Zurzibiet/Waldshut
Deutsche Nachbarn diskutieren über die Endlager-Suche

Wohin mit der gefährlichen Hinterlassenschaft der Atomenergie? In Sichtweite des Atomkraftwerks Leibstadt gingen auf Initiative der Vereinigung «Zukunft ohne Atom» (Zoa) im Waldshuter Bernhaldekino rund 100 Menschen vom Hochrhein dieser Frage nach.

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Stom wollen alle – Atommüll aber niemand.

Stom wollen alle – Atommüll aber niemand.

Die Veranstaltung der Vereinigung «Zukunft ohne Atom» (Zoa) begann mit dem Dokumentarfilm «Die Reise zum sichersten Ort der Erde» des Basler Filmemachers Edgar Hagen. Wie schon im Film, blieb die Frage, wo man denn hin soll mit dem Atommüll, auch in der anschliessenden Diskussion mit dem Filmemacher sowie dem mit der Endlagersuche seit Jahrzehnten vertrauen Schweizer Geologen Marcos Buser und dem Aargauer SP-Nationalrat Max Chopard-Acklin unbeantwortet.

Allein auf die – wenn auch so nicht gestellte – Frage «Wohin nicht?», gab es eine eindeutige Antwort: Hier nicht! Zoa-Sprecherin Monika Herrmann-Schiel formulierte dies angesichts der Häufung Schweizer Atomkraftwerke und der Einengung der möglichen Endlagerregionen auf den Bözberg und das Zürcher Weinland in einer Frage: «Wird das Hochrheintal nun auch noch die Atom-Toilette der Schweiz?» Chopard-Acklin, Vorstandsmitglied der Aargauer Initiative Kaib (Kein Atommüll im Bözberg) liess das Fragezeichen weg: «Ich habe Interesse an einer Lösung für ein Endlager. Aber ich weiss, dass es nicht am Bözberg sein kann.»

Blog der Geologen

Blog der Geologen Marcos Buser und Walter Wildi zur Endlagersuche: nuclearwaste.info

Grundsätzliche Zweifel an einem sicheren Endlagerstandort in der Schweiz äusserte Marcos Buser: «Die Aussicht auf einen sicheren Endlagerstandort in der Schweiz ist meiner Meinung nach gleich Null.» Buser sieht auf über 35 Jahre Erfahrung in der Standortsuche für ein nationales Endlager in der Schweiz zurück, wobei sich Standortideen, wie ganz am Anfang die Gipsstollen in der Fuller Halde, dann die Suche im kristallinen Gestein, später am Wellenberg als unhaltbar erwiesen hätten. Der Geologe setzt auf eine internationale Lösung, die auf einem wissenschaftlich gesicherten, politisch und wirtschaftlich unabhängigen Konzept und auf die Akzeptanz der Betroffenen in der Region aufbaut.

Treff: Zoa trifft sich wieder am Mittwoch, 10.Juni, um 19.30 Uhr im BUND-Raum im Kornhaus in Waldshut.

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