Full
Die «Tabaklok» hat ihr neues Zuhause bezogen

Der Verein 241.A.65 hat die grösste in der Schweiz je hergestellte Dampflok nach einer Sonderfahrt in seine Obhut genommen

Angelo Zambelli
Merken
Drucken
Teilen
Full Ueberführung der Tabaklok von Biel nach Full
21 Bilder
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Full Ueberführung der Tabaklok von Biel nach Full
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok
Ueberführung der Tabaklok

Full Ueberführung der Tabaklok von Biel nach Full

Sonntag, 13.50 Uhr, Areal der ehemaligen Chemiefabrik Uetikon in Full: Die Fotografen haben bei den Remisen des Vereins 241.A.65 Position bezogen, um die grösste je in der Schweiz gefertigte Dampflokomotive - die Tabaklok 01.22 - aus der besten Perspektive ablichten zu können. Dann kommt der grosse Moment: Die «Tabaklok» wird von der 241.A.65, von der sie in einer siebenstündigen Fahrt von Biel in ihr neues Zuhause gezogen worden war, getrennt und von einer Rangierlok in die Remise des Vereins 241.A.65 geschoben. Ein grosser Moment für den Verein selbst, vor allem aber für den Besitzer der «Takablok», ein Tierarzt aus dem Fricktal: «Dass die Dampflok nun in Full steht und nicht mehr in St. Sulpice, macht es für mich um einiges einfacher», sagt der eingefleischte Dampflokfan. Verein und Besitzer haben vereinbart, die Tabaklok gemeinsam zu erhalten respektive in fernerer Zukunft wieder fahrtüchtig zu machen.
Die Bezeichnung «Tabaklok» gründet in einem Tauschhandel der Schweiz mit Bulgarien während der Weltwirtschaftskrise: Die Schweiz lieferte sechs in Winterthur hergestellte Dampflokomotiven, Bulgarien verpflichtete sich, als Gegenleistung Tabak zu liefern.
Minutiöse Vorbereitung
Bevor die fahruntüchtige «Tabaklok» von der 241.A.65, der grössten handbefeuerten Dampflok Europas, von Biel nach Full gezogen werden konnte, musste die Fahrroute von Biel über Solothurn, Lenzburg, Bözbergtunnel, Stein-Säckingen und Laufenburg mit der SBB abgesprochen und minutengenau auf deren Fahrplan abgestimmt werden.
Tagwache für die Überführung der «Tabaklok» war für Lokomotivführer und Heizer um 3 Uhr: Die tags zuvor nach Biel gefahrene 241.A.65 musste im Abfahrtsbahnhof Biel unter Dampf gesetzt, alle beweglichen Teile geschmiert, die Küche mit Essen und Getränken aufgefüllt und die vereinseigenen Wagen für die rund 70 Fahrgäste bereit gemacht werden. Die Fahrt verlief ohne jegliche Schwierigkeiten und lockte unzählige einfach nur staunende oder fotografierende Dampflok-Enthusiasten an die Strecke.
Der Spezialeinsatz der Vereinsmitglieder für die Sonderfahrt hat sich gelohnt: Es wurde eine Fahrt mit einem Happy end für die «Tabaklok»: In Full wird sie die Pflege erhalten, die ihr als Zeuge schweizerischer Industriegeschichte gebührt.