Bad Zurzach
Die Erfinderinnen des Zurzi-Märts erhalten prestigeträchtigen Preis

Der «Krug von Bad Zurzach» ist eine Anerkennung für 26 initiative Marktfrauen. Heute ist der Markt ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens im Ort. 440 Märkte von Frühling bis Herbst haben in 33 Jahren ohne Unterbruch stattgefunden.

Angelo Zambelli
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Bad Zurzach Verleihung Krug.jpg

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Angelo Zambelli

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Frauen, die den Zurzi-Märt erfunden und während 33 Jahren mit sehr viel Engagement und Herzblut organisiert haben, sind von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet worden.

«Ins Schwarze getroffen»

In seiner Laudatio sagte Beat Edelmann, Sohn des Hauptgründers der Gemeinnützigen Stiftung für Zurzacher Kuranlagen, die 26 an der Durchführung beteiligten Frauen hätten es geschafft, den Markt zu einer etablierten und aus dem Gemeinschaftsleben nicht mehr wegzudenkenden Institution zu machen. «Mit der Idee und deren Umsetzung haben die Marktfrauen ins Schwarze getroffen», sagte Edelmann. «Wenn eine Idee über 30 Jahre Bestand hat und von der Bevölkerung derart eindrücklich angenommen wird, muss sie einem Bedürfnis entsprechen.»

Zurzi-Märt gestern und heute Viele gute Seelen

Der Zurzi-Märt besteht seit 33 Jahren. Beteiligt waren insgesamt 26 Personen: 7 Gründerinnen, 13 Frauen, die den Markt fortgeführt und zur Blüte gebracht haben sowie 6 Frauen, die für die Durchführung des Marktes in jüngster Zeit verantwortlich sind. Die Gründerfrauen: Eliane Schurgast, Sylvia Binder, Berthi Felix, Rita Harries, Gisela Knüsel, Edith Schlicht und Brigitte Zurlinden.

Zwischen 1987 und 2009 haben gewirkt: Irene Baldinger, Antonia Burger, Brigitte Felder, Theres Füglister, Rosmarie Hidber, Gabi Landolt, Vreni Laube, Judith Neff, Nicole Perlini, Salome Preisig, Ursula Soder, Susanne Spuler und Sigi Wohlfahrt. Die Frauen, die den Zurzi-Märt heute führen: Yvonne Zimmermann, Marianne Binder, Yvonne Böhler, Susi Neff, Eva Walther und Brigitte Zimmermann. (ZA)

Mit dem Münsterplatz hätten sich die Marktfrauen einen besonderen Platz ausgesucht, sagte Edelmann. «Die Kirche ist kein Marktplatz, das wissen wir aus der Bibel. Aber vor dem Tempel – respektive vor dem Münster – ist gegen einen Markt auch aus biblischer Sicht nichts einzuwenden. Da dürfen und sollen Geschäfte gemacht werden.»

Als Gemüse verkleidet auf PR-Tour

Die Idee, auf dem Platz vor dem Verenamünster einen Markt durchzuführen, trug Eliane Schurgast 1979 an einem Fraue-Zmorge vor. Im darauffolgenden Frühling setzte eine Frauengruppe die Idee in die Tat um, marschierte als Gemüse verkleidet und von einer Trommlerin begleitet durch den Flecken und machte lautstark Werbung für den Markt. In einem Flyer formulierten die Frauen ihre Ideen und Ziele: «Unser Markflecken soll belebt werden», hiess einer der Slogans, und «Zurzi wird wieder zum Treffpunkt für Jung und Alt». Angeboten wurden am ersten Zurzi-Märt regionale Produkte wie Backwaren, Blumen, Setzlinge, Früchte, Gemüse, Käse, Eier und Wurstawaren, aber auch spezielle Dinge wie Kunsthandwerk und Dritte-Welt-Produkte.

Daran hat sich in den folgenden 33 Jahren nichts verändert: Auch heute noch legen die Marktfrauen grossen Wert darauf, dass die Ware aus regionaler Produktion stammt. «Das bürgt einerseits für gesunde Kost und tritt dem Trend entgegen, Lebensmittel mit unverhältnismässigem Aufwand aus allen Herren Länder auf unsere Tische zu befördern», sagte Beat Edelmann in seiner Laudatio. Gleichzeitig ermöglichen sie den Besucherinnen und Besuchern auf die 33 Jahre verteilten rund 440 Märkte ein Einkaufserlebnis in einem gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen.

Das Dutzend ist voll

Dave Foster, Präsident der Kulturkommission, wies im Rahmen der Preisübergabe darauf hin, dass mit der Ehrung der Marktfrauen das Preisträger-Dutzend voll sei. Den Einsatz der Marktfrauen von Bad Zurzach nannte Forster «eine wahrlich meisterliche Leistung».

Die bisherigen Preisträger

2002 Hugo Ammann, Schlossherr von Bad Zurzach

2003 Alois Hauser, Galerist, Bad Zurzach

2004 Hansueli Fischer, Wislikofen, und Franz Keller, Bad Zurzach, beide Journalisten

2005 Max Kalt (†), Historiker, Bad Zurzach

2006 Gemeinnütziger Frauenverein Bad Zurzach

2007 Dr. Martin Erb (†), Förderer des Kurorts Bad Zurzach

2008 Professor Dr. Hans Rudolf Sennhauser und Alfred Hidber, beide Historiker aus Bad Zurzach

2009 Kurt Schmid, Lengnau, und Leo Erne, Döttingen, Verfasser des Zurzibieter Buchs

2010 Linus Fluri, Oberrohrdorf, Dr. Walter Kunz, Bad Zurzach, Kurt Stammbach (†), Bad Zurzach und Dr. Heinrich Walti, Zollikon, alle Förderer des Kurorts Bad Zurzach

2011 Zeitung «Die Botschaft»

2012 Nicole Häfeli, Pfarrerin der ref. Kirchgemeinde, und Urs Zimmermann, Pfarrer der kath. Kirchgemeinde Bad Zurzach

2013 Die Frauen vom Zurzi-Märt