Surbtal
Die Hochwasser verlieren ihren Schrecken

Bund, Kanton und Gemeinden investieren rund 12 Millionen Franken in die Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Angelo Zambelli
Merken
Drucken
Teilen
Anfang August 2007 trat die Surb bei Endingen über die Ufer.

Anfang August 2007 trat die Surb bei Endingen über die Ufer.

«Im Umgang mit Hochwasser können verschiedene Strategien angewendet werden», sagte Markus Zumsteg, Leiter der Sektion Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, zu Beginn des Informationsabends in der Aula des Schulhauses Rietwise Lengnau: «1. Die Vogel-Strauss-Politik. 2. Jeder Einzelne triff selbst Massnahmen gegen die Hochwassergefahr und 3. Massnahmen werden gemeinschaftlich getroffen.»

Im Surbtal wird die dritte und wohl mit Abstand beste Strategie angewendet: Bund, Kanton und Gemeinden investieren in den nächsten vier Jahren rund 12 Millionen Franken in den Bau von zwei Hochwasserrückhaltebecken – eines im «Ried» zwischen Niederweningen und Ehrendingen und eines in der «Chilwis» unterhalb des Judenfriedhofes zwischen Lengnau und Endingen – sowie in punktuelle Schutzmassnahmen im Bereich des Mühlewehrs und des Industriegebiets Lengnau.

Diese Massnahmen sind ein wichtiger Schritt für die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Surbtal, für die der Grosse Rat 2008 einen Kleinkredit von 4,93 Millionen Franken bewilligt hat. Mit dem Bau der beiden Hochwasserrückhaltebecken wird die im Richtplan festgesetzte Fruchtfolgefläche um 1,5 Hektaren reduziert.

Überströmbare Dämme

Urs Zehnder, Projektleiter Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, beziffert das aktuelle Schadenpotenzial bei einem 100-jährlichen Ereignis auf 11,5 Millionen Franken. Mit den geplanten Massnahmen, die voraussichtlich 2014 abgeschlossen werden, wird das Schadenpotenzial auf rund 1 Million gesenkt.

Die Rückhaltebecken «Ried» und «Chilwis» weisen Dämme auf, die bei einem Hochwasser für einen Rückstau sorgen und damit die Überschwemmungsgefahr für die Surbtal-Gemeinden Ehrendingen, Lengnau, Endingen, Unterendingen, Tegerfelden und Döttingen entscheidend verringern. Die Dämme sind überströmbar. Dadurch müssen sie nicht übermässig hoch gebaut werden, was die Integration in die Landschaft erleichtert.

Die Rückstaufläche des 5-jährlichen Hochwasser- ereignisses wird als Riedwiese gestaltet und kann von der Landwirtschaft nicht mehr intensiv genutzt werden, die Böschungen der Auffangbecken werden als Magerwiese ausgebildet. Die beiden Dämme weisen einen Durchlass auf, durch den die Surb bei normalem Wasserstand hindurchfliessen kann. Vorgesehen sind Laichgewässer für Amphibien sowie Heckenpflanzen, die Wildtieren die Talquerung ermöglichen.

Lengnauer Problemzonen

Trotz einigen bereits realisierten Schutzmassnahmen sind das Lengnauer Industriegebiet sowie das Gebiet ober- und unterhalb des Wehrs bei der Lengnauer Mühle stark gefährdet. Geplant ist ein maximal 1,5 Meter hoher Querdamm vor dem Industriegebiet und maximal 1,3 Meter hohe Dämme am rechten Surbufer. Beim Wehr an der Lengnauer Brunnengasse wird der Oberlauf leicht ausgeweitet und der Unterlauf abgesenkt. Mit weiteren baulichen Massnahmen soll ein besserer Einlauf des Tüfebächli erreicht werden. Durch die Ausweitung der Surb oberhalb des Wehrs muss der bestehende Veloweg leicht Richtung Schulanlage Rietwise verlegt werden.