Döttingen
Spielsalon-Überfall: Polizei sucht Täter mit auffallend blauen Augen – Falschmeldung verbreitet sich wie Lauffeuer

Hat ein Unbekannter Mann am Donnerstag den Spielsalon in Döttingen überfallen oder war ein Gehilfe dabei? Wie hoch war die Beute? Und hat die Polizei den oder die Täter schon erwischt? Die Mediensprecherin der Kantonspolizei über den aktuellen Stand der Ermittlungen.

Stefanie Garcia Lainez
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TeleM1

Donnerstag, kurz nach 13 Uhr: Ein zirka 20-jähriger Mann betritt den Spielsalon in Döttingen und bedroht die Betreiberin mit einer Faustfeuerwaffe. Er verlangt in akzentfreiem Schweizerdeutsch nach Geld. Danach flüchtet er mit dem erbeuteten Bargeld in Richtung Klingnau.

Die Betreiberin beschreibt später der Polizei seine auffallend blauen Augen, den schwarzen Kapuzenpullover und graue Trainerhosen. Schon kurz nach dem Raubüberfall meldeten AZ-Leser einen grösseren Polizeieinsatz im Raum Döttingen. Seither brodelt die Gerüchteküche im Dorf.

In der Gemeinde kursieren mehrere Gerüchte

Wie viel der Täter bei seinem Raubüberfall auf den Döttinger Spielsalon am Donnerstag erbeutet hat, ist noch unklar.

Wie viel der Täter bei seinem Raubüberfall auf den Döttinger Spielsalon am Donnerstag erbeutet hat, ist noch unklar.

Philipp Zimmermann

So soll ein weiterer Mann draussen vor der Tür gewartet haben, während sein Kumpane drinnen zwischen 1000 und 2000 Franken erbeutet habe. Zusammen seien sie zu Fuss geflüchtet. Eine der Angestellten, so heisst es, habe mit dem Alarmknopf die Polizei verständigen können. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Gerücht in Döttingen, dass mindestens einer der beiden Täter schon geschnappt worden sei. Andere behaupten, beide seien der Polizei noch am selben Tag ins Netz gegangen.

Die Kantonspolizei dementiert dies jedoch auf Anfrage. «Wir gehen nach wie vor von einem Täter aus», sagt Mediensprecherin Aline Rey. Ob eine Angestellte tatsächlich den Alarmknopf betätigt habe, wisse sie nicht. Was aber sicher ist: Bei der Kantonspolizei ging nicht ein Anruf, sondern ein Überfallalarm in der Alarmzentrale ein.

Auch bestätigt Aline Rey, dass drei Personen auf den Polizeiposten gebracht und befragt wurden. So sei möglicherweise das Gerücht zu den Festnahmen entstanden, denn dabei wurden auch Handschellen eingesetzt. Ein Diensthund der Grenzwacht hatte eine Spur aufgenommen und die Einsatzkräfte zu einer Liegenschaft in Kleindöttingen auf der anderen Aareseite geführt. «Das zeitnah durch den Hund angezeigte Gebäude wurde im Anschluss durchsucht.» Die Durchsuchung sei jedoch negativ verlaufen. «Es konnte bei den drei Personen der Tatverdacht eindeutig ausgeschlossen werden», sagt Rey.

Kantonspolizei hat mehrere Strassen gesperrt

Der Täter ist also trotz Fahndung also auf freiem Fuss. Bei dieser kam auch ein Helikopter der Grenzwacht zum Einsatz. Dieser sei zufällig für einen Übungsflug in der Luft gewesen und habe per Funk von der Fahndung gehört, sagte Bernhard Graser, Mediensprecher der Kapo, bereits am Donnerstag der AZ. Da sich an Bord ein Hundeführer mit Diensthund befand, wurde dieses Team zur Unterstützung direkt in den Einsatzort geflogen.

Der Täter flüchtete nach dem Überfall. Der Eingang des Spielsalons befindet sich fast an der Hauptstrasse.

Der Täter flüchtete nach dem Überfall. Der Eingang des Spielsalons befindet sich fast an der Hauptstrasse.

Philipp Zimmermann

Zudem sperrte die Kapo vorübergehend mehrere Strassen, wie etwa ein Vater erzählt, der seine Tochter am späteren Nachmittag aus dem Turnunterricht abholen wollte. Wie viel Bargeld der unbekannte Täter erbeutet habe, könne noch nicht beziffert werden, so die Polizei. Die Betreiberin des Spielsalons, die einen Schock erlitt, war für die AZ nicht zu erreichen.

Vor sechs Jahren wurde der Denner überfallen

Der Vorfall erinnert an 2015, als ein junger Mann maskiert und bewaffnet die Dennerfiliale in Döttingen überfiel, die sich auf der anderen Seite derselben Liegenschaft beim Bahnhof befindet.

Auch hier hatte die Polizei schnell eine heisse Spur. Damals allerdings erwischte sie den Täter. Er befand sich in seinem Elternhaus im Nachbarort Klingnau, nur einige hundert Meter vom Tatort entfernt, wo ihn die Regionalpolizei Zurzibiet festnahm. Nach dem Raubüberfall wurde der Täter bereits zum zweiten Mal ausgeschafft.

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