Full
Ein ganz klares Votum für den Erhalt der Kapelle in Full

Der Kapellenverein investiert eine halbe Million in die Renovation des Gotteshauses im Unterdorf. Im Aussenbereich werden das verrostete Turmkreuz, die Turmjalousien, die Dachrinnen, der Blitzschutz und die Schutzverglasung der Fenster erneuert.

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Die Kapelle in Full wird mit einem Kostenaufwand von einer halben Million Franken instand gestellt. AZ-Archiv/PKR

Die Kapelle in Full wird mit einem Kostenaufwand von einer halben Million Franken instand gestellt. AZ-Archiv/PKR

Der Kapellenverein Full hat an der Generalversammlung in der Mehrzweckhalle einen Kredit von 489'800 Franken für die Sanierung der Kapelle im Unterdorf mit grossem Mehr bewilligt.

Herbert Schwitter vom Badener Architekturbüro Castor Huser erläuterte die 14 Renovationen seit 1834. Das Büro ist spezialisiert auf die Restaurierung und Konservierung historischer Bauten nach denkmalpflegerischen Kriterien.

Die Bauqualität sei damals noch nicht so gut gewesen, sagte Schwitter, und auch die neuen Materialien der letzten Jahrzehnte hätten sich nicht immer positiv auf das alte Gemäuer ausgewirkt. Heute sei man so weit, dass wieder natürliche, zur Bausubstanz passende Materialien verwendet werden.

Im Aussenbereich werden das total verrostete Turmkreuz, die Turmjalousien, die Dachrinnen, der Blitzschutz und die Schutzverglasung der Fenster erneuert. Das Fundament muss trocken gelegt und die morschen Balken des Vordaches über der Eingangstreppe ersetzt werden.

Putz auswechseln

Im Innenbereich muss der teils abbröckelnde Putz im unteren Bereich der Mauern ausgewechselt und die Decke neu isoliert und ausgebessert werden. Die Bänke werden demontiert und zwischengelagert. Die renovationsbedürftigen Bilder der Seitenaltäre können nur nach der Demontage der Altäre herausgenommen werden.

Um den hohen Stromverbrauch zu senken, werden die Heizkörper unter den Bänken und Fenstern mit Thermostaten ausgerüstet. Die Bänke werden aufgefrischt, die Altarbauten gereinigt und wo nötig ausgebessert.

Das aus der Bauzeit von 1795 stammende Hochaltarkreuz ist in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden. Die Statue der heiligen Apollonia soll in neuem Glanz erstrahlen und bei den Stationenbildern sind Schäden vor allem an den Rahmen zu beheben.

Grosse Investition

Einzelne Versammlungsmitglieder zeigten sich erschrocken über den Betrag von einer knappen halben Million Franken für die Instandstellung der Kapelle im Unterdorf.

Es gab aber auch positive Äusserungen über die fundierten und seriösen Abklärungen des Architekturbüros.

Der Spendenstand hat gemäss Ausführungen von Franz Schmid, Präsident des Kapellenvereins, einen erfreulich hohen Stand erreicht, doch müssen immer noch grosse Anstrengungen unternommen werden, um die Finanzierung zu sichern.

Die Kapelle ist vor 218 Jahren von den Fuller Ortsbürgern auf eigene Kosten gebaut worden. Das kleine Gotteshaus kam nach der Aufteilung der Grossgemeinde im Kirchspiel in den Besitz der Gemeinde Oberleibstadt.

1832 übernahm die neu entstandene Gemeinde Full-Reuenthal die Kapelle; 1947 wechselte der Besitz zur Kirchgemeinde Leuggern, die die Kapelle dem neu gegründeten Kapellenverein übergab. (AZ)

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