Wahlkampf
Ein CVP-Schwergewicht unterstützt einen FDP-Kandidaten

Der ehemalige Grossratspräsident Theo Voegtli wirbt für Nationalratskandidat Thierry Burkart und erntet dafür kaum Kritik. «Burkart ist ein guter Politiker, solche Leute unterstütze ich gerne auf ihrem Weg nach Bern», so Voegtli.

Andreas Fretz
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Theo Voegtli ist ein Wagnis eingegangen. Ein Wagnis, das durchaus negative Reaktionen provozieren könnte. Die Zurzibieter CVP-Legende rührt die Werbetrommel für FDP-Mann Thierry Burkart. In einem Inserat schreibt der frühere Grossratspräsident aus Kleindöttingen: «Thierry Burkart – Ein guter Mann für Bern», und befeuert damit die Nationalratskampagne des FDP-Politikers.

Die parteiübergreifende Unterstützung von Christine Egerszegi (FDP) für Pascale Bruderer (SP) hat kürzlich hohe Wellen geworfen und schweizweit für Verwunderung gesorgt. Anders sieht das bisher im Fall Voegtli/Burkart aus. «Bis heute habe ich noch keine negativen Reaktionen erhalten», sagte Voegtli gestern, und fügt an: «Vielleicht kommen die noch.»

Zahlreiche positive Reaktionen hat Burkart auf das Inserat bekommen. Der 40-jährige Badener lobt Voegtlis Mut, parteiübergreifend Stellung zu beziehen und zeigt sich erleichtert, dass Voegtli das Inserat bisher schadlos überstanden hat. «Es ist ein gutes Zeichen, dass Theo Voegtli keine parteiinterne Kritik einstecken musste», sagt der FDP-Grossrat.

Voegtli ist Profi genug, zu betonen, dass ihm die persönliche Unterstützung seiner kantonalen CVP-Kollegen mindestens so wichtig ist, wie jene Burkarts. Der Klingnauer Nationalratskandidat Andreas Meier (CVP) bestätigt denn auch, dass er ebenfalls von Voegtli Support erfährt.

Zum Voegtli/Burkart-Inserat sagt er zwar, dass er das atypisch finde, räumt aber ein, dass er Burkart durchaus den Zuspruch gönnt, zumal man das politische Heu auf der gleichen Bühne habe.

Und weil der Touring-Club Schweiz (TCS) Meier unterstützt und Burkart wiederum Vizepräsident des TCS ist, könne man sagen, so Meier mit einem herzhaften Lachen, «dass Thierry Burkart mich unterstützt».

Doch zurück zum CVP-Grossrat und dem FDP-Mann. Die beiden verbindet eine langjährige Bekanntschaft. Voegtli kennt Burkart, seit dieser im Jugendparlament in Aarau politisiert. Seither haben sich die Wege immer wieder gekreuzt.

Auch die Biografien weisen erstaunliche Parallelen auf. Sowohl der 20 Jahre ältere Voegtli wie auch Burkart waren Präsident ihrer kantonalen Partei. Beide waren Grossratspräsident des Kantons Aargau. Und ebenfalls gemein ist ihnen die Vorliebe für deftige Rockmusik. Nur ein gemeinsamer Konzertbesuch steht noch aus.

«Thierry Burkart ist ein guter Politiker», findet Voegtli, «er hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. Solche Leute unterstütze ich gerne auf ihrem Weg nach Bern.» Auf der anderen Seite beteuert Burkart seine Affinität zum Zurzibiet.

Als Vizepräsident des TCS steht er für eine verbesserte Verkehrsanbindung des unteren Aaretals ein, ist Mitglied im Verwaltungsrat der Döttinger Birchmeier AG und ist ein Gegner des «überhasteten Ausstiegs aus der Kernenergie», wie er es formuliert.

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