Leuggern
Ein Orgelkonzert voller Leidenschaft

Mit der «Passionsmusik» fand das letzte Konzert aus einer dreiteiligen Reihe in der Kirche St. Peter und Paul statt. Eine Improvisation von Organist Rudolf Meyer prägte diesen Abend.

Luca Belci
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Pfarrer Stefan Essig spricht zum Publikum
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Pfarrer Stefan Essig ergänzt das Konzert mit Wortbeiträgen
Leuggern Orgelkonzert
Das Publikum in der Kirche St
Die imposante Orgel aus der Orgelbauerei Hauser in Kleindöttingen (LBE)
Der 71-Jährige war während 25 Jahren Organist in der Stadtkirche Winterthur

Pfarrer Stefan Essig spricht zum Publikum

Luca Belci

Hohe und tiefe, laute und leise Klänge füllten die Kirche in Leuggern am Freitagabend abwechselnd. Mit Rudolf Meyer war einer der bekanntesten und begnadetsten Schweizer Organisten zu Gast, der alles aus den beiden Orgeln der Kleindöttinger Orgelbaufirma Hauser herausholte. Die rund 70 Besucher erlebten eine virtuose Darbietung von fünf Stücken aus dem 17. bis zum 20. Jahrhundert, begleitet von Wortbeiträgen des ansässigen Pfarrers Stefan Essig.

Der Organisator Stefan Müller, der selbst in der Nachbargemeinde Döttingen als Organist tätig ist, sagte: «Durch die Ausführungen des Pfarrers wird das Konzert zu einem geistlichen Erlebnis abgerundet.»

Meyer selbst erklärte, er habe sein Leben der Orgel gewidmet. Tatsächlich war der heute 71-jährige während 25 Jahren als Organist in der Stadtkirche Winterthur tätig und ist seither als Komponist und Improvisator bekannt. In diesen Genuss kamen auch die Gäste an der «Passionsmusik». Mittels Handerheben durften sie eines aus drei Kirchenliedern auswählen, zu welchem Rudolf Meyer anschliessend an der kleinen Chororgel eine leidenschaftliche Improvisation zum Besten gab. Das Publikum entschied sich dabei für «O Haupt voll Blut und Wunden», passend zur aktuellen Passionszeit.

Premiere für den Organisator

Mit diesem Konzert ging die dreiteilige Serie von Orgelkonzerten in Leuggern zu Ende. «Bei diesen besonderen Orgeln haben wir eine grosse Verantwortung, sie zum Klingen zu bringen.» So sei laut Müller die Idee für die Konzerte entstanden. Er habe viele positive Voten aus dem Publikum erhalten und «mit Meyers eigens komponierter Orgelversion des ‹Quartetto Nr. 7’ von Gaetano Donizetti habe selbst ich eine Premiere erlebt», freute er sich. Die Zahlen geben Müller Recht, war die Kirche doch an den ersten beiden Vorstellungen mit jeweils über 160 Personen gut besucht.

«Durch die Kunst möchten wir die Menschen vermehrt in die Kirche holen und ihnen zudem mit den Beiträgen des Pfarrers eine geistliches Erfahrung mitgeben», sagte Müller und fügte hinzu, dass das Publikum anschliessend die Gelegenheit habe, bei einem Apéro mit dem Musiker ins Gespräch zu kommen. Im kommenden Jahr möchte Stefan Müller gerne erneut eine solche Konzertreihe durchführen und hofft, damit wieder auf Interesse zu stossen.