Schloss Böttstein
Die neue Schlossherrin lädt zum Diner – aber wo ist der Pächter?

Die neue Besitzerin Pearl Anthony Lauper lädt zu einem Diner auf Schloss Böttstein. Mit einem prominenten Gast, aber ohne den langjährigen Pächter Thomas Bischofberger.

Daniel Weissenbrunner
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Das Schloss Böttstein steht unter neuer Führung. Am bewährten Konzept soll festgehalten werden. Sandra Ardizzone

Das Schloss Böttstein steht unter neuer Führung. Am bewährten Konzept soll festgehalten werden. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Der Rahmen war feierlich: Auf dem Programm stand ein gediegenes 3-Gang-Menü mit Apéro. Kostenpunkt: 150 Franken pro Person – oder wahlweise – ein Tisch für Firmen à acht Personen für 1200 Franken. Der Einladung im Festsaal folgten 70 Gäste.

Garniert wurde der Abend mit einer Buchpräsentation von Benedikt Weibel. Der langjährige Chef der SBB las aus seinem neuesten Buch «Das Jahr der Träume». Darin analysiert er das Phänomen der 68er-Jugendbewegung, welche die Gesellschaft wie keine zuvor verändert habe.

In Bewegung und in Veränderungen befindet sich seit einiger Zeit auch das Schloss Böttstein. Benedikt Weibels Auftritt erfolgte auf Einladung der neuen Besitzerin, Pearl Anthony Lauper.

Der Anlass am vergangenen Freitag war der erste offizielle Anlass unter ihrer Ägide. Lauper, die am Anlass teilnahm, öffentliche Auftritte ansonsten eher meidet, erwarb das traditionsreiche Haus bekanntermassen diesen Sommer von der Axpo.

Schloss Böttstein Der Energiekonzern Axpo hat das schmucke Schloss auf den 1. Juli 2017 verkauft. Die neue Eigentümerin blieb erst anonym. Mittlerweile ist bekannt: Sie heisst Pearl Anthony Lauper.
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Im Schloss befindet sich ein Hotel mit Restaurant. Das bleibt auch nach dem Verkauf so. Beim Pächter kommt es zu einem Wechsel.
Axpo hatte das Schloss Böttstein 1964 erworben – kurz vor dem Bau des Kernkraftwerks Beznau. Vom Schloss blickt man auf die AKW-Insel, die auf der anderen Aare-Seite in Döttingen liegt.
Danach nutzte die Axpo die Liegenschaft als Büro. Nach einem Umbau wurde das Schloss 1974 zum Hotel- und Restaurationsbetrieb.
Wo heute das Schloss Böttstein steht, befand sich ab dem 11. Jahrhundert eine Burg. Im Jahr 1606 kaufte sie die Familie von Roll und errichtete anstelle der Burg die heute bestehende Schlossanlage mitsamt Kapelle. Im Bild links die Kapelle.
Blick auf den Festsaal. Hier finden auch gesellschaftliche Anlässe, Versammlungen oder Podiumsdiskussionen statt.
Die Schlossanlage steht seit 1963 unter kantonalem Denkmalschutz.
Eine Zeichnung von der Schlossanlage (unbekanntes Datum).
Der Eingang zur Schlossanlage. Hier befindet sich auch ein grosser Parkplatz. In der Nachbarschaft befindet sich das Axpo-Besucherzentrum Axporama.
Das Schloss Böttstein steht unter neuer Führung. Am bewährten Konzept soll festgehalten werden. Sandra Ardizzone

Schloss Böttstein Der Energiekonzern Axpo hat das schmucke Schloss auf den 1. Juli 2017 verkauft. Die neue Eigentümerin blieb erst anonym. Mittlerweile ist bekannt: Sie heisst Pearl Anthony Lauper.

Sandra Ardizzone

Von der Axpo erworben

Das Energieunternehmen teilte vor eineinhalb Jahren mit, dass sie das denkmalgeschützte Gebäude verkaufen wolle. Als Grund nannte das Unternehmen damals, dass man sich auf das Kerngeschäft Produktion, Handel und Verkauf von Energie fokussieren möchte.

Zum Schloss gehören eine Landparzelle, der Festsaal, der Innenhof, die beiden Gästehäuser und der grosse Parkplatz; nicht aber das Besucherzentrum Axporama oder die barocke Schlosskapelle.

Gemäss der stellvertretenden Direktorin Elke Huth werde der Betrieb grösstenteils mit dem bestehenden Team und dem bewährten Konzept weitergeführt. Mit einer gewichtigen Ausnahme, wie Recherchen nun zeigen: Nicht mehr dabei ist der langjährige Pächter Thomas Bischofberger.

Auf der Schloss-Website sucht man ihn vergebens. Dem Vernehmen nach ist er krankgeschrieben. Über die genauen Gründe erfährt man wenig. Etwas Klarheit schafft eine Anfrage auf seine Mail-Adresse: «Besten Dank für Ihre Mail. Ich bin nicht mehr auf dem Schloss Böttstein tätig.» Eine entsprechende Anfrage an die neue Besitzerin blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Für eine Stellungnahme war Thomas Bischofberger ebenfalls nicht erreichbar.

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Schloss Böttstein ist seit 1. Juli 2017 in Privatbesitz. Die Axpo hat es an eine Person verkauft, die anonym bleiben möchte.
Im Schloss Böttstein befindet sich ein Hotel- und Restaurationsbetrieb. Dieser wird auch nach dem Verkauf weitergeführt.
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Ansicht auf Schloss Klingnau vom "Dorf" her. Das Schloss gehört der Einwohnergemeinde.
Ansicht auf Schloss Klingnau von unten. Das Schloss wurde im 19. und 20. Jahrhundert zwischenzeitlich als Fabrik genutzt - auch ein Hochkamin stand hier. Auch italienische Gastarbeiter wohnten im 20. Jahrhundert zeitweise hier. Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts befand sich im Schloss der Polizeiposten.

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az/Archiv