Bad Zurzach
Diesmal geht der eierköpfige Kinderliebling baden

Vernissage des neuen Papa-Moll-Buches – die Geschichte spielt in und um den Kurort. 60 Jahre ist der kauzige und tollpatschige Kinderliebling alt und hat mit seinen Abenteuern, die jährlich in einem Bildband münden, schon viel Generationen erfreut.

Ursula Burgherr
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Die Figur des Papa Moll erfreut die Kinder nach wie vor.

Die Figur des Papa Moll erfreut die Kinder nach wie vor.

Ursula Burgherr

Erstmals erschien die von Karikaturistin Edith Oppenheim-Jonas geschaffene Comic-Figur 1952 in einem Junior-Heftli, das in 500 Exemplaren gedruckt und zu 50 Rappen pro Stück verkauft wurde. Sie eroberte die Kinderherzen im Sturm. Seit 1975 ist Papa Moll im Globi-Verlag beheimatet. «Anfänglich gaben wir alle zwei bis drei Jahre Sammelbände aus den im ‹Junior› erschienenen Comicstrips heraus», erzählte Verlegerin Gisela Klinkenberg an der Vernissage des neuen Buchs «Papa Moll geht baden». «Ab Band 7 entwickelte man statt der Kurzgeschichten ein buchfüllendes Abenteuer pro Jahr.» Papa Moll schaffte den Sprung von der Vergangenheit in die Gegenwart. Seine Erlebnisse sind zeitgemäss und man schätzt, dass bisher gegen 1 Million Papa-Moll-Bände über die Ladentische gegangen sind.

Die Erscheinung mit dem markanten Eierkopf ist jedoch immer die gleiche geblieben. Und auch die Figuren der Mama Moll und der Kinder Evi, Willy und Fritz überstanden die Zeit ohne wesentliche Veränderungen. «Als man die Mama Moll modernisieren wollte, kamen von den jungen Leserinnen und Lesern wütende Proteste», erklärte Roy Oppenheim. «Sie wollten ihre alte Mama Moll zurück.» Der Sohn von Edith Oppenheim-Jonas und dessen Schwester Joan Fuchs-Oppenheim waren zwei der Zeichner, die nach dem Tod der Papa-Moll-Erfinderin 2001 für das Weiterleben der Figuren sorgten. Seit drei Jahren illustriert Rolf Meier (Roloff) die Geschichten von Papa Moll. Warum dieser heute noch so beliebt ist, erklärt Dominik Keller, Geschäftsführer des Thermalbads Zurzach, so: «In unserer schnelllebigen Zeit werden feste Werte immer wichtiger. Und im humorvollen und gutmütigen Papa Moll, dem immer wieder mal ein Missgeschick passiert, entdecken viele Menschen ein Stück sich selbst.»

Die neue Papa-Moll-Box

Was für ein Spektakel, als Papa Moll an der Vernissage des neusten Buches «Papa Moll geht baden» höchstpersönlich im roten Cabriolet vorfuhr und Feuerwehrmänner in einem akrobatischen Akt das grosse Papa-Moll-Transparent am Turmhotel enthüllten. Kinder liessen ihre Luftballons in den strahlend blauen Himmel steigen.

Roy Oppenheim erinnerte in der Laudatio an seine Mutter und deren künstlerisches Schaffen, sei es als «Nebelspalter»-Karikaturistin, Malerin oder als Papa-Moll-Cartoonistin. Und hielt genauso wie Peter Schläpfer von Bad Zurzach Tourismus ein Plädoyer für den Humor, der in allen Moll-Geschichten eine tragende Rolle spielt und heilsam ist – wie das Zurzacher Thermalwasser. Von diesem soll der rückengeschädigte Papa Moll im neusten Buch auch profitieren. Bis zum Finale kommt natürlich einiges anders, als man denkt ...

Auf einer Besichtigungstour konnten Besucherinnen und Besucher erstmals die neue Papa-Moll-Box beim Bad-Restaurant des Thermalbads in Augenschein nehmen. In einer kleinen, aber kompakten Ausstellung wird seine Geschichte präsentiert. Für die Kleinsten gibt es im unteren Bereich Cartoons. In einer Leseecke können Kinder die Zeit mit Malen verbringen. Auf Augenhöhe der Erwachsenen werden das Leben und die Arbeiten von Edith Oppenheim-Jonas gezeigt, die sich mit der Erfindung von Papa Moll unsterblich gemacht hat.