Bad Zurzach
Die Barzmühle hat die Besucher in eine längst vergangene Zeit geführt

Ihr Räderwerk ist imposant, genauso ihre Geschichte: Die Barzmühle war am Schweizerischen Mühlentag eine Attraktion, denn immer an diesem Tag wird die Mühle tatsächlich zum Mahlen gebraucht. Doch nicht alles ist so, wie es früher mal war.

Louis Probst
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Barzmühle Bad Zurzach
18 Bilder
Barzmühle Transmission
Barzmühle Kegelzahnrad mit Zähnen aus Hagebuchenholz
Barzmühle Gottfried Rudolf erklärt die Mühle
Barzmühle Gottfried Rudolf erklärt Ausstellungsobjekte zum Ackerbau
Barzmühle Erinnerung an die Müllerdynastie Dambach
Barzmühle Elektromotor ersetzt heute die direkte Wasserkraft
Barzmühle Blick auf den rotierenden Mühlstein
Barzmühle Auch der Lastenaufzug wird über Transmission und Riemen angetrieben
Barzmühle Zahnräder greifen ineinander
Barzmühle Wasserrad
Barzmühle Wahrzeichen Wasserrad
Barzmühle Viele Besucherinnen und Besucher am Mühlentag
Barzmühle Und hier kommt das fertige Mehl raus
Barzmühle Ohne Schmieren und Ölen läuft nix
Barzmühle Kraftübertragung mittels Kette
Barzmühle Kurt Grossen beschickt die Mühle mit Weizen- und Dinkelkörnern selbstverständlich aus Bio-Anbau
Barzmühle Mühlstein und Werkzeug zum Richten des Steins

Barzmühle Bad Zurzach

Louis Probst

Gemächlich dreht sich das Wasserrad im Rhein. Über Ketten wird die Kraft auf eine Welle übertragen und mittels eines Riemens auf eine zweite Welle, die ins Erdgeschoss der Barzmühle in Bad Zurzach führt. Doch das Bild täuscht. «Die Mühle wird durch einen Elektromotor angetrieben», erklärt Gottfried Rudolf.

Der Motor war in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts durch den damaligen Müller Dambach installiert worden, weil der sich nicht mehr ausschliesslich auf die Launen des Rheins – das heisst die Wasserführung – einlassen wollte. Im Erdgeschoss öffnet Gottfried Rudolf ein Kästchen, legt einen Schalter um, und der Elektromotor setzt ein imposantes Räderwerk in Gang.

Zuoberst in der Mühle, im Dachgeschoss, kippt derweil Kurt Grossen aus einem blauen Plastikkübel eine abgewogene Mischung von Weizen- und Dinkelkörnern in einen Holztrichter. Und im mittleren Geschoss verfolgen die Besucherinnen und Besucher, wie die Körner in mehreren Mahlgängen zu feinem Mehl verarbeitet werden.

Am Mühlentag wird gemahlen

Aus Anlass des Schweizerischen Mühlentags hat auch die Barzmühle – die einzige intakte Getreidemühle am freifliessenden Rhein, wie auf dem Prospekt zu lesen steht – ihre Türen geöffnet. «Jeweils am Mühlentag mahlen wir», sagt Gottfried Rudolf, der zusammen mit anderen guten Geistern für den Betrieb der Barzmühle besorgt ist.

1947 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt

Entstanden ist die Barzmühle aus einer im Rhein verankerten Schiffsmühle, die 1857 an Jakob Dambach und seine Söhne übergegangen war. 1947 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. 1970 erwarb die Gemeinde Bad Zurzach die Mühle, bis dann Ende der 90er-Jahre die Vereinigung Barzmühle gegründet wurde, aus der die Stiftung Barzmühle entstand. Frieda und Johann Dambach statteten diese mit einem Grundkapital aus. 1999 wurde mit der Restaurierung der Mühle begonnen, die 2004 mit der Montage des Wasserrades ihren Abschluss fand. Seither steht die Mühle für Führungen offen.

«So jetzt lasse ich es «tschädere», sagt Gottfried Rudolf nach der Führung durch die Mühle und das kleine Ackerbaumuseum im Dachgeschoss. Er steigt ins Erdgeschoss hinunter, um den ominösen Schalter umzulegen. Dann beginnt es zu «tschädere».

Wie im Kinderlied aus der Zeit der Eichendorff’schen Romantik klappert die Mühle am rauschenden Rhein. Schwer zu sagen was ihre Faszination ausmacht. Ist es die archaische Technik mit all den Riemen und Rädern oder die bewegte Geschichte? Das Wasserrad dreht sich unbeeindruckt von alledem – jedenfalls, solange Vater Rhein genügend Wasser führt.

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