Unteres Aaretal
Ein Jahr nach dem Aussetzen: Einer von sechs Junglachsen hat überlebt

Vor einem Jahr setzten Fischer und Bezschüler 1500 Junglachse am Klingnauer im Sickerwasserkanal des Klingnauer Stausees aus. Bei einem Kontrollfischen haben die Fischer nun 265 Lachse gezählt. Junglachse sollen dieses Jahr wieder ausgesetzt werden.

Angelo Zambelli
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Die Pachtvereinigung Unteres Aaretal hat im Sickerwasserkanal eine Bestandeskontrolle der im Mai 2013 ausgesetzten 1500 atlantischen Junglachse durchgeführt.
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Gezählt wurden 265 Junglachse mit einer Länge zwischen 10 und 21 Zentimetern.
Bei der Zählung kommen 265 Lachse zum Vorschein mit Längen zwischen 10 und 21 Zentimetern.
Die meisten der im Mai ausgesetzten Vorsömmerlinge sind Fisch fressenden Vögeln oder grösseren Raubfischen wie Forellen zum Opfer gefallen.
Ausgesetzte Junglachse: Einer von sechs überlebt erstes Jahr
Er hat überlebt: Die meisten der im Mai ausgesetzten Vorsömmerlinge sind Fisch fressenden Vögeln oder grösseren Raubfischen wie Forellen zum Opfer gefallen.
Im Schnitt hat seit dem Aussetzen vor rund einem Jahr nur eines von sechs Fischlein überlebt.

Die Pachtvereinigung Unteres Aaretal hat im Sickerwasserkanal eine Bestandeskontrolle der im Mai 2013 ausgesetzten 1500 atlantischen Junglachse durchgeführt.

AZ

Im Mai 2013 hat der Kanton mit Unterstützung der Pachtvereinigung Unteres Aaretal und einer Klingnauer Schulklasse im Sickerwasserkanal des Klingnauer Stausees 1500 Junglachse ausgesetzt. Nun wollte die Vereinigung wissen, wie viele der zwei bis drei Zentimeter langen Fische überlebt haben. Die Mitglieder der Vereinigung fischten das rund drei Kilometer lange Gewässer elektrisch aus.

Die Aktion war ein Erfolg, wie Bernhard Kaufmann Präsident der Pachtvereinigung unteres Aaretal, gegenüber der az bestätigt: «Zum Vorschein gekommen sind 265 Lachse mit Längen zwischen 10 und 21 Zentimetern. Ein höchst erfreuliches Resultat, wenn man bedenkt, wie vielen Gefahren ein Fischlein dieser Grösse ausgesetzt ist.»

Die meisten der im Mai ausgesetzten Vorsömmerlinge sind Fisch fressenden Vögeln oder grösseren Raubfischen wie Forellen zum Opfer gefallen. Im Schnitt hat nur eines von sechs Fischlein überlebt. «Dieses tolle Ergebnis spornt uns an, auch in diesem Jahr wieder Junglachse auszusetzen», sagt Bernhard Kaufmann.

Die überlebenden 265 Junglachse sind bald so weit, dass sie ihre Jugendstube – den Klingnauer Sickerwasserkanal – verlassen und ihre lange Wanderung ins Meer antreten können. Die Initianten der Aktion hoffen, dass die Lachse als ausgewachsene, rund einen Meter lange Exemplare in den Sickerkanal zurückkehren, um in ihrer Jugendstube zu laichen. Damit wäre ein entscheidender Schritt bei der Wiederansiedlung des Lachses im Hochrhein geschafft.

Beim Elektrofischen schwimmt die Kathode (Minuspol), bestehend aus einem geflochtenen Metallband, im Wasser. Die Anode (Pluspol) wird am Kescher (Fangnetz) des Elektrofischers angebracht. Wird der Kescher ins Wasser eingetaucht, betätigt der Fischer eine Taste an der Kescherstange und schaltet damit den Stromkreis ein. Der Strom fliesst vom Plus- zum Minuspol. Dadurch bildet sich am Minuspol ein Elektronenüberschuss, während am Pluspol ein Elektronenmangel herrscht.

Fische sind sehr stromempfindlich, spüren den Elektronenüberschuss und fliehen in Richtung Elektronenmangel, das heisst Richtung Kescher. Durch den Stromfluss werden sie leicht betäubt und können mit dem Kescher eingefangen werden. Die Betäubungszeit ist relativ kurz. Nach der nur wenige Sekunden dauernden Artbestimmung werden die Fische sofort wieder in die Freiheit entlassen.

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