Zurzibiet
Die Regionalpolizei zeigt mehr Präsenz

Rund 910 Mal wurden sie im vergangenen Jahr aufgeboten: Die Regionalpolizisten vom Zurzibiet ziehen fürs Jahr 2010 eine positive Bilanz.

Philippe Neidhart
Merken
Drucken
Teilen

«Grundsätzlich haben wir das Jahresziel erreicht», sagt René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet. Rund 910 Mal wurden sie im vergangenen Jahr aufgeboten.

Die grösste Schwierigkeit war dabei, die beginnenden Polizeistandards von 2011 zu erfüllen. Diese wurden der Repol von der Kantonspolizei Aargau auferlegt. Eine der vier Forderungen war, immer zu zweit auszurücken. «Mit einem Korps von nur neun Polizisten ist dies nicht immer einfach einzuhalten», so Lippuner. Deshalb freut er sich besonders über den Einsatz seiner Mitarbeiter: «Unser Korps ist sehr motiviert, so macht es richtig Spass, zu arbeiten.»

Prävention in den Gemeinden

Als oberste Priorität will die Regionalpolizei Zurzibiet die subjektiv erkennbare Sicherheit erhöhen. Dies geht nur mit mehr Präsenz in der Öffentlichkeit. Deshalb wurden im Jahr 2010 die Fusspatrouillen in den Ballungszentren intensiviert.

Lippuner: «Diese Präventionsarbeit ist zwar personalintensiv, schafft aber Vertrauen.» Man habe bemerkt, dass die Bevölkerung immer mehr mithelfe. Da sei es nicht so schlimm, wenn es sich einmal um einen Fehlalarm handle: «Es ist uns lieber, einmal zu viel als zu wenig angerufen zu werden.»

Vermehrt wurde im vergangenen Jahr auf Velopatrouillen gesetzt. Diese haben sich laut Lippuner sehr gut bewährt: «Die Fahrräder sind unauffälliger als unsere Polizeiautos. So kommen wir besser an die Hotspots ran.» Ausserdem sei man auf Augenhöhe mit der Bevölkerung und anderen Bikern. «Die Leute sind interessiert und es kommt oft zu Gesprächen.» Dank den Patrouillen konnte die Anzahl der Piketteinsätze um 15% vermindert werden. Dafür wurde auf Wunsch der Gemeinden und der Bevölkerung etwas mehr Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

Mehr Aggressionspotenzial

Ein grosses Problem war auch in vergangenen Jahr wieder Littering. «Es hat sich auf einem konstant hohen Level eingependelt», bedauert Lippuner. Vor allem bei Freizeitreffpunkten von Jugendlichen bestehe dieses Problem. Einige dieser Hotspots konnten zwar aufgelöst werden, die Leute suchen sich aber einfach andere Plätze. «Wir konnten eine Verlagerung in Waldhütten und Schulen feststellen.»

Nach wie vor sind dort auch Betäubungsmittel ein Problem. Zudem fehle vielen Jugendlichen der Respekt: «Die vermehrten Drohungen und die Gewaltbereitschaft gegen unsere Beamten bereiten mir Sorgen», sagt Lippuner. Eine Zunahme der Brutalität musste auch bei häuslicher Gewalt festgestellt werden. Im Jahr 2010 hatte die Regionalpolizei deswegen 66 Mal auszurücken.

Zusammenarbeit verbessert

Ein weiteres Augenmerk lag im Jahr 2010 auf der Aus- und Weiterbildung der Polizisten. «Die Anforderungen, vor allem auf psychologischer Basis, steigen stetig.» Deshalb wurden über 900 Arbeitsstunden in die Ausbildung investiert - rund ein Drittel mehr als noch im vergangenen Jahr.

Zeitintensiv gestaltete sich auch der Verkehrsunterricht in den Schulen. Zwei Mitarbeiter sind damit fast drei Tage pro Woche beschäftigt. Das ergibt – über das Jahr verteilt – insgesamt 460 Arbeitsstunden.

Um trotz dieser enormen Auslastung die Sicherheit zu gewährleisten, wurde im vergangenen Jahr vermehrt mit der Repol Limmat-Aare-Reuss (LAR) zusammengearbeitet. Durch den Umzug ins Amtshaus Klingnau konnte zudem die Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Kantonspolizei weiter verbessert werden.