Gippingen
Die Story des unbekannten Soldaten Ulrich Maurer

Der Bundespräsident hat die Anekdotensammlung der Radsporttage Gippingen um ein Kapitel erweitert.

Angelo Zambelli
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Der Bundespräsident schlägt allen ein Schnippchen: Er fährt das Militärrennen als «Soldat Ulrich Maurer».

Der Bundespräsident schlägt allen ein Schnippchen: Er fährt das Militärrennen als «Soldat Ulrich Maurer».

AWI

Es war eine schlichte, aber durchaus würdige Feier, die das OK der Radsporttage Gippingen im Festzelt organisierte: Höhepunkte des Jubiläumsabends «50 Jahre GP des Kantons Aargau» waren die Festansprache von OK-Präsident René Huber, die Aufführung des Theaters «Weltklasse im Bauerndorf» der Primarschule Leuggern sowie das Kolportieren der originellsten Anekdoten aus der GP-Geschichte.

Die an Ereignissen reiche Sammlung wurde am Samstag mit einer neuen Anekdote angereichert: Bundespräsident Ueli Maurer hatte sich vor Wochen für das Militärradrennen angemeldet mit den Angaben: «Ulrich Maurer, Wernetshausen, Soldat.» Niemandem fiel diese Anmeldung auf und so kam es, dass am Samstag ein Mann namens Ulrich Maurer aufs Militärvelo stieg, brav die Runden abspulte und dabei wohl genauso auf die Zähne beissen musste wie seine Untergebenen.

«Où est Schippänsche?»

Mit weiteren Geschichten und Geschichtchen warteten die Schüler der Primarschule Leuggern in ihrem unterhaltsamen Theater «Weltklasse im Bauerndorf» auf. Unter anderem war zu erfahren, dass zwei Fahrer in den Anfängen des Grossen Preises die Passanten fragten: «Où est Schippänsche?» Im Laufe der Jahre wurde Gippingen so bekannt, dass niemand mehr nach der Lage des Dorfes fragen musste. Allgemein bekannt machten die Primarschüler am Jubiläumsabend auch, dass der Schwaderlocher Pfarrer seine Gottesdienste abkürzte, um rechtzeitig beim Rennen in Gippingen zu sein, und dass nicht nur Bundesrat Ueli Maurer die Gippinger Radsporttage mit seinem Besuch beehrt hat, sondern auch die Bundesräte Rudolf Gnägi, Ruth Metzler und Doris Leuthard.

Der Griff in die Trickkiste

Die Gäste der Jubiläumsfeier wurden von den Schülerinnen und Schüler mit vorgehaltener Hand informiert, dass das OK aus Mangel an prominenten Fahrer auch schon mal in die Trickkiste griff und den Namen von OK-Mitgliedern auf die Startliste setzte, um diese beeindruckender aussehen zu lassen, und dass in einem Jahr die Zielkamera streikte, was dazu führte, dass die Jury Tage brauchte, um die korrekte Reihenfolge festzulegen.

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