Würenlingen
Diese Wetterböcke werden am Fasnachtsumzug für Aufsehen sorgen

Die Riesenviecher der «Bachsplitter» sind am grossen Fasnachtsumzug Würenlingen dabei. Die Gruppe ziert dieses Jahr zudem die Fasnachts-Plakette.

Nadja Rohner
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Fasnachts-Präsident Andé Wenzinger (vorne links) übergibt den «Bachsplittern» die offizielle Festplakette, auf der auch die beiden «Wetterböcke» verewigt sind.

Fasnachts-Präsident Andé Wenzinger (vorne links) übergibt den «Bachsplittern» die offizielle Festplakette, auf der auch die beiden «Wetterböcke» verewigt sind.

Nadja Rohner

2014 war ein ziemlich langweiliges Jahr. Die Schnitzelbänkler hatten – so hört man – ihre liebe Mühe, genügend Stoff für ihre subtilen und weniger subtilen Spötteleien zu finden. Abgesehen von einigen unappetitlichen Vorkommnissen in Baden, Zug und im Bundeshaus hatten sich keine Themen aufgedrängt.

Diesem Umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass die Sujets am 47. Fasnachtsumzug Würenlingen so heterogen wie selten daherkommen. «In anderen Jahren gab es Themen, die von mehreren Gruppen aufgenommen wurden», sagt André Wenzinger, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen. «Dieses Jahr haben wir bunt gemischte Sujets.»

Auch sind heute das erste Mal mehr auswärtige als einheimische Gruppen am Umzug vertreten – auch, weil im Dorf immer weniger Räumlichkeiten vorhanden sind, um überhaupt einen grossen Wagen zu bauen. Die «Bachsplitter» hatten diesbezüglich Glück. Die Gemeinde erlaubt ihnen seit Jahren, in der Halle bei der Deponie «Bärengraben» an ihrem Umzugswagen zu werkeln.

Seit Anfang Dezember ist die Gruppe um Chefin Sonja Dättwiler daran, ihr Gefährt zu bauen. Das diesjährige Motto: «D Wätterböck händ gseh, z Wörelenge häts Schnee.» Diese Wetterböcke sind in imposanter Grösse auf dem Wagen mit dabei. Sie zieren auch die offizielle Fasnachts-Plakette, welche dieses Jahr den «Bachsplittern» gewidmet ist.

Vom Schnee ist in Würenlingen im Moment allerdings kaum etwas zu sehen. «Spätestens, wenn wir am Sonntag mit dem Wagen durchgefahren sind, wird es auch in Würenlingen wieder Schnee haben», sagt Nicole Schleuniger von den «Bachsplittern» geheimnisvoll.

Acht Leute haben am Wagen gebaut, 30 werden am Umzug in der Gruppe mitlaufen. Auf dem Kopf tragen sie dann Helme mit täuschend echt aussehenden Wetterbock-Hörnern – ein Detail nur, und doch stecke eine Riesenarbeit hinter diesen Geweihen aus Dämm-Material, erzählen die «Bachsplitter».

Sicherheit wird kontrolliert

Das Wagenbauen ist nicht nur punkto Optik eine echte Herausforderung, auch die Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden. In unguter Erinnerung ist im Zurzibiet der Winzerfestwagen, dessen Fahrer wegen angeblicher Sicherheitsmängeln am Gefährt vor dem Richter antraben musste, schliesslich aber freigesprochen wurde.

Darauf angesprochen sagt André Wenzinger, halb im Scherz: «Wir sind sehr reglementiert hier in Würenlingen!» Zur Fasnachtsgesellschaft gehören nämlich auch Mitarbeiter des Strassenverkehrsamts und einer Versicherung – die Profis hat man also quasi immer dabei.

«Wir werden uns am Samstag alle einheimischen und einige der auswärtigen Wagen ansehen», sagt Wenzinger. «Dabei achten wir sehr darauf, dass alle Vorschriften eingehalten werden.» Es sei aber schon schade, bedauert der Fasnachts-Chef, dass die rechtlichen Vorgaben die Wagenbauer zunehmend in der Gestaltung ihrer Gefährte einschränken würden.

Aber die Fasnächtler wissen sich ja bekanntlich immer irgendwie zu helfen. Dieses Jahr kündigen sich neben 9 Guggen 30 fantasievolle Wagensujets an. Besonders gespannt sein darf man etwa auf die Nummer 24 – ein Selfie-Wagen, der die Umzugsbesucher laufend fotografisch festhält.

Fasnacht Würenlingen: Was sonst noch läuft

Die Plakette für die Würenlinger Fasnacht kostet wie gehabt ein Zehnernötli und gilt auch als Eintrittsbillett für die verschiedenen Maskenbälle im «Frohsinn» (Donnerstag, Samstag, Montag), im «Bären» (Freitag, Dienstag) und im «Sternen» (Samstag, Montag). Alle Bälle stehen unter dem Motto «Weltreise». Schnitzelbänke gibt’s am Samstag und am Montag im «Frohsinn» und im «Sternen». Der Kinderumzug mit Guggen und Handwagen findet am Montag statt. Er wird zwar immer beliebter, erreicht aber noch lange nicht die Grösse des Hauptumzugs am Sonntag. Dieser startet um 14 Uhr. Nach dem Umzug finden Guggenkonzerte auf dem Gemeindehausplatz und beim Volg statt. Anschliessend geht der Fasnachtsbetrieb in allen Restaurants und in den Zelten weiter. Übrigens: Das legendäre «Steihauer-Grotto», ursprünglich benannt nach einem Steinmetz, gibt es zwar nicht mehr. Neu ist dafür das «Steinhauerzelt» – «Der ähnliche Name ist purer Zufall», sagt André Wenzinger, «das Steinhauerzelt wird von einem Herrn Steinhauer betrieben.» (NRO)