Leibstadt
Die lange Suche ist beendet: Gemeindebehörde ist wieder komplett

Die Personalprobleme im Gemeinderat von Leibstadt sind gelöst: Hanspeter Erne wird Ammann.

Daniel Weissenbrunner
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Die Kirche ist wieder im Dorf: Dank Lukas Schilling (links) und Hanspeter Erne ist die Leibstadter Exekutive wieder vollständig besetzt. Alex Spichale

Die Kirche ist wieder im Dorf: Dank Lukas Schilling (links) und Hanspeter Erne ist die Leibstadter Exekutive wieder vollständig besetzt. Alex Spichale

Alex Spichale

Hanspeter Erne und Lukas Schilling spazieren die Oberdorfstrasse Richtung Gemeindehaus entlang. Auf der gegenüberliegenden Seite steht eine ältere Dame mit ihrem Hund und winkt den beiden zu. Sie überquert die Strasse und schüttelt ihnen die Hand. «Gratulation zur Beförderung und einen guten Start.» Erne und Schilling lachen leicht verlegen und bedanken sich. In Leibstadt hat es sich rumgesprochen: Die Exekutive ist seit vergangenem Freitag formal wieder komplett. Erne, der seit zwei Jahren im Gemeinderat sitzt, und Schilling erhielten den Zuschlag in stiller Wahl.

Was auf den ersten Blick verwirren mag, sei in der Praxis nicht unüblich, sagt Martin Süess, Leiter Rechtsdienst bei der Gemeindeabteilung im Departement Volkswirtschaft und Inneres. Sollten innerhalb der vorgegebenen Frist keine Beschwerden eingehen, kann der neu zusammengesetzte Gemeinderat in einer Woche offiziell seine Arbeit aufnehmen.

Im Kernkraftwerk-Ort endet damit eine neunmonatige, zähe Behördensuche. Im vergangenen Herbst hatte Christian Burger seinen Rücktritt als Ammann und aus der Politik wegen Überbelastung bekannt gegeben. Trotz intensiven Bemühungen fand sich für den ersten Wahlgang Anfang Juni kein offizieller Kandidat. Weder für das Amt des Gemeindeammanns noch für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat. «Mir ging es wahrscheinlich wie anderen auch», sagt Hanspeter Erne. «Ich wartete zunächst einmal ab», sagt der 48-Jährige und zweifache Familienvater. Erne, parteilos, rang sich schliesslich zu einer Bewerbung durch. «Nicht weil ich unterbeschäftigt wäre, sondern weil ich mich mit dem Ort stark verbunden fühle und hier verwurzelt bin», sagt der Landwirt, der in Leibstadt ausserdem einen Natur- und Forstbetrieb mit mehreren Angestellten führt.

Ähnlich verhielt es sich bei Lukas Schilling. Der 54-Jährige, ebenfalls Landwirt, verfügt bisher über keinerlei Behördenerfahrung. Auf den Quereinsteiger, dem eine Schnapsbrennerei und Mosterei gehört, wurde Hansjörg Knecht aufmerksam. Der SVP-Nationalrat aus Leibstadt ermunterte den CVP-Mann Schilling zu einer Kandidatur.

Gestern Abend traf sich der alte Gemeinderat zu seiner letzten Sitzung. Christian Burger übergab sein Amt nach sieben Jahren an Hanspeter Erne. Er wünsche seinem Nachfolger alles Gute, so Burger. Herausforderungen warten auf das neue Gemeindeoberhaupt genügend. Beispielsweise die Frage nach dem künftigen Schulstandort. Entsprechend gross ist sein Respekt. «Ohne die Unterstützung von Firma und Familie hätte ich mich auf diese Aufgabe nicht eingelassen», versichert er. Erstmals leiten wird Hanspeter Erne den Gemeinderat am kommenden Dienstag.