Baden
Dieser Zurzacher Slam-Poet bringt die Badener ins Grübeln

Der Bad Zurzacher Manuel Diener und sein Partner Valerio Moser spielen als Kabarett-Duo «Interrobang» mit Schweizer Klischees und gewitzten Texten. Morgen treten sie in der Villa Boveri auf.

Karin Renold
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Kein Moralzeigefinger: Manuel Diener (rechts) und Valerio Moser. Lippuner/Küttel

Kein Moralzeigefinger: Manuel Diener (rechts) und Valerio Moser. Lippuner/Küttel

Photographer: Pierre Lippuner;Li

Das Kabarett-Duo «Interrobang» macht auf seiner Tour durch die Schweiz Halt in Baden. In der Villa Boveri betreten die beiden Slam-Poeten Manuel Diener und Valerio Moser am Donnerstagabend um 20 Uhr die Bühne. Hoffentlich sind sie pünktlich, denn Pünktlichkeit ist ein Bestandteil ihres Programms «Schweiz ist geil». «Wir nutzen Schweizer Klischees und nehmen die Swissness auf die Schippe», sagt Manuel Diener aus Bad Zurzach.

Der 26-Jährige bildet zusammen mit dem zwei Jahre älteren Valerio Moser aus Langenthal das Duo «Interrobang». Das Interrobang ist ein Satzzeichen, das den ausrufenden Fragesatz anzeigt. «Wir wollen mit unseren Aussagen Fragen aufwerfen. Die Zuschauer sollen sich mit den Themen in unseren Texten auseinandersetzen», sagt Diener zum Künstlernamen. Seit vier Jahren sind die beiden zusammen auf Poetry-Slam- und Kabarettbühnen unterwegs.

Austoben mit Blues und Lyrik

2015 starteten sie mit ihrem aktuellen Programm: «Wir stellen zwei alte Jugendfreude dar, die sich unterschiedlich mit der Ausländerthematik auseinandersetzen und sich, wie viele Schweizer, dabei oftmals selber widersprechen.» Ihr Ziel sei weder eine politische Propaganda noch würden sie das Publikum belehren, sagt Diener.

«Der Moralzeigefinger ist in unserem Programm fehl am Platz.» Wie bei Kabaretts üblich, verfügt «Schweiz ist geil» über einen roten Faden, doch dieser lässt den beiden Wortakrobaten viel Raum zum Improvisieren.

«Das Publikum kann Fragen stellen und Bemerkungen anbringen. Dadurch wird jeder Abend einzigartig, das ist das Reizvolle an unserer Show», so Diener. Die Experimentierfreude des Duos ist weder zu übersehen noch zu überhören: Moser und Diener kombinieren gewitzte Texte mit Rappassagen, Beatbox-Einlagen und klassischem Blues, imitieren Operngesang und parodieren Lieder. Diener fasst zusammen: «Wir toben uns auf der Bühne regelrecht aus.»

Ein doppeltes Heimspiel

Neben den zahlreichen Auftritten begann Diener im September an der Universität Zürich ein Masterstudium in Germanistik und Philosophie. «Der Zeitdruck des Studiums fördert erstaunlicherweise meine Kreativität. Mein Kopf bleibt durch die intellektuellen Texte beschäftigt», sagt Diener lachend. Seit fünf Jahren wohnt er bereits in Zürich, und das Stadtleben gefällt dem Bad Zurzacher gut. «Doch ich bin stolz darauf, ein Aargauer zu sein.»

Für Manuel Diener ist der Auftritt am Donnerstag ein doppeltes Heimspiel, da die ABB Wohlfahrtsstiftung den Event organisiert. «Ich habe früher bei der ABB gearbeitet. Ich freue mich, ehemalige Arbeitskollegen zu sehen und auch Freunde aus der Region Baden kommen vorbei». Diener ist schon jetzt gespannt auf das direkte Feedback des Badener Publikums und dessen pünktliches Erscheinen.