Döttingen
Die «Bösen» sind die Friedlichsten

Der Schwingklub Zurzach plant das grosse Nordwestschweizer Schwingfest 2012. Die 160 Besten des Nordwestschweizer Verbandes und je zwei Schwinger der anderen Verbände werden Anfang August 2012 in Döttingen um den Sieg kämpfen.

Silvan Merki
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Hier wird die Schwinger-Arena stehen: Das Organisationskomitee des Nordwestschweizer Schwingfests 2012 in Döttingen um OK-Präsident Markus Birchmeier (4. von rechts). sme

Hier wird die Schwinger-Arena stehen: Das Organisationskomitee des Nordwestschweizer Schwingfests 2012 in Döttingen um OK-Präsident Markus Birchmeier (4. von rechts). sme

«A der Arbet sind ...» beginnt die Lautsprecherdurchsage an jedem Schwingfest. Immer dann, wenn sich für eine neue Runde Paarungen der «Bösen», also der besten Schwinger, auf dem Sägemehl zum friedlichen Wettkampf treffen, um Schwünge wie Brienzer, Hüfter oder Wyberhaken zu zeigen. Die besten Eidgenossen im Schwingsport am ersten Augustwochenende 2012 nach Döttingen holen: Das hat sich der Schwingklub Zurzach zum Ziel gesetzt. Sie planen das Nordwestschweizer Schwingfest, einer der wichtigsten Anlässe im Jahreskalender der Topschwinger.

Eine seltene Ehre

Die 160 Besten des Nordwestschweizer Verbandes und je zwei Schwinger der anderen Verbände werden um den begehrten Teilverbandskranz sowie die Preise aus dem Gabentempel kämpfen. Der Erstplatzierte bekommt traditionellerweise den Muni. Ein Jungschwingertag mit etwa 80 Teilnehmern, ein Sommernachtsfest und eine Schwingerparty zum Ausklang runden den Grossanlass vom 4. und 5. August 2012 ab.

Das zehnköpfige Organisationskomitee unter der Leitung von Markus Birchmeier macht sich bereits jetzt an die Arbeit: «Es ist etwas Besonderes, dass dieses grosse Schwingfest in den Bezirk Zurzach vergeben wird, 1985 hatten wir letztmals die Ehre», erklärt er stolz. Seine Mitstreiter seien alle erfahren in der Organisation von Festen. Die Arbeit beginnt mit dem Einholen von Bewilligungen und Offerten, Sponsorensuche und dem Planen der Infrastruktur. Zudem soll ein musikalisches Zugpferd am Abend viele Besucherinnen und Besucher nach Döttingen locken.

Eine umfangreiche Logistik

Man erwartet in Döttingen rund 2000 Besucher – extra für sie wird die Sportanlage Chilbert in eine Schwingerarena verwandelt. Mit 1500 Sitz- und 500 Stehplätzen, mit Tribünen und grossen Zelten, einem Gabentempel sowie Verpflegungs- und Sanitäreinrichtungen. «Zudem werden wir für die vier oder fünf Kampfplätze rund 100 Kubikmeter Sägemehl heranschaffen», ergänzt OK-Vizepräsident Armin Keller die vielen Herausforderungen, die sich den Organisatoren stellen.

Sie rechnen dafür mit einem Budget von rund 200000 Franken, der Gabentempel wird einen Wert von über 80000 Franken haben. Gelassen blicken Birchmeier, Keller und das ganze
OK dem Aspekt Sicherheit entgegen. Denn eine Besonderheit des Schwingsports ist, dass trotz gewaltiger Menschenmassen auf kleinem Raum und ausgelassener Feststimmung kaum Sicherheitsleute benötigt werden. «Weil ein Schwingfest normalerweise der friedlichste Ort der Welt ist», erklärt Keller schmunzelnd.

Vom Bauernsport

Traditionelle Werte zu vermitteln, ist ein weiteres Ziel der Festorganisatoren. Diese lassen sich beim Schwingen ideal mit modernem, sportlichem Kräftemessen verbinden. Waren es bis vor einigen Jahrzehnten vor allem Bauernsöhne und kräftige Landburschen, trifft man heute im Schwingkeller und an den Wettkämpfen auf durchtrainierte, professionell arbeitende und mental starke Athleten jeglicher Herkunft. Sie opfern ihrem Sport die gesamte Freizeit und – an der Spitze – auch einen Teil der Arbeitszeit. «Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die wir an unserem Fest gern dem grossen Publikum zeigen», will OK-Präsident Markus Birchmeier die Beliebtheit seines Sports fürs Fest nutzen.

Nächster Anlass in der Region: Schwinget im Zurzibiet, am 22. Mai in Würenlingen, Sportanlage Weissenstein. Ab 9.30 Uhr Jungschwinger, ab 12 Uhr Wettkampfbeginn der Aktiven.