Siggenthal-Würenlingen
Ein Bahnhof zieht um und wird modern – für 30 Millionen Franken

Der Bahnhof in Station Siggenthal wird komplett neu gestaltet. Am Freitag war der offizielle Baustart des 30-Millionen-Projekts, das bis Anfang 2018 abgeschlossen sein soll.

Stefan Hürst
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Neuer Bahnhof in Untersiggenthal / Würenlingen
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Zum symbolischen Baustart wurde ein Schild für den neuen Bahnhof eingeschlagen (Urs-Martin Koch, Stephan Attiger, Marlène Koller, André Zoppi v
Marlène Koller, Gemeindeammann Untersiggenthal, sieht trotz Verlust des Bahnhofes Vorteile
André Zoppi betrachtet das Unterfangen als gelungen
Regierungsrat Stephan Attiger betonte die kantonale und regionale Wichtigkeit des Projekts
Die Perronanlage des neuen Bahnhofs befindet sich auf Würenlinger Boden.ZVG

Neuer Bahnhof in Untersiggenthal / Würenlingen

Zur Verfügung gestellt

Wind und Regen peitschten um den Güterschuppen in Station Siggenthal, als Regierungsrat Stephan Attiger das Wort ergriff. Als Rückenwind betrachte er die stürmischen Verhältnisse für das bevorstehende Grossprojekt, sagte er beim offiziellen Baustart. Die Umgestaltung des Bahnhofs bringt zahlreiche Veränderungen mit sich.

Zentraler Punkt ist der Bau einer neuen, 220 Meter langen Perronanlage, die sich künftig auf Würenlinger Boden befindet. Damit wird die Station einerseits behindertengerecht, andererseits kann sie künftig durch die verlängerte Linie S19 bedient werden. Untersiggenthal «verliert» somit nach 156 Jahren seinen Bahnhof.

Gemeindeammann Marlène Koller konnte sich dennoch mit dem Projekt anfreunden: «Die Verschiebung des Bahnhofs bringt auch für unsere Einwohnerschaft Vorteile.» Dafür sorge zum Beispiel der neue überdachte Bushof. Auch für den Würenlinger Gemeindeammann André Zoppi ist es ein gelungenes Projekt: «Der neue Bahnhof wertet das Areal Kreuzboden auf.» Dieses liegt gegenüber der Station und soll in Zukunft überbaut werden.

Die Änderungen am Bahnhof beschränken sich jedoch nicht auf die Verlegung des Perrons, die im Juni 2017 abgeschlossen sein soll. Am Ort des neuen Perrons ist heute der Freiverlad für Zuckerrüben und Holz, der im nächsten Herbst am Südende der Station neu gebaut wird.

Die Anfahrt wird durch einen überdachten Bushof (ab Juni 2017) verbessert, welcher die Haltestellen beim Bahnhofgebäude sowie an der Landstrasse ersetzt. Die Veloabstellanlage und Park+Rail-Parkplätze werden ausgebaut. Letzter grosser Kostenpunkt ist der Bau eines neuen Stellwerks. Die SBB ersetzen die alte Anlage von 1950 komplett. Dadurch braucht es für die Weichenstellung kein Personal mehr vor Ort. Dies hat im gleichen Zug die Schliessung der Kundenschalter zur Folge.

Kosten: 30 Millionen Franken

Die Umgestaltung des Bahnhofs, der auch künftig Siggenthal-Würenlingen heissen wird, reiht sich ein in eine Reihe von grossen Investitionen der SBB in der Region. In Bad Zurzach, Koblenz und Döttingen wurden bereits gegen 70 Millionen Franken verbaut, weitere 30 folgen nun.

Die betroffenen Gemeinden beteiligen sich am neuen Bushof und der Veloabstellanlage. Würenlingen sprach dafür einen Kredit von 249 500 Franken, Untersiggenthal bezahlt 125 500 Franken. Das Ende der Bauarbeiten ist auf Anfang des Jahres 2018 angesetzt.