Leuggern
«Der Grüngut-Abstimmung fiebere ich mehr entgegen als der Wahl des Vizeammanns»

In Leuggern kommt es am Wochenende zur Referendumsabstimmungen über die geplante Grüngutabfuhr. Diese soll die vier bisherigen Sammelstellen ersetzen.

Andreas Fretz
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Leuggerns Gemeinderat Peter Müller.

Leuggerns Gemeinderat Peter Müller.

Auf Leuggerns Gemeinderat Peter Müller wartet ein reich befrachteter und spannender Wahl- und Abstimmungssonntag. Einerseits steht er als neuer Vizeammann Leuggerns zur Wahl, andererseits kommt es zur Referendumsabstimmung über die Grüngutentsorgung. Diese sorgte im Vorfeld für viele Leserbriefe, rote Köpfe und fällt ins Ressort Abfallwesen, für das Müller zuständig ist.

«Der Abstimmung über das Grüngut fiebere ich mehr entgegen als der Wahl des Vizeammanns», sagt Müller, der im Jahr 2011 in den Gemeinderat gewählt wurde. Für das Amt des Vizeammann ist er der einzige offizielle Kandidat. Seiner Wahl sollte nichts im Wege stehen. Spannender wird es bei der Referendumsabstimmung. «Die Hälfte ist dafür, die andere Hälfte dagegen», sagt Müller, «eine Prognose wage ich nicht.»

Heute verfügt Leuggern über vier Grüngutsammelstellen. Drei davon sind öffentlich zugänglich und werden – auch von Auswärtigen – rege genutzt. Die Sammelmenge ist mit 227 kg pro Einwohner rund doppelt so hoch wie im kantonalen Durchschnitt, was sich negativ auf die Entsorgungskosten auswirkt. Bereits an der Wintergmeind 2014 wurde ein erster Vorstoss des Gemeinderats abgelehnt. Damals wollte man eine zentrale Sammelstelle beim Zeughaus einrichten. Doch um den Bestimmungen des Kantons gerecht zu werden, wären bauliche Massnahmen für 45 000 Franken nötig gewesen.

Eine Abfallkommission wurde gegründet, die eine Grüngutabfuhr mittels Container vorschlug. Hausbesitzer und Mehrfamilienhäuser würden so nach dem Verursacherprinzip belastet. An der Gemeindeversammlung im November 2015 wurde diese Lösung mit 111 zu 97 Stimmen gutgeheissen. Doch mit 344 gültigen Stimmen wurde gegen diesen Beschluss das Referendum ergriffen. Deshalb kommt es nun am Sonntag zum Urnengang.

Das Referendumskomitee will am System mit Grüngutsammelstellen festhalten. Das Problem: Die bisherigen vier Standorte würden – auch wenn das Referendum angenommen wird – in diesem Jahr geschlossen, sagt zumindest der Gemeinderat. Sie liegen zum Teil ausserhalb der Bauzone, müssten befestigt und entwässert werden, das verlangt der Kanton. Das Komitee fordert deshalb, dass neue Standorte gesucht werden.

«Mir ist bewusst, dass die Container-Lösung für die vielen Einfamilienhaus-Besitzer nicht so komfortabel ist», sagt Müller. Für ältere Leute sieht er das aber als die bessere Variante an. Auch würde die Grundgebühr von 70 Franken pro Haushalt künftig entfallen. Zudem würde die Gemeinde den Häckseldienst ausbauen. Statt wie bisher zweimal würde der Dienst viermal pro Jahr angeboten, wobei die ersten zehn Minuten jeweils gratis sind.

Stimmbürger, die am Sonntag mit Ja stimmen, befürworten die Sicht des Gemeinderats: Die Grüngutabfuhr mittels Container würde eingeführt, die vier Sammelstellen aufgehoben. Mit einem Nein unterstützt man das Referendumskomitee. Das alte Abfallreglement bliebe in Kraft. Weil aber die vier Standorte im Laufe des Jahres ohnehin geschlossen werden, müsste man auf die Lösung mit der zentralen Sammelstelle beim Zeughaus zurückgreifen. Jene Lösung also, die an der Wintergmeind 2014 abgelehnt worden war.

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