Preisverleihung
Die Regionalzeitung «Botschaft» erhält Zurzibieter Nobelpreis

Ehre, wem Ehre gebührt: Zum 10. Jahrestag wird die Regionalzeitung die «Botschaft» wird mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet. Das freute die Verantwortlichen ausserordentlich.

Angelo Zambelli
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Aargauer Zeitung

Bei der 10. Vergabe des «Krugs von bad Zurzach» kam nicht eine Persönlichkeit, eine Gruppierung oder eine Institution zum Zug, die sich um den Kurort oder die Region verdient gemacht hat, sondern eine Firma. Ausgezeichnet wurden die Regionalzeitung «Die Botschaft» und die hinter der Zeitung stehende Verlegerfamilie Bürli. Die Kurortkommission, die den Preis in Erinnerung an den 2002 verstorbenen Kurortpionier Walter Edelmann vergibt, bezeichnet «Die Botschaft» als eine für das Zurzibiet äusserst wichtige Institution.

Die Regionalzeitung habe sich als robustes Presseerzeugnis erwiesen, «das sich dem allgemeinen Zeitungssterben entgegen stellt und sich als prosperierendes Unternehmen im rauen wirtschaftlichen Umfeld des Zurzibiets behauptet».

Beachtenswert sei, dass die Redaktion der Botschaft trotz des harten Konkurrenzkampfes nie Konzessionen an die Qualität gemacht habe. «Das Blatt bietet nach wie vor professionellen und hoch stehenden Journalismus. Korrekte, ausgewogene Informationsvermittlung steht im Mittelpunkt.» Ein wichtiger Aspekt bei der Vergabe des «Zurzibieter Nobelpreises» (Wortschöpfung des Lengnauers Kurt Schmid bei der Preisübergabe 2009) war für die Kurortkommission Bad Zurzach, dass eine eigene Zeitung Identität stiftet und das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Region fördert: «Gerade was das Zurzibiet anbetrifft, kann ohne Übertreibung gesagt werden, dass die Botschaft eine Art Klammer bildet, dank der sich die Region auch gegen aussen hin Gehör verschaffen kann.»

Laudatio ein Genuss

Dem in Würenlingen aufgewachsenen Historiker, Lehrer und Buchautor Pirmin Meier fiel die Ehre zu, die Laudatio auf die Preisgewinnerin zu halten. In seiner unterhaltsamen Ansprache mit dem Titel «Eine Regionalzeitung auf dem Weg zu ihrem Publikum» schlug Meier einen Bogen von Karl Kloter über die heilige Verena und den Botschaft-Gründer Johann Nepomuk Schleuniger bis zur aktuellen Energiediskussion, um schliesslich punktgenau bei den Hauptakteuren der Veranstaltung - der Verlegerfamilie Bürli und den Angestellten des Betriebs - zu landen.

Lobend erwähnte Meier die Fotokunst des langjährigen «Botschaft»-Redaktors und Krug-Preisträgers 2004, Hansueli Fischer, und von Thomas Bürli, «der sich nicht scheut, auch abseits der Wege abzukonterfeien, was da in den Hecken und Büschen, im Wasser und auf den Feldern kreucht und fleucht». Thomas Bürlis Fotoreportagen seien zu einem Markenzeichen geworden, das in dieser Form schweizweit gesucht werden müsse, explizierte Meier in seiner überaus kurzweiligen Art.

«Krähwinklige Verhältnisse»

Wer Pirmin Meier kennt, weiss, dass bei seinen Ansprachen immer auch ein kleiner, meist liebevoll gemeinter Seitenhieb, eingebaut wird: «Lange war ich - bei aller Liebe zu dieser Zeitung - der Meinung, das Blatt sei halt schon ein bisschen bünzlig und kleinkariert», sagte Meier. Etwas sehr stark habe man sich an die «krähwinkligen Verhältnisse» in den Dorfschaften angepasst. Genau recherchierender oder gar kritischer Journalismus sei kaum anzutreffen gewesen.

In den letzten Jahren aber habe ihn die Verlegerfamilie Bürli einmal mehr überrascht, indem sie mit technischen Neuerungen, aber auch mit dem Ausbau der redaktionellen Leistungen in die Offensive ging, ohne dabei den Stallgeruch zu verlieren. Pirmin Meier: «Heute steht die Botschaft so da, dass sie im Bereich von Regionalzeitungen ihres Typus schweizweit als absolutes Spitzenprodukt gelten kann.»

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