Geschwindigkeitskontrolle
Diese Strafe droht dem Blitzer-Dieb von Leibstadt – und wie sie sich erhöhen könnte

Dem unbekannten Dieb, der der Aargauer Kantonspolizei einen Blitzer gestohlen hat, drohen bis zu fünf Jahren Gefängnis. Derweil zeigt ein Blick in die Unfallstatistik, wie wichtig es ist, Schnellfahrer zu überführen.

Sandra Meier
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Bis zu fünf Jahre könnte der Unbekannte, der der Aargauer Kantonspolizei mitten im Einsatz einen Blitzer klaute, hinter Gitter kommen. Dies, sollte er erwischt werden. Noch hat die Polizei keine Spur zum Täter – oder zum entwendeten Blitzer.

Interessant ist: Hat der Unbekannte den Blitzer gestohlen, um selbst einer Busse zu entgehen, kommt er mit einer geringeren Strafe davon, als wenn er nicht geblitzt worden wäre. «Wenn er jemandem helfen wollte, der geblitzt worden ist, könnte sich das Strafmass erhöhen», so André Kuhn, Fachanwalt für Strafrecht gegenüber «Tele M1». Dies aufgrund Begünstigung oder versuchter Begünstigung.

Dass der Dieb ausgerechnet die Polizei bestohlen hat, sollte rechtlich gesehen keinen Unterschied machen.

Messgeräte rund 3000 Stunden im Einsatz

Aktuell befinden sich damit noch zwei Messgeräte im Besitz der Aargauer Kantonspolizei, um Schnellfahrern das Handwerk zu legen: ein mobiles Radargerät und ein mobiles Lasermessgerät.

Anders sieht dies bei den Regionalpolizeien aus: Insgesamt stehen ihnen laut René Lippuner, Präsident des Verbands Aargauer Regionalpolizeien, 15 Messgeräte zu – jeder Repol eines.

Wie fatal Geschwindigkeitsübertretungen enden können, zeigt ein Blick in die Aargauer Unfallstatistik 2017: Von den insgesamt 2445 Unfällen, gingen 336 oder knapp 14 Prozent auf Geschwindigkeitsüberschreitungen zurück.

Dieses Modell hat ein separates Radargerät und zwei Kameras sowie Blitzlichter, die die Bilder aufnehmen.
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Im Aargau kommen keine stationären oder semistationären Radargeräte (hier das Modell Bredar) zum Einsatz, anders als in den Kantonen Solothurn oder Zürich.
Temposünder im Visier: Mit einem mobilen Lasermessgerät bremst die Aargauer Kantonspolizei die Raser aus.
Die Tessiner Regierung kündigt seit letztem Jahr wöchentlich an, in welchen Gemeinden und Bezirken am Strassenrand ein mobiles Radargerät blitzt. (Symbolbild)
Radargerät (Themenbild).
Mobiles Radargerät. (Themenbild)

Dieses Modell hat ein separates Radargerät und zwei Kameras sowie Blitzlichter, die die Bilder aufnehmen.

Keystone

Bei Geschwindigkeitskontrollen gilt generell: Die Aargauer Kantonspolizei ist für diejenigen ausserorts zuständig, die Regionalpolizeien für innerorts.

Allein im April hat die Kapo 21 Kontrollen durchgeführt. In 40 Fällen war die Übertretung so gross, dass den Fahrern der Führerausweis entzogen wurde. Durchschnittlich sind die Messgeräte jährlich rund 3000 Stunden im Einsatz, wie Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, sagt.

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