Zurzibiet
Die besten Schnitzelbänke: «Nur no Spende chönd Döttige rette»

Die Schnitzelbänkler haben dieses Jahr die ganz spitzen Federn ausgepackt. Neben nationalen Themen wie dem Atom-Ausstieg wurden kleinere und grössere Skandale aus der Region aufgenommen – hier eine Auswahl.

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Aus vollen Kehlen: Die Klingnauer Haarspalter (im Bild drei der vier Sänger) spötteln mit Vorliebe über die Stadtregierung und die Nachbarn in Döttingen.

Aus vollen Kehlen: Die Klingnauer Haarspalter (im Bild drei der vier Sänger) spötteln mit Vorliebe über die Stadtregierung und die Nachbarn in Döttingen.

Mirjam Bolliger – Foto az.ch

Die «Kurärzte» aus Bad Zurzach ...

... zum Verenaspiel:

Mer händ studiert ond öberleit analysiert,

Omfroge gmacht, Wahrschindlichkeite usprobiert

Es esch zom Hüle, doch jetzt hämmers akzeptiert:

Kei Sau vo Zorzi hät s Verenaspiel kapiert.

... zum Auenprojekt Chly Rhy:

Riethe baut Tömpel und neuii Aue

werdeds das echt au verhaue?

Doch Riethe cha mit eim uftrumpfe

de Buffy weiss wie omesumpfe.

(Für Nichteingeweihte: «Buffy» ist

Ammann Beat Rudolf)

... zu «Gerigate»:

Riite Riite Rössli –

z’Bade stoht es Schlössli

z’Bade stoht es goldigs Huus

– det packt de Geri s’Schnäbi us

d’AZ hät es Föteli – vo sim chline Zöteli

de Bollag het kei Froid gha dra

– bem Geri hets no d’Vorhut dra.

... zum Solvay-Jubiläum:

D’Sodi isch doch jetzt au scho honderti

ond de Wädi Neff vo Afang a debi

s’gliche gits im Gmeindrot z’Zurzi aber au

de Männe isch det set em Chilebücklibau

(«Männe» ist Vizeammann Meinrad Moser)

Die Schiiheilige aus Würenlingen ...

... zur Tegerfelder Wykönigin, die aus Würenlingen kommt:

Wenn Du iichaufsch, egal öb

Volg, Coop oder Migro,

Uf de Verpackig muess d’Herkunft

und s’Ablaufdatum stoh!

Scho vor zwei Johr hät’s geh en

Gammelfleischskandal,

dass bschisse wird mit Rossfleisch,

isch scho lang normal!

Ganz i dem Sinn tuet au Carna Grischa

Echli Fleisch und Ablaufdatenen vermischa!

Wenn du meinsch, vo Fleischskandäl hebsch du jetzt gnueg,

Heb Dir am beschte d’Ohre zue!

Well de gröschti Lebensmittelskandal

wo mir müend melde,

De chonnt us em nöche Tegerfelde!

Nei, nei die hend nöd de Wii panschet, wie die im Wallis unde,

Obwohl de Ranzechlämmer denn velecht wörd munde!

Schamlos nützed d’Tegerfelder ihri Chundschaft us,

Wenn ich nur scho dra denke, s’isch en Gruus!

Well det wo druf stoht Tegerfelder- Wiikönigin

Isch in Wohrheit Würelinger Frischfleisch drinn!

... zum Schwingfest-Sponsoring:

Do ticket d Uhre anderscht bi üs z Würelinge,

do wird scho kämpft bevors aafanget schwinge.

De elektrischi Scherrer wött gern en Gold Sonsor si,

Am Genli sägeds, drum chunnt vo Dir keis Inserat is Büechli dri.

Do lopfts ihm aber gewaltig de Huet,

Und mit Leserbrief loht er use sini Wuet

De Markus tüegi sis Amt als Gwerbepräsi missbruuche,

Und das wördi nöd nur ihn schluuche.

Vo de Schwinger heissts, das seigi alles ganz normal,

so mach mer das scho sit ano dazumal.

So sind halt d Verträg und Regle.

Vom Schwingfescht het de Genli gnueg, er goht lieber go kegle.

Mer hend e Idee wie mer das am beschte cha löse,

Manne i d Hose, so wie die richtig Böse.

Wer wöri echt obedruf ligge und triumphiere?

Eis isch klar, nur de Sieger dörfti denn inseriere!

Aber das Getue isch doch Quatsch mit Sosse,

Hauptsach s chunnt Strom us de Dose.

... zur neuen Brauerei beim Rebgut Sternen:

Was hend mer im letschte Johr au no vernoh,

Würelingen het scho wieder e Brauerei übercho!

De Önolog Chen vom Sterne,

tuet de Van Loon vom PSI kenne lerne!

Scho bald merked die zwei,

ihri grossi Liebi isch bim Bier dihei!

Drum wird jetzt umfunktioniert d Sterne Trotte,

Scho bald drufabe tuets noch Malz und Hopfe motte.

De Aussie und de Belgier mached jetzt es Schwiizer Bier.

De Andreas seit, verchaufed doch eis zum Priis vo vier.

15 Franke für en Sibedezi Bier, das isch en stolze Priis,

Das vermöged mer nöd, drum blibed mer bim Pinot Gris.

Jetzt wössed mer endlich wieso

Dass d’Kirschessigflüge zu üs isch cho.

Im nöchschte Johr gits, das isch jetzt

jedem klar

En exklusive Balsamico Essig a de

Sterne Bar

... zu Selfies:

Im Bundeshuus gohts wild zue und her,

Pornobildli verschickt d Frau Sekretär

Nochher Nacktselfies vom Geri, em

Amme vo Bade,

wenn das so wiiter goht, chasch scho

bald de blutti Zoppi abelade.

(André Zoppi ist Gemeindeammann)

Die Haarspalter aus Klingnau ...

... zu Stadtratsangelegenheiten:

Suechsch du es Amt mit Renomée,

dann händ mer Haarspalter en Idee.

Als neue Amme chöntsch kandidiere

und dich fürs Städtli engagiere.

Nur über öppis gits nüt z’lache,

tue jo kei Selfies vo dim Schnäbeli mache.

Uf de Bobbahn in St. Moritz,

hey, das isch em Fall kein Witz,

rased d’Schlitte normalerwis

mit mehr als 100 über’s Eis.

Tempo 20 händ’s kürzlich gmesse,

a de Brems isch en Klingnauer Stadtrat gsässe.

... zu Schulproblemen:

Döttige hät Problem mit em Schülergeld,

will jetzt de Axpo-Steuersäge fehlt.

Statt Schulzimmer mit neue Schüler z’fülle,

gseht mer de Gmeindrot im Dorf Runde trülle.

De Hirt und de Schödler, so hämmer vernoh,

heiged Pariser i’d Briefkäste to.

Für eusi Bez setzt er sich i,

de Klingnauer Lehrer Stefan Welti.

A de Gmeind hät er referiert

und de Gmeindrot torpediert.

Wie wärs, wenn du eus chöndsch bibringe

Wie gschiederi Chind bim Vögle chönd glinge.

... zu Gemeindefinanzen:

Adieu, du goldigs Stürparadies,

bald scho gohts de Döttiger mies,

Doch wohr ha wänds d’Entwicklig ned,

sie gsänd, was niemer anderscht gseht.

Sie wänd sich neus Vermöge ufbaue

und sich im Mike Shiva avertraue!

D’Bahnhofsuhr, die isch defekt,

für Koblenz isch das ganz verreckt.

E Spendenaktion tüends lanciere,

dass d’Bahn die Uhr cha repariere.

Bald isch’s so wiit – was wämmer wette,

dass nur no Spende chönd Döttige rette.

Die grössti Gmeind, grad ennet de Aare,

muess wäge ihrem Oberhaupt spare.

Für d’SVP tuet alles z’viel choste,

am liebste spared’s bi de Bildigsposte.

Wo ane das führt, ihr Fraue und Manne,

das gseht mer am beschte bi euem Amme.

... zum Sommerwetter:

Im Schwimmbad unde händ’s parkiert

und prompt hät d’Repol Präsenz markiert.

Sie tuet nid s’gringste Pardon kenne

und Busse under d’Schiebewüscher klemme.

Au de Petrus hät das nid begriffe,

und loht’s de ganzi Sommer lo schiffe.

... zu einer Vogelrettung:

E junge Dohle het Asyl übercho,

Steigmeyers händ sie bi sich ufgno.

De Guido hät sie vor Chatze grettet,

s’Gabi mit Würm uf em Balkon ufpepplet.

Rekinge würd no lang a eu dänke,

chönnt’s eu no paar Asylante schänke!

... zur Lichtershow im Städtli:

En Lichtergschicht hätt’s selle si

im Aarestädtli vor em Rhy.

Bravi Bildli a d’Mure projeziert,

das isch Kunst, tüür honoriert.

Uf Action wartet alli vergäbe,

derfür cha de Hofstetter a de Goldküste läbe!

Die Schloss-Dohlen Klingnau ...

...haben ein Zwiegespräch zwischen einem Klingnauer und einer Döttingerin vogetragen, unter anderem ...

... zur Kirschessigfliegenplage:

Sie: Du, aber din 13er-Pinot-Noir

esch au nömm, was er mal war!

Er: Ich weiss, ergend öppis het d’Farb

und s Bouquet bleicht!

Ich vermuete, d Suzukii-Flüge het z’vell

drinine gseicht.

... zu Jodtabletten:

Sie: Öbrigens, die Frog wege eusene Jodtablette

beschäftigt au de Zambelli i de AZ Gazette.

Er: Wahrschindli wott er sie ned sälber näh,

dromm frogt er, öb er sie au im Hond cha gäh!

D'Glöggler aus Klingnau . . .

... reimen über ein allzumenschliches Beispiel aus der Welt der Missverständnisse:

Gömmer hüt zäme go z'Mittag esse, wenn's got,

aber gell Alex, chonsch ned z'spot.

D'Margrit setzt im Rebstock und wartet of ihre Maa.

Sie wartet scho lang, also lütets em a.

Hei Alex wo blibsch, häsch me vergässe,

s'Menue esch parat söll i scho a fo ässe?

Ou, ich setz im Picone, Margrit Schätzli,

ha zwoi mol s'Menü bstellt, Vorässe met Spätzli.

... oder über einen Fehlgriff der anderen Art:

I de Märki Edith ihre Geburi findet uswärts statt.

Im Schütze z'Leibstadt händ sis glatt.

Sie bechont veli Gschenkli, ei ei ei,

aber uspacke well sie die Päckli erscht dihei.

Was esch ächt das für en Komiker gsi,

do häts luter leeri verpackti Schachtle debi.

Wössed ihr, was die liebe Edith häd met heignoh?

Im Restaurant Schütze sini Wienachtsdeko.

Die Zapfenzieher Würenlingen ...

... zum Schwinger-Sponsoring:

De Markus Scherrer het en Exklusiv-Vertrag!

De Hans-Ueli Meier ihn dorum nüm so mag.

Mer schicked beid in Sagmehlring,

det gänds enand denn uf de Grind.

Wer denn no driiluegt frisch, au würklich schwing-fest isch!

Die beide Manne stöhnd ja gewaltig under Strom.

Mer nützed das grad us zur Stromproduktion.

Wenn beidi Chöpf am choche sind, so

bruched mir de Dampf denn gschwind.

Auch die Würenlinger Perfidos nehmen sich des Themas an:

G’sehschs füüre und blitze über Wür’linge z’Nacht,

hät de Hans-Ueli bim Scherrer en Churze g’macht!

Zum Altersheim singen sie:

Is Alters-Heim – chonnsch do no

druus – Zieht s’Chani-Chomi- Chinder-Huus!

Das macht scho Sinn mit dere KITA!

Die sind halt schlau bi’r Wirna Vita:

Die werbed Chinde – schtell der vor

– für’s Altersheim – i hundert Johr!

Zu Bauplänen in Station Siggenthal:

Duss i’r Schtation händ’s Grosses vor,

do wird viel bout i e nöchschte Johr!

S’Go-Easy wird zum Schport-Palascht g’macht,

De Bahnhof uus-bout i grosser Pracht!

Nur s’Schiessi-Hüüsli – gopfred schtotz

– Schtoht leider under Dänkmol- Schotz!

Zum Atomausstieg:

D’Minischteri für Energie, die seit:

«Atomschtrom isch verbi!»

Wird Alternativ-Energie denn lange?

Doris gseht da unbefange.

Chonnt emol kei Pfus usem Döösli

Macht sie Energie mit heisse Höösli!

De Johann Schneider-Ammann – oh herrjeh –

hät Doris i de heisse Hösli gseh!

S’geil Füdli hät de Maa total betört,

Sither würkt er wirr und schnorret gschtört!

Zu den Wirrungen der Kirche:

Zum Bischof seit es Lesbe-Paar:

«Mit wetted gern hürote – am Trau- Altar!»

Do seit de Bischoff: «Ganz im Vertraue, Fraue,

Min Fründ und ich würded eus au gern traue.»

Bischöf und Papscht, die hend in Rom

sich troffe näbem Peters-Dom.

Über Familie-Planig, Chind und Sex

hends g’fachsimplet mit em Pontifex.

I de Zwüschezit tüend D’Bischofs-Chind warte

im Vatikan-eigene Chindergarte.