Koblenz
Diese zwei Männer wollen Heidi Wanner als Ammann beerben

Im Grenzort buhlen Andreas Wanzenried und Arnold Näf um das Amt des Ammanns. Beide bringen Führungserfahrung mit.

Daniel Weissenbrunner
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Einer von ihnen wird neuer Ammann: Andreas Wanzenried und Arnold Näf (beide parteilos).

Einer von ihnen wird neuer Ammann: Andreas Wanzenried und Arnold Näf (beide parteilos).

zvg

Ein Empfehlungsschreiben sieht anders aus: Die Rücktrittsankündigung der einzigen Gemeindepräsidentin im Bezirk Zurzach löste im Sommer heftige Reaktionen aus. Heidi Wanner (FDP) nannte als Grund für ihre Demission die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber ihr als Gemeindevorsteherin (wir berichteten).

Fehlende Wertschätzung, ehrverletzende E-Mails bis hin zur Gewaltandrohung brachten sie an den Punkt, an dem sie sagen musste: Es reicht! Nach 23 Jahren im Gemeinderat, davon 14 als Gemeindeammann, zieht sich Heidi Wanner Ende Jahr aus dem politischen Leben zurück.

Verabschiedet sich aus dem Rampenlicht: Heidi Wanner.

Verabschiedet sich aus dem Rampenlicht: Heidi Wanner.

Emanuel Per Freudiger

Am Sonntag soll nun ihr Nachfolger erkoren werden. So viel lässt sich bereits sagen: Es wird ein Mann. Für die Ersatzwahl haben Andreas Wanzenried und Arnold Näf (beide parteilos) ihre Bewerbung eingereicht. Ersterer ist aktueller Vize-Ammann, Letzterer seit drei Jahren Gemeinderat.

Beide haben sich beim Entscheid zu kandidieren nicht von Heidi Wanners belastenden Erfahrungen beirren lassen. Sowohl Wanzenried wie auch Näf sind zum Schluss gekommen, mit dem Druck, der das Amt mit sich bringt, umgehen zu können. Jeder auf seine Art: Wanzenried wird ein analytischer Stil nachgesagt, Arnold Näf ist für seinen direkten Umgang bekannt.

In Koblenz ist die Erleichterung entsprechend gross: Die Hoffnungen, dass die Exekutive ihre Geschäfte nahtlos und vollzählig weiterführen kann, scheinen berechtigt. Für den frei werdenden Sitz im Gemeinderat steht die Parteilose Barbara Bilger offiziell zur Wahl.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Als intakt stuft Arnold Näf seine Chancen auf das höchste Behördenamt in Koblenz ein. Der 65-Jährige ist pensioniert und sei «tagsüber zeitlich flexibel». Der Bildungs-Vorsteher ist überzeugt, dank seinen Führungsqualitäten das nötige Anforderungsprofil für die Aufgabe mitzubringen. «Ich habe Abteilungen mit 50 Personen geleitet, da müsste ich mit vier Individualisten im Gemeinderat klarkommen.»

Führungserfahrung kann auch Andreas Wanzenried vorweisen. Er ist verheiratet, von Beruf Ingenieur im Anlagebau und steht mitten im Berufsleben. Der Vater von zwei Kindern, der das Finanzressort betreut, will mit seinem sachlichen Auftreten die Geschicke als Ammann leiten. «Damit bin ich bis jetzt gut gefahren und glaube, die Koblenzer wissen das auch zu schätzen.» In einem Punkt sind sich die Kontrahenten einig: Auf die Gemeinde kommen in naher Zukunft in Verkehr, Bildung und Standortförderung grosse Herausforderungen zu.

Ob Koblenz schon am Sonntag einen neuen Ammann erhält, ist allerdings fraglich. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Glaubt man den Prognosen, dürfte weder Wanzenried noch Näf das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreichen. «Sollte dies eintreffen, müssten Arnold Näf und ich wohl zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen», sagt Andreas Wanzenried.

Nur eine Kandidatur in Full-Reuenthal

Für den frei werdenden Sitz im Leibstadter Gemeinderat sind zwei Kandidaturen eingegangen. Für die Nachfolge von Gaby Essig, die Ende Jahr aus beruflichen und persönlichen Gründen aufhört, stellen sich am 27. November Sandra Fischer und Jörg Hättenschwiler zur Wahl. In der Nachbargemeinde Full-Reuenthal werden für den zurücktretenden Theodor Meyer und den verstorbenen Josef Meuwly zwei neue Gemeinderäte gesucht. Für die Ersatzwahl vom 27. November hat sich nach Ablauf der Anmeldefrist vergangenen Freitag mit Theodor Sibold nur ein Kandidat beworben. (dws)