Siglistorf
Ein Dorf liebäugelt mit einem Lädeli – im Schopf des «Asylantenhauses»

Die Gemeinde Siglistorf prüft, ob die Bevölkerung künftig wieder im Dorf einkaufen will. Im Schopf des «Alylantenhauses» könnte ein Lädeli eingerichtet werden, mit einem kleinen und feinen Sortiment an Produkten aus der Region.

Nadja Rohner
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In diesem Schopf beim «Asylantenhaus» soll das «Hoflädeli»eingerichtet werden – sofern es gewünscht wird.

In diesem Schopf beim «Asylantenhaus» soll das «Hoflädeli»eingerichtet werden – sofern es gewünscht wird.

ZA

Der Siglistorfer Dorfladen ist schon lange Geschichte. Wo früher Windeln, Joghurt und Salatköpfe verkauft wurden, ist heute die Gemeindeverwaltung einquartiert. Wer Frischwaren einkaufen will, braucht ein Auto – die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in den Nachbardörfern, beispielsweise in Schneisingen.

Seit 2012 befasst sich die «Arbeitsgruppe Dorfladen» mit diesem Thema. Im letzten Jahr habe sich nicht viel getan, sagt Gemeinderätin und Arbeitsgruppen-Mitglied Beatrice Hayoz.

Saisonal und regional

Nun aber macht die Arbeitsgruppe vorwärts: Sie präsentiert der Bevölkerung ein Dorfladen-Konzept. Hayoz: «Wir stellen uns vor, im Schopf des ‹Asylantenhauses› ein Lädeli im Stil eines Hofladens einzurichten – mit einem kleinen, aber feinen Sortiment an saisonalen Früchten und Gemüse, Brot, Milchprodukten und Fleisch aus der Region.» Die Milchprodukte sollen von der Milchgenossenschaft im Dorf bezogen werden, die anderen Waren von Produzenten aus Siglistorf und aus der Umgebung.

Man habe verschiedene Varianten für einen neuen Dorfladen geprüft, sagt Hayoz. Die Möglichkeit, beim Gebäude der Milchgenossenschaft eine Verkaufsstelle einzurichten, habe man wieder verworfen. «Das hätte einen Anbau nötig gemacht, der zu teuer gewesen wäre», sagt Hayoz. Im Schopf des Asylantenheims habe man nicht nur das Hoflädeli-Ambiente, sondern eine kostengünstigere Alternative.

Wie viel es kosten würde, um aus dem Schopf einen Laden zu machen, möchte die Arbeitsgruppe noch nicht bekannt geben. Hayoz: «Wir hoffen, dass Unternehmen aus der Region einen Teil der Baumaterialien sponsern und dass die Siglistorfer beim Bau Fronarbeit leisten – sie haben schon ein paar Mal gezeigt, dass sie bereit sind, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.»

Bevölkerung soll mitreden

Um das Lädeli zu finanzieren, soll eine Genossenschaft gegründet werden. «Wir eruieren jetzt, ob die Bevölkerung und das Gewerbe bereit wären, Anteilsscheine zu kaufen und sich so eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen», sagt Gemeinderätin Hayoz. Dafür wird die Arbeitsgruppe demnächst Wettbewerbsscheine in jeden Haushalt verteilen. Die Kinder können malen und dem Laden einen Namen geben.

Die Erwachsenen sollen die Frage beantworten, ob und wie weit sie bereit sind, den geplanten Laden zu unterstützen. «Im Mai werden wir bei der Einweihungsfeier des Entsorgungsplatzes über das Ergebnis informieren», sagt Hayoz. Erst, wenn sich die Siglistorfer für ein «Hoflädeli» ausgesprochen haben, geht die Planung weiter. Dann wird auch entschieden, wie lange, wie oft und durch wen der Laden betrieben wird.