Döttingen
Die Asylsuchenden wohnen bald neben dem Altersheim

Gemeinde stellt ehemaliges Bauernhaus als Asylunterkunft zur Verfügung. Die neue Unterkunft steht an der Hauptstrasse 44 - direkt neben einem Altersheim. Der Gemeindeammann preist derweil die finanziellen Vorzüge der Lösung.

Pirmin Kramer
Merken
Drucken
Teilen
In das Bauernhaus (vorne) zieht eine asylsuchende Familie. ZA

In das Bauernhaus (vorne) zieht eine asylsuchende Familie. ZA

Alle Aargauer Gemeinden sind verpflichtet, Asylsuchende aufzunehmen oder alternativ eine Ersatzabgabe zu bezahlen. Döttingen hat dem Kanton bisher jährlich rund 35000 Franken bezahlt. Im März erklärte Gemeindeammann Peter Hirt: «Wir haben ganz einfach noch keine Liegenschaften, in denen wir Asylbewerber unterbringen könnten.»

Familie aus Afghanistan

Nun hat der Gemeinderat aber eine Asylunterkunft gefunden: «Eine Asylbewerber-Familie zieht in diesen Tagen an der Hauptstrasse 44 ein – im ehemaligen Bauernhaus neben dem Altersheim», sagt Hirt. Diese Liegenschaft habe die Gemeinde im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Altersheims erworben.

«Wir hätten es gerne bis zum Abbruch vermieten wollen, fanden aber keine Mieter», sagt Hirt. «Jetzt hatten wir die Idee, das Gebäude dem Kanton als Asylunterkunft zur Verfügung zu stellen.» Die Altersheimleitung wollte sich auf Anfrage nicht zur neuen Asylunterkunft äussern.

«Es handelt sich um eine sechsköpfige, vorläufig aufgenommene Familie aus Afghanistan, die nach Döttingen zieht», sagt Balz Bruder, Kommunikationsleiter im Sozialdepartement des Kantons Aargau. Döttingen habe die Aufnahmepflicht aber noch nicht ganz erfüllt – die Gemeinde habe gemäss Verteilschlüssel 10 Asylsuchende aufzunehmen, so Bruder.

Lösung bringt finanzielle Vorteile

«Wir sind aber froh und dankbar, dass sich die Lösung für die Familie realisieren liess.» Diese Lösung bringe finanzielle Vorteile, sagt Gemeindeammann Peter Hirt: «Einerseits müssen wir weniger Ersatzabgaben an den Kanton bezahlen, andererseits erhalten wir Miete für die Wohnung.» Der Gemeinderat sei zufrieden, dass er mithelfen könne, das Problem mit der Asylunterbringung im Kanton zu lösen.

Zurzeit wird das Haus für die Unterbringung der Familie vorbereitet. «Die Asylsuchenden werden vom Kanton betreut, und sie können so lange an der Hauptstrasse 44 wohnen, bis das Haus für die Erweiterung des Altersheims benötigt wird», sagt Hirt.