Bad Zurzach/Küssaberg
Die Fähre über den Rhein von Bad Zurzach nach Kadelburg giert wieder

Zwischen Kadelburg und Barz ist seit dem 1. Mai die Gierseilfähre unterwegs. 20 Passagiere haben in der Fähre Platz, sogar Fahrräder werden mit an Bord genommen.

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Die Fähre verbindet Bad Zurzach mit Kadelburg.

Die Fähre verbindet Bad Zurzach mit Kadelburg.

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Diese einzigartige grenzüberschreitende Rheinüberquerung leisten sich die Gemeinden Küssaberg und Bad Zurzach in dieser Form seit 1972.

Der Pontonierverein Bad Zurzach sorgt dafür, dass die Attraktion erhalten bleibt. Im Team wechseln sich die Schweizer Pontoniere ab und laden jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zur Rheinüberquerung ein.

An die 20 Passagiere haben in der Fähre Platz, sogar Fahrräder werden mit an Bord genommen. An den Anlegestellen hängen Glocken. Sie bitten wie seit Jahr und Tag den Bootsführer: «Fährmann hol’ über.»

Den Winter hat die Fähre im Bauhof in Bad Zurzach verbracht, wo sie jeweils gewartet wird. Auf dem Traktoranhänger kam das Schiff nach Kadelburg und wurde dort ins Wasser gelassen. «Wasserstand und Strömung sind günstig», stellten die Männer fest.

Das ist wichtig, denn von der Einlassstelle bis zum Einsatzort sind etliche Meter zurückzulegen. Das heisst: Bis zum Gierseil hielt Manneskraft das Boot in Schach. Nun hängt die Fähre wieder am stabilen Drahtseil.

Die Rheinströmung treibt sie von einem Rheinufer zum anderen. Sie ist also ein äusserst ökologisches Fortbewegungsmittel, bewegt sie sich doch nur mittels Wasserdruck, Seil und Ruder – mit einer Technik, die 1657 vom Niederländer Hendrick Heuck erfunden wurde.

Die Fähre verbindet Bad Zurzach mit Kadelburg (im Bild). AZ-Archiv/REI

Die Fähre verbindet Bad Zurzach mit Kadelburg (im Bild). AZ-Archiv/REI

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Damit es schön «giert», fetten die Männer vom Pontonierverein vor jeder Saison das Gierseil quer über den Rhein. Es hängt fünf Meter über dem Wasserspiegel des Rheins. Den Männern wird dabei einiges abverlangt – wenngleich Routine und Erfahrung den Vorgang erleichtern.

Gut genutzt

Die Fähre wird sowohl von Einheimischen als auch von Feriengästen gleichermassen gern genutzt. Bei Dauerregen oder Wassermangel ist die schwimmende Brücke nicht unterwegs. Auch am 9. und 10. August fährt sie nicht, weil der Pontonierverein da sein Fischessen durchführt.

Dafür wird die Fähre an Auffahrt (29. Mai), an Pfingstmontag (9. Juni) sowie an Fronleichnam (19. Juni) betrieben. Da die Landesgrenze überschritten wird, ist der Personalausweis erforderlich. Eine Überfahrt pro Person oder Fahrrad kostet 2 Franken oder 1,80 Euro. Kinder fahren bis 16 Jahre in Begleitung der Eltern gratis. Saisonschluss ist am 12. Oktober. (SK/NRO)