Behördenschreck
Der Nackte von Lengnau ist ein Schaffhauser Behördenschreck

Die Polizeimeldung sorgte für Erstaunen. Ein nackter Ostschweizer lieferte sich in Lengnau AG mit der Polizei eine Verfolgungsjagd. Jetzt stellt sich heraus: Der Mann ist der einschlägig bekannte Schaffhauser Behördenschreck Erich Schlatter.

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Erich Schlatter in der SRF-Sendung von 2007.

Erich Schlatter in der SRF-Sendung von 2007.

Screenshot SRF

Am vergangenen Dienstag 24. September erhielt die Regionalpolizei Zurzibiet die Meldung, dass in der Umgebung Lengnau AG ein splitternackter und offensichtlich verwirrter Mann die Leute wahllos nach Alteisen fragte. Die ausgerückte Patrouille konnte den Mann stellen. In einem günstigen Moment jedoch ergriff der Nackte die Flucht und liefert sich anschliessend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei bis diese ihn in Döttingen stoppen kann.

Der Mann hatte bei seiner Verhaftung rund 0,8 Promille Alkohol im Blut.

Wie jetzt der «Blick» berichtet, ist der nackte Mann beileibe kein Unbekannter, sondern der einschlägig bekannte Schaffhauser Behördenschreck Erich Schlatter.

Überraschende Freilassung

Erst im Juli dieses Jahres wurde Schlatter überraschend aus der Justizvollzugsanstalt Pöschwies entlassen, nachdem das Schaffhauser Kantonsgericht einen Antrag auf Verwahrung wie auch eine Verlängerung der stationären Massnahme abgelehnt hatte.

Der Fall Schlatter sorgt seit Jahren in Schaffhausen und sogar landesweit für Aufsehen. Die einen sehen in Schlatter ein zwar verschrobenes, jedoch ungefährliches Stadtoriginal, die anderen einen gemeingefährlichen Irren.

Flucht aus der Klinik

Im Jahr 2006 floh er aus der psychiatrischen Klinik Rheinau im Kanton Zürich, wo er eine stationäre Massnahme wegen Delikten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung und Drohung gegen Beamte absitzen sollte.

Ein Kamera-Team der SRF-Sendung Reporter spürte ihn 2007 in seinem Exil in Frankreich auf. 2009 kehrte er in die Schweiz zurück, nachdem er in Spanien ein Jahr wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft gesessen hat.

In der Schweiz musste er seine Massnahme schliesslich in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies absitzen.

Nach seiner Blaufahrt im Aargau und zwei verbrachten Nächten im Gefängnis wurde Schlatter von den Aargauer Behörden wieder auf freien Fuss gesetzt. Welche juristischen Folgen seine Nackt-und Blaufahrt haben wird, ist nicht bekannt.

Eines scheint im Fall Schlatter jedoch klar zu sein: Fortsetzung folgt. (rhe)

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