Würenlingen
Die Schulpflege sucht dringend Verstärkung

Würenlingen ist auf der Suche nach neuen Mitgliedern für die Schulpflege. Nachdem zwei Mitgleider ihren Rücktritt einreichten, meldete sich trotzt Nachfrist keine Interessenten. Nun veranstaltete die Gemeinde einen Infoabend, um fürs Amt zu werben.

Christian Roth
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Würenlingen ist auf der Suche nach neuen Mitgliedern für die Schulpflege: Nachdem Barbara Jermann und Carmen Bittel ihr Rücktrittsgesuch eingereicht hatten, wurden trotz einer Nachfrist keine Kandidaturen für die Ersatzwahl vom 23. Oktober angemeldet. Jetzt fand ein Infoabend statt – um das Interesse für das Amt zu wecken und die Aufgaben der Schulpflege bekannt zu machen, wie Regula Schneider Frei sagte, die im Gemeinderat für die Schule zuständig ist. Die Veranstaltung mit dem Titel «Die Würenlinger Schulpflege im Wandel – Hintergründe und Herausforderungen» lockte viele Menschen in die Aula des Schulhaus Dorf.

Auch Parteilose willkommen

Robert Frech, Präsident der SVP Würenlingen, rief im Namen der Ortsparteien FDP, CVP und SVP Interessenten dazu auf, sich bei den Parteien zu melden: «Wir würden auch einen parteilosen Kandidaten unterstützen. Wer sich zur Verfügung stellen will, muss einfach ein Herz und ein Flair für die Anliegen der Schule haben.»

Er äusserte zudem den Wunsch, dass die Schulpflege vermehrt «nach aussen auftreten» solle und schloss mit den Worten: «Wir brauchen eine starke Schulpflege in Würenlingen!» Gemeinderätin Regula Schneider erwähnte, dass aufgrund fehlender Anmeldungen am 23. Oktober nun grundsätzlich alle Würenlinger Stimmbürger als Schulpfleger wählbar seien. Gibt es kein absolutes Mehr, verbleiben die bisherigen Schulpflegemitglieder im Amt – bis zu einem zweiten Wahlgang oder sogar bis Ende der Amtsperiode.

Elternwünsche berücksichtigen

Schulpfleger Urs Meier erklärte, dass die Schulleitung operativ tätig ist, währenddem die Schulpflege vor allem für längerfristige, strategische Fragen zuständig sei. Anhand des Informatikkonzepts der Schule Würenlingen stellte er die Arbeitsweise der Schulpflege vor, die in Arbeitsgruppen oft auch Experten, Lehrpersonen oder Eltern einbezieht.

Jeannette Schneider Hirt betonte, dass es der Schulpflege sehr wichtig sei, Anliegen der Eltern mit zu berücksichtigen, was beispielsweise bei den Tagesstrukturen der Fall sei. Nachdem Blockzeit und Mittagstisch bereits gut eingeführt sind, wird voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Frühling 2012 über den Ausbau des Angebots entschieden.

Vorne im Saal hatten der Gemeinderat in corpore sowie die Schulpflege Platz genommen. Schulpflegepräsidentin Barbara Jermann-Thomi durfte Regierungsrat Alex Hürzeler begrüssen, der kurzfristig als Referent für den Abend gewonnen werden konnte.

Hürzeler stellte in seinem Referat den Stand der kantonalen Schulreform dar und erklärte, welche Anstrengungen der Kanton unternimmt, um die Zukunft der Volksschule sicherzustellen. Dabei erwähnte er das Studienprogramm für Berufspersonen, zu dem 2011 bereits 131 Studierende im Kanton Aargau gestartet sind. Der Anmeldeschluss für 2012 läuft bald ab.

Eine weitere Massnahme sind höhere Löhne und zeitliche Entlastungen für die Lehrkräfte. Nach Ablehnung des Bildungskleeblatts machte der Regierungsrat eine Lageanalyse. Im Vordergrund stehen heute unter anderem der Wechsel auf neu sechs Primarschuljahre und drei Jahre Oberstufe.

Sechs Jahre Primarschule

Neben dem Aargau ist der Kanton Tessin der einzige, der diese Regelung noch nicht beschlossen hat. Wenn das Aargauer Stimmvolk im März 2012 zustimmt, wird per August 2014 die 6-jährige Primarschule starten. Weitere Punkte, die Hürzeler ansprach, waren die Schulsozialarbeit, in Würenlingen gerade eingeführt, sowie die Verteilung der Aufgaben zwischen Gemeinderat, Schulpflege und Schulleitung.

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