes auf einem Baumstrunk führte laut Schlussbericht «aufgrund der Asymmetrie» wahrscheinlich zu sehr unterschiedlichen Krafteinwirkungen auf die Insassen, je nach Position im Korb.

Dieser Umstand könnte erklären, weshalb der Pilot leicht, ein Passagier aber tödlich verletzt wurde.

Geplant war Alpenüberquerung

Rückblick: Im Juni 2011 hoben drei Männer in einem Gasballon der Ballonfluggruppe Rapperswil in Bad Zurzach ab. Geplant war eine Alpenüberquerung. Nach knapp einer Viertelstunde erreichte der Ballon bereits eine Höhe von rund 2000 Metern. Der Pilot meldete der Flugsicherung, dass die Ballonhülle aus unbekannten Gründen plötzlich an Inhalt verliere.

Der Ballonkorb schlug schliesslich ausserhalb von Fisibach neben einem Bach hart auf. Der Pilot wurde verletzt, konnte sich aber selber aus dem Korb befreien. Die beiden Passagiere mussten von den Rettungskräften geborgen werden. Ein Mann wurde mittelschwer verletzt, einer starb noch auf der Unfallstelle. (mhu)