Endingen/Unterendingen
Ein Nein zur Fusion wäre eine faustdicke Überraschung

Am übernächsten Wochenende wird der letzte Akt im Stück «Fusion von Endingen und Unterendingen» gespielt. Die Stimmberechtigten sind aufgerufen, den an den Gemeindeversammlungen mit grossen Mehrheiten beschlossenen Zusammenschluss zu bestätigen.

Angelo Zambelli und Pirmin Kramer
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Endingen (vorne) und Unterendingen (hinten) planen den Zusammenschluss.

Endingen (vorne) und Unterendingen (hinten) planen den Zusammenschluss.

ZA

Am übernächsten Wochenende wird der letzte Akt im Stück «Fusion von Endingen und Unterendingen» gespielt. Die Stimmberechtigten sind aufgerufen, den an den Sommer-Gemeindeversammlungen mit grossen Mehrheiten beschlossenen Zusammenschluss zu bestätigen. Doch wie ist die Stimmung in den beiden Dörfern kurz vor der Heirat? Könnte womöglich der Bräutigam oder die Braut im allerletzten Moment abspringen und die Einwilligung zur Heirat verweigern? Und wer steht der neuen Gemeinde vor? Die Aargauer Zeitung hat sich bei den Gemeindeammännern Kurt Hauenstein (Unterendingen) und Lukas Keller (Endingen) nach dem Befinden zehn Tage vor der grossen Entscheidung erkundigt.

«Erwarte 85 Prozent Zustimmung»

Lukas Keller hat vollstes Vertrauen in die Endinger Stimmbürger: «Ich erwarte einer Zustimmung von 80 bis 85 Prozent», schätzt der Endinger Ammann. Er weist darauf hin, dass an der Gemeindeversammlung ein eindeutiges Resultat pro Zusammenschluss mit Unterendingen erzielt wurde. Im Gespräch mit der Bevölkerung habe er festgestellt, dass sich die Endingerinnen und Endinger freuen, ihre Zukunft gemeinsam mit den Nachbarn gestalten zu können. «Der Zusammenschluss wird von vielen als Bereicherung empfunden.» Keine Flyer gegen die Fusion? Keine Heckenschützen? «Nein», sagt Keller. «Die Zusammenarbeit der beiden Gemeinden war in den letzten Jahren so gut, dass Vertrauen wachsen konnte und Fundamentalopposition nie ein Thema war.»

Lukas Keller rechnet mit einer Zustimmung von 80 bis 85 Prozent. Dass die für die definitive Absegnung des Zusammenschlusses notwendigen 51 Prozent erreicht werden, steht für ihn ausser Frage.

Bleibt die Frage, wer der neuen Gemeinde als Ammann vorstehen soll. Keller zögert kurz: «Dieses Thema ist besprochen worden – und intern ist auch schon ein Entscheid gefällt. Wer Gemeindeammann werden soll, wird aber erst öffentlich gemacht, wenn die Stimmberechtigten der Fusion an der Urne zugestimmt haben.»

Hauenstein: «Mehr Gegenstimmen»

Kurt Hauenstein, Gemeindeammann von Unterendingen, rechnet an der Urnenabstimmung mit rund zwei Drittel Ja-Stimmen. Das gute Ergebnis an der Gemeindeversammlung – der Vertrag wurde am 9. Juni mit 49 zu 9 Stimmen angenommen – lasse auf eine Zustimmung auch am 23. September hoffen.

«Vermutlich wird es jetzt an der Urnenabstimmung ein klein wenig mehr Gegenstimmen geben, da die Abstimmung geheim ist», sagt er. Es gebe Dorfbewohner, die einen Identitätsverlust der Gemeinde befürchten. Zwar würde Unterendingen im Falle eines Zusammenschlusses die Postleitzahl behalten, die zusammengeschlossene Gemeinde würde aber den Namen Endingen tragen.

Kanton müsste grünes Licht geben

Wie der Endinger Gemeindeammann gibt sich auch sein Unterendinger Amtskollege zuversichtlich: «Ich rechne fest damit, dass der Zusammenschluss zustande kommt.» Damit der Zusammenschluss nach einem allfälligen «Ja» am 23. September rechtskräftig wird, müsste anschliessend auch noch der Grosse Rat grünes Licht geben.